Bürgermeister verfehlt nur knapp absolute Mehrheit

Achim: Ditzfeld trifft in Stichwahl auf Fischer

Mit klarem Vorsprung vorne: Rainer Ditzfeld.
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Mit klarem Vorsprung vorne: Rainer Ditzfeld.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld muss ins Stechen gegen Dr. Nadine Fischer. Mit dem Ergebnis hätte er trotzdem nicht gerechnet. So lief die Kommunalwahl.

Achim – „Ich habe absolut nicht mit dem Ergebnis gerechnet und bin perplex“, sagt Bürgermeister Rainer Ditzfeld (59) im Gespräch mit dieser Zeitung zu den 48 Prozent der Stimmen, die er bei der Bürgermeisterwahl errungen hat. Denn SPD und CDU, die beiden stärksten Fraktionen im Stadtrat, hätten ja jeweils eigene Kandidatinnen aufgestellt gehabt. Nichtsdestotrotz sei es ihm gelungen, sein persönliches Resultat im Vergleich zur ersten Kandidatur 2014 um 15 Prozentpunkte zu steigern, bevor der Parteilose dann in der Stichwahl gegen Bernd Junker (SPD) mit 62,3 Prozent triumphierte.

Ditzfeld staunt am Rande einer kleinen Party im Familienkreis besonders über sein Ergebnis in Uphusen. „Ich habe dort 49 Prozent bekommen“, freut er sich. Dabei sei Uphusen doch die Heimstatt von CDU-Kandidatin Nadine Fischer und der Bürgerinitiative gegen „Achim-West“. „Ich hatte erwartet, dass sie mit ihren vielen Plakaten und Podcasts einen höheren Stimmenanteil als nur gut 25 Prozent erzielt.“ Viele Unternehmen, gerade aus Uphusen, die sich gerne im geplanten Gewerbegebiet Achim-West ansiedeln würden, hätten ihm sogleich Glückwünsche geschickt. In dem „fairen Wahlkampf“, wie der Bürgermeister hervorhebt, sei er seiner Linie treu geblieben. Insbesondere sein Bekenntnis zum Projekt „West“ habe sich für ihn ausgezahlt, glaubt Ditzfeld. Da er ja nur „haarscharf“ an der absoluten Mehrheit von 50 Prozent der Stimmen vorgeschrammt sei, rechne er sich gute Chancen für die Stichwahl am 26. September aus.

Youngster im Feld: Marcel Dominic Bandowski.

Das macht allerdings auch Dr. Nadine Fischer, die am Sonntag mit 25,1 Prozent den zweiten Platz erreichte. „Die Stichwahl ist für mich völlig offen“, bekundet die 33-Jährige, die diesen Erfolg mit der CDU beschwingt im Hotel Gieschen feiert. Die Themenpalette von „Achim-West“ über mangelnde ärztliche Versorgung im Stadtgebiet bis zu Schulen wolle sie bis dahin beibehalten. Fischer, die als Parteilose von der CDU ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus geschickt wurde und wird, spricht von einem „guten Wahlergebnis“. Damit hätten die Achimerinnen und Achimer gezeigt, „dass sie mit der Politik vor Ort und insbesondere mit Bürgermeister Ditzfeld nicht zufrieden sind“. Naja, immerhin auf die Hälfte der Wählerinnen und Wähler treffe das zu, relativiert sie nach Hinweis des Berichterstatters auf die 48 Prozent des Amtsinhabers. „Bürger und Bürgerinnen stehen für mich an erster Stelle“, betont Fischer. Mit denen habe sie „deutlich mehr Gespräche geführt“ als ihre SPD-Kontrahentin Cornelia Schneider-Pungs und sei deshalb bei der Wahl vor dieser gelandet.

Erreicht Platz zwei: Nadine Fischer.

Die 40-jährige Sozialdemokratin verpasste mit 23,4 Prozent der Stimmen den Sprung in die Stichwahl. „Mein eigenes Abschneiden ist kein Grund zum Feiern“, gibt sie beim Zusammensein mit Parteifreunden im Gasthaus „Alte Feuerwache“ zu. Aber sie könne nun hoffentlich zumindest ihre ehrenamtliche Arbeit in der Kommunalpolitik fortsetzen. Leider sei der Wahlkampf „in einem sehr engen Themenspektrum geblieben“, bedauert Schneider-Pungs, große Herausforderungen wie die Digitalisierung oder die Klimakrise „wurden ja kaum angerissen“. Die Bevölkerung scheue offenbar „nötige tiefgreifende Veränderungen“. Über den „deutlichen Vorsprung“ von Ditzfeld ist Schneider-Pungs „erstaunt. Offensichtlich waren die Achimerinnen und Achimer zufrieden mit seiner Arbeit“, gelangt sie zu einer vollkommen anderen Einschätzung als Fischer und fügt hinzu: „Für Rainer Ditzfeld freut es mich, wenn er die Chance bekommt, viele angefangene Projekte fortzuführen.“

Verpasst die Stichwahl: Cornelia Schneider-Pungs.

Marcel Dominic Bandowski, der Vierte im Kandidatenbunde, ist mit den von ihm geholten 3,6 Prozent „eigentlich zufrieden“. Der erst 28-Jährige trat für die Freien Wähler an und hat mutmaßlich eher jüngere Wähler angesprochen, „obwohl an meinem Wahlstand überwiegend ältere Leute waren“, wie Bandowski am Wahlabend erzählt. Wenn er den Sprung in den Stadtrat schaffe, „bin ich sehr zufrieden“.

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