Bodenspekulation bei Achim-West soll so verhindert werden

Stadt hat in weiten Bereichen Vorkaufsrecht

Auf großen, hier rot eingerahmten Flächen in Uphusen, Bierden, Achim und Embsen besitzt die Stadt nun ein Vorkaufsrecht , um die Infrastruktur für Achim-West und Ausgleichsflächen dafür schaffen zu können.

Achim - Das Riesenprojekt Achim-West, neuer Autobahnanschluss in Uphusen/Bierden an die A27 und Gewerbegebiet am Bremer Kreuz von rund 100 Hektar, wird zwar noch etwas theoretisch diskutiert, da überhaupt noch nicht klar ist, ob die rund 100 Millionen Euro jemals von Stadt, Land und Bund zu finanzieren sein werden, aber für die betroffenen Grundstückseigentümer wird es schon jetzt sehr konkret. Sie verlieren die freie Verfügbarkeit über ihre Grundstücke.

Der Stadtrat hat nämlich die „Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht der Stadt Achim zur Sicherung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung im Bereich des Infrastrukturprojektes Achim-West am Autobahnkreuz Bremen“ beschlossen.

Damit sollen der Autobahnanschluss, das Gewerbegebiet, die Verbindungsstraße zwischen der Landesstraße 158 in Bierden und dem Autobahnanschluss, ein teurer Tunnel unter der Eisenbahnstrecke in Bierden, eine Brücke bei Vitakraft über die dann achtspurige A1 ermöglicht werden und nicht an Bodenspekulation scheitern. Bei einem Verkauf hat die Stadt das erste Zugriffsrecht zu festgelegten statt Wucher-Preisen.

Allerdings wird kein Grundstückseigentümer enteignet werden, so dass an fehlender Verkaufsbereitschaft von zentralen Grundstücken AchimWest auch scheitern könnte.

Es geht allerdings nicht nur um die Grundstücke, auf denen neue Infrastruktur geschaffen wird, sondern auch um die Ausgleichsflächen. Für jedes Stück Naturvernichtung muss Ausgleich an anderer Stelle geschaffen werden, und das nicht zu knapp.

Diese Ausgleichsflächen liegen auch in Achim und in Embsen, und so sind von dem Vorkaufsrecht der Stadt unzählige Grundstücke in Uphusen, Bierden, Achim und Embsen betroffen.

Vorverträge mit den Grundstückseigentümern hat die Stadt noch nicht. Die Gespräche mit den Eigentümern scheinen auch noch nicht in die ganz konkrete Phase getreten zu sein.

Allerdings hatte die Stadt die rund 70 Eigentümer angeschrieben und zu ihrer Verkaufsbereitschaft befragt. Nach Auskunft des 1. Stadtrats Bernd Kettenburg haben rund 70 Prozent der Eigentümer prinzipiell Interesse an Verkaufsverhandlungen gezeigt, der Rest stellte Bedingungen, zum Beispiel Landtausch, und wenige lehnten den Verkauf rigoros ab.

Der Kreisverband des Landvolks hat jetzt die von Achim- West betroffenen Landwirte für den 14. Mai, 20 Uhr, zu einer Informationsveranstaltung über Achim-West in den Sitzungssaal des Achimer Rathauses eingeladen. Da geht es um die Zukunft ihrer Landwirtschaft auf den Ausgleichsflächen. Diese Landwirte sind meist Pächter und nicht Bodeneigentümer. Aber mehr Klarheit für beide Seiten wird es auch hier geben.

mb

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