Stadtwerke Achim stellen Versorgungsnetz um / Haushalte und Betriebe betroffen

Für besseres H-Gas muss mehr als die alte Düse weg

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Sven Feht (rechts), Christian Müller (Mitte) und Jens Ruschenbaum sitzen hier in der Leitwarte der Stadtwerke Achim. Gestern informierten sie über die Umstellung von L- auf H-Gas.

Achim - Die Stadtwerke Achim AG wird ihren Kunden von 2017 an Erdgas mit einem höheren Energiegehalt bieten. Wie schon in weiten Teilen Deutschlands werden dann auch die Versorgungsnetze in der Stadt Achim, in den Gemeinden Langwedel, Ottersberg und Oyten von L-Gas auf H-Gas umgestellt. Vorstandssprecher Sven Feht und weitere leitende Mitarbeiter des Unternehmens informierten gestern in einem Pressegespräch über Einzelheiten.

Grund für den Wechsel zu H-Gas (High-Calorific-Gas) sei die rückläufige Förderung von L-Gas (Low-Calorific-Gas) aus heimischen und niederländischen Quellen. So solle etwa der Import von niedrig kalorischem Gas aus den Groninger Feldern in den nächsten Jahren schrittweise reduziert und bis 2030 sogar komplett eingestellt werden, berichtete Feht.

Das Energiewirtschaftsgesetz und der Netzentwicklungsplan der Ferngasnetzbetreiber – für den hiesigen Bereich seien das Gasunie und Wesernetz – verpflichteten deshalb die Gasversorger in Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Hessen innerhalb der nächsten 15 Jahre auf H-Gas umzusteigen. Unter den Nachzüglern, merkte Feht an, marschierten die Stadtwerke Achim nun gewissermaßen vorneweg. In gut zwei Jahren sollen sämtliche Haushalte sowie Gewerbe- und Industriebetriebe, die an das Gasversorgungsnetz der AG angeschlossen sind, die bessere Energiequalität bekommen.

L-Gas im Netzgebiet der Stadtwerke Achim habe einen Brennwert von etwa 10 Kilowattstunden pro Kubikmeter. Bei H-Gas liege er bei 11 bis 12,3, erläuterte Christian Müller, Bereichsleiter Gas- und Wärmeversorgung. „Das bedeutet, dass weniger Gas zur Verbrennung in den Heizgeräten, Gasherden und Warmwasserbereitern benötigt wird und diese deshalb angepasst werden müssen.“

Aber was heißt das konkret? In den Haushalten müssten größtenteils die Gasdüse ausgetauscht und der Brenner neu eingestellt werden, erklärte Müller. Bei Anlagen von Betrieben könnten noch weitere Maßnahmen notwendig sein.

Voraussichtlich Anfang 2016 werden die Stadtwerke Achim die technischen Daten aller 22000 Gasgeräte in ihrem Netzgebiet aufnehmen und auswerten, um festzulegen, was im Einzelnen geändert werden muss. Mit der Datenerhebung und der Geräteanpassung sollen zertifizierte Fachunternehmen beauftragt werden, deren Mitarbeiter sich ausweisen können. „Die Kunden werden vorher rechtzeitig informiert“, betonte Feht.

Die Stadtwerke rechnen mit Umstellungskosten von rund sechs Millionen Euro. Feht: „Das werden wir im Rahmen der gesetzlichen Pflichten übernehmen.“ Die Kosten sollen dann über ein Umlageverfahren auf alle erdgasversorgten Haushalte und Betriebe in Deutschland über die Netzentgelte verteilt werden.

Doch bis in der Region Achim H-Gas fließt, dauert es noch etwas, weiß auch Prokurist Jens Ruschenbaum. „Geplant ist, um den 1. Oktober 2017 herum den Hebel umzustellen.“

mm

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