Staatssekretärin will Rechtssicherheit für Dodenhof schaffen

Sondergebiet soll das Kaufhaus schützen

Staatssekretärin Daniela Behrens im Gespräch mit Dodenhof-Geschäftsführer Berndt Chylla: weiter auf dem Foto v. li.: Heiko Oetjen, Landrat Peter Bohlmann, Bernd Michallik und Landtagsabgeordneter Axel Miesner (CDU).
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Staatssekretärin Daniela Behrens im Gespräch mit Dodenhof-Geschäftsführer Berndt Chylla: weiter auf dem Foto v. li.: Heiko Oetjen, Landrat Peter Bohlmann, Bernd Michallik und Landtagsabgeordneter Axel Miesner (CDU).

Posthausen - Von Manfred Brodt. Nach Wirtschaftsminister Olaf Lies vor zwei Jahren hat nun auch seine Staatssekretärin Daniela Behrens (SPD) beim Besuch des Einkaufszentrums Dodenhof Klartext gesprochen. Bezogen auf die Expansion des Weserparks und die Ansiedlung des Möbelgiganten Höffner an der Landesgrenze und die Begrenzungen, die manche Dodenhof auferlegen wollen, sagte sie gestern: „Es geht nicht, dass Bremen sagt, was geht, und Niedersachsen danach handelt.“

Partnerschaftliche Zusammenarbeit „auf Augenhöhe“ fordert sie ein wie auch Landrat Peter Bohlmann.

Hintergrund ist, dass Bremen entgegen dem Moderationsvorschlag des Kommunalverbundes 50 000 Quadratmeter für das neue Möbelhaus am Weserpark mit 8000 Quadratmetern weiterem innenstadtrelevantem Sortiment genehmigt hat, obwohl der Kommunalverbund nur 5000 Quadratmeter gebilligt hatte. Nun will der Möbelinvestor nach Medienberichten nur kommen, wenn er 55 000 Quadratmeter Verkaufsfläche erhält. Das Land Bremen hat den Weserpark-Bereich einfach zum Sondergebiet erklärt und kann als Land ohne allzu große Rücksicht auf die Nachbarn machen, was es will.

Dodenhof dagegen mit seinen rund 120 000 Quadratmetern für alle Bereiche von Möbeln und Mode bis Technik, Sport, und Supermarkt ist an seine nach den alten Bebauungsplänen zugelassene Grenze geraten und will diese auch nicht überschreiten.

Allerdings hat Landrat Peter Bohlmann bei der Entwicklung des neuen Regionalen Raumordnungsprogramms festgestellt, dass das zuständige, vom grünen Landwirtschaftsminister geführte Ministerium Bedenken gegen die alten Bebauungspläne hat, die nicht mehr den heutigen ökologischen Standards entsprechen. Würden die Grenzen für Dodenhof jetzt enger gezogen, müsste dass Unternehmen theoretisch sogar zurückbauen, was auch der Bremer Senator Lohse schon angedeutet hatte. Das will Dodenhof-Geschäftsführer Berndt Chylla für die Inhaberfamilie und die mehr als 2000 Beschäftigten in Posthausen unter allen Umständen verhindern.

In der Staatssekretärin aus dem Wirtschaftsministerium hat er dabei eine Verbündete gewonnen. Sie unterstrich nach langen Gesprächen und einem Rundgang durch die Einkaufswelt gestern, dass Dodenhof sich in mehr als 100 Jahren jetzt in der vierten Generation vom kleinen Kaufmannsladen zu diesem Einkaufszentrum Schritt für Schritt durch Einfallsreichtum, Kundennähe und Service entwickelt habe und kein riesiger Klotz sei, den man einfach in die Landschaft gesetzt habe. Deshalb sei Rechtssicherheit für das Unternehmen zu schaffen, indem das Areal zum Sondergebiet erklärt werde. Sie wird sich im Kabinett und in der Monopolregion dafür einsetzen und das auch Ministerpräsident Weil mit auf den Weg geben für sein kommendes Gespräch mit Bremens Bürgermeister Sieling.

Dem Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen empfahl sie mit aller Diplomatie, sich selbst ernst zu nehmen, den Konsens zwischen den Partnern zu suchen und Absprachen auch einzuhalten,

Landrat Peter Bohlmann will mit dem Sondergebiet für Dodenhof im neuen Raumordnungsplan ebenso Chancengleichheit an der Landesgrenze herstellen. Damit würden die Planungs- und Baurechte für Dodenhof gesichert, „Diese sind unumkehrbar und kaum noch vermehrbar“, stellt er klar. Dodenhof-Geschäftsführer Berndt Chylla versicherte so auch, dass man nicht expandieren, sondern nur das Bestehende sichern wolle.

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