Stadt verfügt über 3,8 Hektar Bienenweide als Ausgleich für versiegelte Flächen

Schöner Schutz für die Natur

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Margariten am Nordhornsberg in Baden leuchten im Sonnenschein – aber sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern dienen auch dem Naturschutz. Die Bienenweide hat die Stadt als Ausgleichsfläche für Baugebiete gepflanzt.

Badenermoor - Dieser Anblick ist beeindruckend: Am ersten heißen Juni-Tag erstreckt sich auf einer Wiese am Nordhornsberg in Baden ein Meer von Margariten. Im Laufe des Jahres werden auch die anderen 43 Wildblumen, die die Stadt Achim dort hat pflanzen lassen, sichtbar, darunter Klatschmohn, Kornblumen, Borretsch und Thymian. Ein Paradies für Bienen – und eine notwendige Ausgleichsmaßnahme für Wohn- und Gewerbegebiete.

Dass Wildblumen am Nordhornsberg gepflanzt wurden, ist im Bebauungsplan 218 der Stadt Achim festgelegt, sagt Stadtbiologin Marion Rusch. Der umfasst die Neubaugebiete Schneiderburg, Steubenallee, Bierdener Kämpe, Am Bakenberg sowie das Gewerbegebiet Achim-Ost und einen Teil der Kläranlage.

3,8 Hektar Bienenweiden sind in den vergangenen Jahren als Ausgleichsmaßnahme für versiegelte Flächen in Achim entstanden, weiß Marion Rusch. Die Weiden sind Teil eines weitaus größeren Kompensationsflächen-Pools, der größtenteils aus Aufforstungen besteht. In Achim wurden innerhalb der letzten zehn Jahre mehr als 100000 Bäume neu gepflanzt, schätzt Rusch. „Aber manchmal gehen durch Baumaßnahmen nicht Wälder, sondern Wiesen verloren“, erklärt die Diplom-Biologin.

„Am Nordhornsberg ist es besonders schön für die Bienen, weil ringsum Maisanbau betrieben wird. Wenn im Herbst auf einen Schlag alles abgeerntet wird, verhungern die nämlich sonst schlicht“, betont Rusch. Die Bienenweiden werden nicht gemäht und bieten so im Winter auch Schutz für Hasen und anderes so genanntes Niederwild.

Bis in die 70-er Jahre kannte man solche Ausgleichspflanzungen noch nicht. Eine bundesweite gesetzliche Grundlage sei erst mit dem Bewusstsein entstanden, dass Schutzgüter aufgebraucht werden können. Dabei gilt: „Es muss das entstehen können, was zerstört wird“, so Rusch. Darum ist das Verhältnis zwischen Versiegelung und Ausgleichsfläche auch immer unterschiedlich: Nicht 1:1, sondern oftmals 1:3 oder 1:4. „Ein Wald wächst über Jahre“, stellt Rusch klar. Heißt: In jedem Bebauungsplan, den die Stadt aufstellt, muss die Kompensation neu festgelegt werden. Das macht Ansiedlungen dort besonders schwierig, wo geschützte Arten, wie etwa Storch und Wachtelkönig, heimisch sind.

ldu

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