Stadt-Antrag bei Landesschulbehörde

Ratsmehrheit will eine IGS in Achim haben

Achim - Die deutliche Mehrheit im Stadtrat will weiterhin in Achim eine Integrierte Gesamtschule (IGS) haben. SPD, Grüne, WGA und Linke beauftragten in der Sitzung am Donnerstagabend die Stadtverwaltung, einen Antrag auf Errichtung einer IGS zum Schuljahr 2017/2018 bei der Landesschulbehörde zu stellen. Die neue Lehr- und Lernstätte soll die Haupt- und die Realschule vor Ort ersetzen und als Ganztagsschule geführt werden.

Den 22 Befürwortern einer IGS in Achim standen elf Ratsmitglieder gegenüber, die das ablehnen. Die Vertreter von CDU und FDP sowie Bürgermeister Rainer Ditzfeld (parteilos) sehen in einer Oberschule (OBS) eine bessere Alternative.

Die unterschiedlichen Haltungen in dieser seit Jahren kontrovers diskutierten Frage waren in der Ratssitzung noch einmal kundgetan worden. Vor der Abstimmung lieferten sich die beiden unversöhnlichen Lager erneut einen heftigen Schlagabtausch.

Die SPD stehe nicht zu ihrem Wort, das Ergebnis der Elternbefragung zur künftigen Schulform anstelle der Liesel-Anspacher-Schule, für die es immer weniger Anmeldungen von Schülern gibt, und der benachbarten Realschule zu beachten, kritisierte Christdemokratin Isabel Gottschewsky. Dabei sei die vom Land vorgegebene Stimmenzahl für den Betrieb einer mindestens vierzügigen IGS weit verfehlt worden. „Logische Konsequenz des Ergebnisses wäre ja wohl eine OBS.“

In Achim gebe es eine „enorm starke Gruppe von Nicht-Gymnasiasten“, entgegnete SPD-Fraktionschef Herfried Meyer. Mit dem Antrag solle bei der Landesschulbehörde in Lüneburg abgeklärt werden, ob die „Option IGS“ in der größten Stadt des Landkreises Verden doch noch möglich sei. „Mit ihren individuellen Fördermöglichkeiten ist sie aus unserer Sicht die bessere Schulform.“

WGA und FDP, die im Rat eine Gruppe bilden, bezogen unterschiedliche Positionen. „Eine IGS mit Oberstufe würde eines der beiden Gymnasien in Achim zerstören“, meinte FDP-Ratsherr Günther Krebs. „Wir sollten alle Möglichkeiten ausschöpfen, eine IGS hinzubekommen“, erwiderte dagegen Wolfgang Heckel (WGA).

Würdiges Gedenken: Ein Foto, eine Rose und auch eine brennende Kerze erinnerten am Platz von Anne Quillfeldt an die am 21. Februar verstorbene Ratsfrau.

Bei der Befragung hätten sich immerhin doppelt so viele Eltern für eine IGS als für eine OBS ausgesprochen, merkte Silke Thomas (Grüne) an. „Und es ist doch Blödsinn, dass das Land für die Errichtung einer IGS Hürden aufbaut, die es für eine OBS nicht gibt.“ Zu Beginn der Sitzung hatten sich alle Anwesenden von ihren Plätzen erhoben und der am 21. Februar unerwartet mit 48 Jahren verstorbenen Ratsfrau Anne Quillfeldt (SPD) gedacht. Ratsvorsitzender Hans-Jürgen Wächter sprach von einem „tiefen Einschnitt“ nicht nur für das politische Achim und würdigte den ehrenamtlichen Einsatz der langjährigen Vorsitzenden des Schulausschusses.

mm

Rubriklistenbild: © dpa

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