„Ganzheitlich gebildete Persönlichkeit“ als Ziel

Achim stellt neues Konzept für Kinder- und Jugendarbeit vor

Achim - Die Stadt Achim will ihre Kinder- und Jugendarbeit künftig stärker in Richtung der Schulen entwickeln. „Weltweite Megatrends“ wie Vernetzung, Mobilität, Globalisierung und Individualisierung sollen dabei berücksichtigt werden, informierte Till Bräkling, Leiter des Fachdienstes Kinder und Jugend bei der Stadt, in der gemeinsamen Sitzung des Schul- und Sozialausschusses.

Ein unter anderem mit Vertretern aus den Ratsfraktionen und der Verwaltung besetztes Koordinationsteam wolle dem Konzept „Jugend und Bildung in Achim“ einen neuen Akzent verleihen. Auch mit den Leitungen der örtlichen weiterführenden Schulen sei darüber diskutiert worden.

„Es geht um eine ganzheitlich gebildete Persönlichkeit“, berichtete Bräkling und erläuterte: Kreativ und empathisch zu sein sowie mit Rückschlägen umgehen zu können, zählten zum Beispiel dazu.

Till Bräkling hält „offene und experimentelle Angebote“ für wichtig. Ergänzend zur Sozialarbeit und Präventionsprojekten an den Schulen. Diese sollten zu „Lern- und Lebensorten“ ausgebaut werden.

Wie bisher soll die Kinder- und Jugendarbeit in Achim im Wesentlichen auf zwei Säulen beruhen. Zum einen wird sie laut Bräkling von einer Vielzahl ehrenamtlicher Kräfte in Vereinen und Verbänden geleistet, wofür die Stadt einen jährlichen Zuschuss in Höhe von mehr als 50 000 Euro zahle. Auf der anderen Seite hat die Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (Sofa) hauptamtlich beschäftigte Pädagogen und Sozialarbeiter im Jugendtreff an der Langenstraße und anderen Einrichtungen im Einsatz. Dafür erhält der Verein Sofa von der Stadt einen Zuschuss in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr.

Für seine Ausführungen wurde Bräkling von den Mitgliedern der Fachausschüsse des Stadtrates gedankt, aber es gab auch Kritik. „Bei dem Konzept ist mir die Bedeutung der Familie etwas untergegangen“, bemängelte Petra Gölz (CDU-Fraktion). So kümmerten sich gerade viele Großeltern ganz wunderbar um ihre Enkel und könnten bei der Kinder- und Jugendarbeit der Stadt „stärker eingebunden werden“.

Darüber hinaus stellte Gölz eine Angebotslücke zwischen der Familienwerkstatt im Kita-Bereich und der Jugendarbeit fest. Grundschüler blieben außen vor. Was Till Bräkling zurückwies und das Mädchenmobil Emma beispielhaft anführte.

Petra Geisler (SPD) kam auf das Stichwort „ganheitlich gebildete Persönlichkeit“ zu sprechen. Es sei traurig, wenn eine öffentliche Einrichtung Kindern so etwas wie Empathie beibringen müsse, meinte sie. „Das sollte doch eigentlich zu Hause vermittelt werden.“

Ihr Fraktionskollege Werner Wippler sah es allgemein als kritisch an, immer mehr an Aufgaben in die Schulen zu verlagern. „Wenn es Ziel ist, dort den Betrieb bis 16.30 Uhr auszudehnen, dann fehlt den Kindern und Jugendlichen doch die Zeit für die Familie oder um in einem Verein aktiv zu sein.“

Schule allein könne keine ganzheitliche Bildung erreichen, antwortete Till Bräkling. Aber mit den neuen, veränderten Angeboten wolle die Stadt „auch ein Gegengewicht zum ausufernden Medienkonsum schaffen“.

mm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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