Neue Nutzer zu gewinnen ist das Ziel

Stadtbibliothek: Zarter Anstieg

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Neben der schönen Literatur und anderen Werken auf gedrucktem Papier gibt es in der Stadtbücherei den kostenlosen Internetzugriff auf 68 000 Medien. Tobias Wege, Auszubildender in der Bibliothek, nutzt diese Möglichkeiten natürlich ebenfalls gern.

Achim - Neue Nutzer der Achimer Stadtbibliothek zu gewinnen und auf diese Weise mehr Einnahmen zu erzielen statt durch Gebührenerhöhungen Bürger eher abzuschrecken. So lautet die weitere Philosophie nach dem Umzug der Bücherei in die neuen Rathaus-Räumlichkeiten.

Sehr moderat fallen daher geplante Kostenänderungen aus. Die Gebühr für den Internetzugang soll sogar gestrichen werden. Lediglich Kopieren würde um fünf Cent pro Blatt teurer. Für Vorbestellungen würden ein Euro statt bisher 75 Cent und für das Neuausstellen von Ersatzausweisen zwei statt bisher 1,50 Euro verlangt.

Der zarte Anstieg bei den Zahlen der aktiven Bücherei-Nutzer auf 3183 im Jahr 2015 dürfe nicht gefährdet werden, betont Stephan Leenen, der in der Verwaltung maßgeblich für den Bibliotheksbereich zuständig ist. 2014 hatte es 3118 aktive Nutzer gegeben. 23.915 Euro an Gebühren wurden 2015 durch die Stadtbibliothek eingenommen und 21.285 Euro im Jahr davor.

Preislich führt die Achimer Stadtbücherei zusammen mit der Verdener das Feld in der gesamten Region an, wie aus Verwaltungsunterlagen zur Sport- und Kulturausschusssitzung am Dienstag, 26. April, hervorgeht. Dort wird dann über die neue Entgelt- und Nutzungsordnung für die Stadtbibiothek abgestimmt.

Die Einzelkarte pro Jahr kostet in Achim und Verden 15 Euro, in der Stadtbücherei Walsrode zum Beispiel nur 10 und in der Stadtbibliothek Osterholz 12 Euro. Bei der Zahl aktiver Nutzer lag Achim hingegen schon vor dem Umzug im Mittelfeld. Die Nutzerquote entsprach 2014 10 Prozent der Bevölkerung, während 13,6 Prozent der Verdener auch Kunden ihrer Stadtbibliothek sind. Im kostengünstigen Walsrode liegt der Anteil allerdings bei nur 5,6 Prozent.

Weit entfernt ist die Traumzahl von rund 5000 Stadtbibliotheksnutzern im Jahr 2004, als in Achim erstmals Jahresgebühren eingeführt wurden. „Öffentliche Bibliotheken haben gegenüber den neuen Medien und dem Internet keinen leichten Stand“, heißt es zum Trend in der Stellungnahme aus dem Rathaus.

Und weiter: „Obwohl erwiesenermaßen die Aneignung von Lesekompetenz eine wesentliche Voraussetzung von Medienkompetenz darstellt, nimmt die Nutzung von Bibliotheken bundesweit ab“. Das werde sich durch die zunehmende Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche fortsetzen. Die öffentlichen Bibliotheken seien daher aufgerufen, sich neu zu positionieren.

In Achim sei das etwa durch die kostenfreie Internetnutzung geschehen. Die Bücherei hat sich zudem in die Internetplattform der niedersächsischen Bibliotheken eingekauft. Aktuell stünden so 16.600 Titel auf rund 68.000 Medien online zugriffsbereit.

Auch Anstrengungen zur Leseförderung mit 23 Klassenführungen 2015, das Lesepatensytem in Kitas und Grundschulen sowie die direkt zu Zielgruppn gebrachten Medienkisten der Stadtbibliothek gehören zu den Bemühungen, auf die eher Leseabstinenz fördernde neue digitale Welt zu reagieren. 

la

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