Alter Sanitärtrakt wird abgerissen / Nutzung der freien Fläche ist noch offen

Sporthotel direkt neben dem Achimer Freibad?

Der benachbarte schäbige Kiosk verschwindet ebenfalls.
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Der benachbarte schäbige Kiosk verschwindet ebenfalls.

Die Sanierung des Achimer Freibads ist mit dem Abriss des alten Sanitärtrakts so gut wie beendet. Er hatte fast 60 Jahre auf dem Buckel.

  • 60 Jahre alter Sanitärtrakt am Achimer Freibad dem Erdboden gleich gemacht
  • Neubau beinhaltet gemeinsamen Eingangs- und Sanitärbereich
  • Stellplatz für Wohnmobile auf der neuen Freifläche?

Achim – Das Achimer Freibad hat die Stadt in den vergangenen drei Jahren mit Millionenaufwand von Grund auf saniert und umgestaltet. Im vorigen Sommer konnten die Besucher erstmals auch den nahe des Parkplatzes und der Sportanlagen des TSV Achim neugeschaffenen Eingangsbereich mit Kasse, Umkleiden, Schließfächern, Duschen, Toiletten und Kiosk nutzen, unter Corona-Bedingungen. Störend ins Bild fiel noch der alte Sanitärtrakt auf der anderen Seite des Bades. Doch der verschwindet nun.

„Ich werde ihn nicht vermissen. Und vom übrigen Personal trauert dem auch keiner nach“, bekennt Sabine Schulz, Betriebsleiterin der Achimer Bäder, bei der Besichtigung der Baustelle. Denn das mehr und mehr verlotterte Flachdachgebäude bot nicht nur keinen schönen Anblick, sondern war auch innen längst marode. Erbaut 1962 zur Eröffnung des Freibads, hat es fast 60 Jahre auf dem Buckel.

Umkleideräume waren veraltet

„Das Gebäude entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen“, stellt Steffen Zorn, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung in der Verwaltung, auf Nachfrage dieser Zeitung fest. Die zwischenzeitlich erneuerten Schließfächer seien zwar noch in Ordnung gewesen, aber für die veralteten Umkleiden habe das nicht gegolten. „Auch waren die Leitungen für die Duschen und Toiletten zum Teil defekt“, listet Zorn weitere Mängel auf. Darüber hinaus habe für das Personal in der „Baracke“ nicht genügend Raum zur Verfügung gestanden. Auch der Kiosk, der im Laufe der Jahre an das Gebäude angegliedert wurde, entsprach nicht mehr aktuellen hygienischen Standards. „Mehr als Bratwurst und Pommes durften dort nicht gebrutzelt werden“, weiß Sabine Schulz. Der neue Kiosk habe moderne Lüftungsanlagen und biete vergleichsweise eine wesentlich breitere Speisekarte.

„Die Stadt hat auch eine Sanierung des alten Trakts geprüft“, berichtet Zorn. „Aber bis auf die Außenmauern hätte man alles erneuern müssen. Das hätte fast so viel wie ein Neubau gekostet.“

Der steht inzwischen an einem anderen Platz. Aus guten Gründen, wie Zorn erläutert. „Wir wollten einen zentralen, gemeinsamen Eingangs- und Sanitärbereich schaffen. Zudem brauchten wir vernünftige, gesetzeskonforme Räume für die Bediensteten und einen neuen Kiosk mit mehr Möglichkeiten.“

Abriss kostet 37 000 Euro

Eine Abbruchfirma aus Posthausen ist seit voriger Woche dabei, den im Laufe der Jahrzehnte von vielen Tausend Badegästen genutzten Funktionstrakt, der früher sogar eine Garderobe samt Personal beherbergte, dem Erdboden gleichzumachen. „Eternitplatten, also Asbest, und anderes teerhaltiges Material vom Dach und aus dem rückwärtigen Bereich müssen als Sondermüll entsorgt werden“, informiert Zorn. Insgesamt koste der „Rückbau“, der im Laufe dieses Monats abgeschlossen sein soll, 37 000 Euro. Anschließend werde das Areal eingeebnet, Rasen eingesät und umzäunt.

„Für den Freibad-Betrieb wird die Fläche nicht mehr benötigt“, erklärt Zorn. Was aus dem Gelände wird, sei noch offen und Sache der Kommunalpolitiker. „Eine Option ist, dort einen Wohnmobil-Stellplatz einzurichten.“ Deswegen blieben die Versorgungsleitungen auch in der Erde liegen. Ein Sporthotel hält Steffen Zorn an der Stelle ebenfalls für denkbar. Denn ein Investor habe sein Interesse bekundet, dort ein Fitnesscenter mit angegliedertem Wohn- und Übernachtungsangebot zu verwirklichen. „Allerdings würde dafür die vorhandene Fläche nicht ausreichen.“

Der fast 60 Jahre alte Funktionstrakt des Freibads wird jetzt dem Erdboden gleichgemacht. Eine Firma aus Posthausen erledigt den Abriss der Baracke.

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