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Stadt Achim tritt für weitere drei Jahre dem Bildungsverbund Schule-Beruf bei

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Von: Michael Mix

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Die Integrierte Gesamtschule Achim, hier Direktorin Kerstin Albes-Bielenberg in einer Klasse, schätzt die Arbeit des Bildungsverbunds. archiv
Die Integrierte Gesamtschule Achim, hier Direktorin Kerstin Albes-Bielenberg in einer Klasse, schätzt die Arbeit des Bildungsverbunds. archiv © Mix

Achim – Lehrstellen waren jahrelang knapp. Jugendliche mit nicht allerbestem Schulabschluss traten häufig notgedrungen eine Ausbildung zweiter oder dritter Wahl an oder guckten sogar ganz in die Röhre. Inzwischen hat sich das Verhältnis umgekehrt. Unternehmen und auch öffentliche Arbeitgeber suchen händeringend nach geeigneten Auszubildenden, um möglichst mit „Bordmitteln“ den Mangel an Fachkräften beheben zu können.

Denn egal ob Ingenieure oder Erziehungspersonal – auf zahlreichen Berufsfeldern fehlt es an Nachwuchs. Mancherorts verschärft sich das Problem noch dadurch, dass junge Menschen die Gegend als wenig spannend und zukunftsträchtig empfinden und deshalb abwandern.

Um alldem möglichst zu begegnen, gibt es im Landkreis Verden seit 2011 den Bildungsverbund Schule-Beruf. Die Stadt Achim, Trägerin der örtlichen IGS, hält das „Instrument“ für sinnvoll und wird es weiterhin finanziell unterstützen. Der Schulausschuss des Rates stimmte in seiner jüngsten Sitzung geschlossen dafür, die Ende 2022 auslaufende Kooperationsvereinbarung um drei Jahre zu verlängern.

„Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es von besonderer Bedeutung, junge Menschen zu einer Ausbildung beziehungsweise Studium und einer anschließenden Berufstätigkeit hier in der Region zu motivieren“, erläutert Inge Möcker von der Stadtverwaltung in der Beschlussvorlage für die Politik. Und dazu könne eben der Bildungsverbund erheblich beitragen.

Für die Jugendlichen sei eine gelungene Schul- und Berufsausbildung für eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung unverzichtbar. „Regionale Unternehmen brauchen für eine Ausbildung gut vorbereitete Auszubildende. Nur so können wir gemeinsam dem Fachkräftemangel begegnen.“ Dies solle mit dem Netzwerk Bildungsverbund Schule-Beruf erreicht werden, in dem sich Akteure aus Kommunen, Schulen, Wirtschaft und Institutionen im Bereich der berufsorientierten Bildung zusammengeschlossen haben.

Inzwischen sind alle Städte, Gemeinden und Schulen der Sekundarstufe I und II im Landkreis mit „im Boot“. Die Mitgliedskommunen des Bildungsverbunds finanzieren die Stelle einer Bildungskoordinatorin (20 Stunden) und einer Verwaltungskraft (5 Stunden). Der Beitrag für den Landkreis und die Städte Achim und Verden beträgt jeweils jährlich 10 000 Euro, während die sechs Gemeinden nur die Hälfte zahlen.

Für die Mitglieder des Bildungsverbunds Schule-Beruf stehen nach Angaben von Möcker folgende Arbeitsbereiche im Vordergrund:

– frühzeitige, kontinuierliche und erfolgreiche Berufs- und Studienorientierung in der Schule,

– Koordination der Qualitätsentwicklung im Übergang Schule-Beruf,

– Fortsetzung von erfolgreichen bestehenden und Entwicklung von neuen gemeinsamen Projekten zur Verbesserung der (individuellen) Berufsorientierung, je nach festgelegten Arbeitsschwerpunkten. Es gibt mehrere Arbeitsgruppen: AG Zusammenarbeit mit Eltern, AG Schnittstelle Schule-Wirtschaft, AG Diversität und AG Monitoring & Evaluation.

Neu eingerichtet wird zukünftig ein Bildungsfonds zugunsten der Schulen, die Mitglied im Verbund sind. Damit sollen zusätzliche finanzielle Handlungsspielräume eröffnet werden. Möcker zufolge sind verschiedene Möglichkeiten zur Verwendung und Nutzung des Bildungsfonds durch die Lernstätten denkbar: „Beispielsweise haben Schulen konkrete Vorschläge zu Projekten und damit einhergehenden Maßnahmen, oder das Bildungsbüro bietet Veranstaltungen an, ohne dass eine Schule direkt den Anstoß dazu gegeben hat.“ Das könne zum Beispiel in Form von Praxisforen, Bildungskonferenzen oder thematischen Veranstaltungen geschehen. Der Bildungsfonds wird durch den Landkreis Verden mit jährlich 10 000 Euro finanziert.

Die IGS Achim hält den Verbund für sinnvoll. „Die Schule sieht in ihrer Mitgliedschaft positive Effekte durch eine intensive Vernetzung einzelner Schulen im Landkreis auf Grundlage stattgefundener Workshoparbeit im Hinblick auf eine Weiterentwicklung der Berufsbildungskonzepte und -orientierung“, erklärt Direktorin Kerstin Albes-Bielenberg. Das Hinzuziehen externer Referentinnen und Referenten mit einem Blick „von außen“, einem fachlichen Input mit anschließendem Austausch und Diskussionen seien für Schulen, insbesondere für die sich noch im Aufbau befindende IGS Achim, von außerordentlicher Bedeutung.

„Die praktische Unterstützung durch die Einrichtung einer Online-Plattform als Ergebnis des Bildungsverbunds bietet zur Vermittlung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen für unsere Schülerinnen und Schülern eine große Hilfe, die gern und gut genutzt wird“, erläutert Albes-Bielenberg weiter. Aktuelle Schwerpunktthemen und Bedarfe von schulischer Seite würden stets von der Einrichtung aufgegriffen und in Veranstaltungen tiefgreifend behandelt.

Dorothee Danèl (Grüne), früher Elternsprecherin an der IGS und im Schulausschuss, regte in der Sitzung an, dass der Bildungsverbund auch Jugendliche mit Beeinträchtigungen bei der Berufsorientierung unterstützen sollte. Erster Stadtrat Daniel Moos versprach, das Anliegen weiterzugeben.

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