Grünen-Kandidat will sie noch verbessern

„Die Stadt hat unheimlich viel Positives“

Torsten Pickert. - Foto: Mix

Achim - „Reden, was man besser machen kann, tun sie alle“, sagt Torsten Pickert. „Ich suche nun die Chance, mitzuentscheiden, was in Achim gestaltet werden soll.“ Der 37-Jährige, der infolge einer frühkindlichen Nervenlähmung im Rollstuhl sitzt, aber geistig keineswegs beeinträchtigt ist, kandidiert für Bündnis 90/Die Grünen.

Man sollte an Achim nicht immer nur herummäkeln, findet er. „Die Stadt hat unheimlich viel Positives“, betont Pickert und nennt zum Beispiel „ein gutes menschliches Miteinander“. Das möchte er mindestens erhalten.

Vor allem mit Blick auf den Weserradweg würde ein Ratsherr Pickert „die Fahrrad- und E-Mobilität ausbauen“. Damit meint der junge Mann das Beseitigen von Holperstrecken im Stadtgebiet und die Schaffung eines engen Netzes von Ladestationen und Wechselakkus..

Zudem ist es Torsten Pickert ein „Anliegen, ein Bewusstsein für gesunde Ernährung zu entwickeln und keinen weiteren Raubbau an der Natur zu betreiben“. Das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat gehört nach seiner Überzeugung verboten.

Mit seiner Körperbehinderung geht der im fränkischen Erlangen geborene Torsten Pickert recht offen, gelassen und positiv um. Seit seinem fünften Lebensjahr, seit dem Umzug der Familie nach Achim 1983, sitze er im Rollstuhl. „Es ist ein Geschenk, dass ich praktisch im Leben nichts anderes kenne“, sagt er. „Und ich habe mich noch nie ausgegrenzt gefühlt.“

In seiner Beweglichkeit ist Pickert, der nach dem Abitur am Verdener Domgymnasium in Bremen Politikwissenschaft, Anglistik und Amerikanistik studierte, allerdings stark eingeschränkt. „Ich kann mir selbst keine Flasche aufmachen oder alleine zur Toilette gehen.“

Seit er 2011 das Elternhaus verlassen und eine eigene Wohnung an der Bergstraße bezogen hat, greift ihm jeden Tag für mehrere Stunden eine Kraft von der Lebenshilfe im Landkreis Verden unter die Arme. Dort ist der Akademiker übrigens auch mit einer halben Stelle berufstätig und erledigt einen Teil der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Verein.

Ehrenamtlich wirkt Torsten Pickert für die Lebenshilfe im Kreisbehindertenbeirat mit. Und er ist auch im Achimer Senioren- und Behindertenbeirat, bei dem sein Vater Knut als Sprachrohr fungiert.

In seiner Freizeit fotografiert der 37-Jährige häufig, „besonders Natur und Tiere“, und er liest gerne: „Krimis, Thriller und Pferdebücher“.

Die sensiblen Vierbeiner haben es ihm angetan. Das therapeutische Reiten jede Woche ist für Torsten Pickert nach eigener Aussage ein Hochgenuss. „Pferde haben ein besonderes Gespür für andere Wesen.“ - mm

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