Stadt plant Wohncontainer an Steuben-Allee

„Vor vollendete Tatsachen gestellt“

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Noch liegt das 15000 Quadratmeter große Gelände zwischen Steuben-Allee und Bahnschienen brach. Hier der Blick auf die andere Straßenseite zu den alten Bundeswehrhäusern.

Achim - Ob aus Syrien, Eritrea oder dem Sudan – viele Menschen, deren Leib und Leben in ihrem Herkunftsland bedroht sind, wagen sich weiterhin auf den beschwerlichen Weg nach Europa und hoffen hier auf eine bessere Zukunft. Die Schreckensmeldungen über das Flüchtlingselend brachten auch Manfred Huhs ins Nachdenken. Da in Achim weiterhin Wohnraum für Flüchtlinge fehlt, schlug der Gesellschafter der „Achimer Stadtwald GmbH“ vor, Wohncontainer am Stadtwald aufzustellen.

Das riesige Gelände zwischen Steubenallee und Bahnschienen (auf der anderen Straßenseite sind die alten Bundeswehrhäuser), hatte Huhs an die freikirchliche „Reset Church“ veräußert. Wie berichtet, möchte die Kirchengemeinde dort bauen, benötigt dafür aber nicht die ganze 15000 Quadratmeter große Fläche. Auch die Kirchengemeinde war sofort mit Huhs‘ Vorschlag einverstanden, sagt er. Der Standort sei zudem wegen seiner zentralen Lage – nah an der Autobahn, mit Geschäften in Reichweite – gut geeignet.

Das sieht ein 61-jähriger Anwohner anders. Er sei aus allen Wolken gefallen, als ihm Nachbarn die Einladung zu einem Info-Abend der Stadt Achim zeigten, die Anwohner der Straßen „Steuben-Allee“ und „Alte Finien“ erhalten hatten. Am Dienstag, 23. Juni, sollen sie in der Stadtwaldschule über die Einrichtung von Wohncontainern für Flüchtlinge und das Bauvorhaben der Reset Church informiert werden. Er selbst ist Hauseigentümer am Loki-Schmidt-Weg. „Das wurde uns als exzellentes Baugebiet verkauft“, wettert der Achimer. Würden Flüchtlinge in der Nachbarschaft einziehen, hätte sein Haus dann nur noch den halben Wert. Mit dieser Meinung sei er nicht allein: Weil sie einen Anstieg der Kriminalität in ihrem Viertel befürchteten, hätten andere Anwohner schon gedroht auszuziehen. Zudem bemängelt er, dass die Stadt nicht alle Anrainer des Neubaugebiets über die Pläne informiert hatte: „Ich fühle mich vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Manfred Huhs schämt sich dafür, wie teilweise mit dem Flüchtlingsproblem umgegangen werde: „Ich verstehe nicht, wenn sich jemand davon belästigt fühlt.“

ldu

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