Spielfreude der wilden Jungs steckt an

„Rapalje“ aus Groningen bringt Kasch-Publikum in Feierstimmung

Ob stehend oder auf dem Rücken liegend: Bei „Rapalje“ geht immer die Post ab, und es scheint der Nebel von schottischen Highlands manchmal über die Bühne zu ziehen.

Achim - „Rapalje“ wurde schon von der Polizei zu Auftritten eskortiert. Weniger aus kriminalistischen, vielmehr aus verkehrstechnischen Gründen.

Diesmal fanden die scheinbar wilden Jungs – Dieb, Gesang, Geige, Tin Whistle & Accordeon; David, Highlandpipes, Borderpipes, Tin Whistle & Low Whistle; William, Gesang, Gitouki, Mandoline, Bodhrán & Tee-Kisten-Bass, und Maceál, Gesang, Harmonicas, Gitouki, Bodhrán & Tee-Kisten-Bass – den Weg allein zum Auftritt im Achimer Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch).

Die Mitglieder der Gruppe sind überzeugte Kilt-Träger, und sie verfügen über eine beachtliche Anhängerschaft. Ein Teil davon traf sich im Großen Saal des Kasch. Kaum jemand jedoch war modisch auf der Höhe. Denn der hartgesottene Fan trägt ebenfalls Kilt.

Konzertoutfit: Kilt, lange Haare, luftige Sandalen

Die passende Beinbekleidung ist eines der Konzertmerkmale. Weitere sind lange Haare, luftige Sandalen und eine Spielfreude, die sich schnell überträgt und dauerhaft ansteckend bleibt.

Der Fan von „Rapalje“ will eine Zeitreise zu Orten, die bekannt sind oder noch der Entdeckung harren. Traditionals aus Irland, Schottland und den Niederlanden sind dafür treffliche Begleitmusik.

Aus Groningen stammend, startet „Rapalje“ immer wieder zu ausgedehnten Tourneen, um die musikalische Botschaft unters Volk zu bringen. Schnell war im Kasch der Funke auf die Zuhörer übergesprungen. „Rapalje“ glänzt nicht unbedingt mit musikalischen Finessen, sondern vielmehr mit der Direktheit kraftvoller Klänge und mit mehrstimmigem Gesang. Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht, hymnisches Potential Programm.

Sie wirken wie aus einer anderen Zeit

Doch zunächst einmal galt es, ein technisches Problem zu lösen. Verstärker waren ausgefallen. Die Jungs von „Rapalje“ beruhigten: „Akustisch geht auch.“ Musste aber nicht. Als die Technik wiederbelebt war, übten alle auf der Bühne Positionswechsel und trieben die Musik voran.

Stillstand ist nicht bei „Rapalje“. Wippen und Schnippen überall, bisweilen angedeuteter Tanz. Dann wurde „Whiskey in the Jar“ gesungen und die Schrittfrequenz erhöht.

Als „Rapalje“, die an einem neuen Album arbeiten, demnächst in Brasilien gastieren und dafür Portugiesisch lernen, das von den „Bots“ kreierte „Was wollen wir trinken (7 Tage lang)“ in ihrer Heimatsprache anstimmen, war die Frage des Abends nach dem Getränk längst beantwortet (Bier) und das Publikum in Feierstimmung.

„Rapalje“ wirken zwar wie aus der Zeit gefallen, geben sich dabei aber bodenständig mit Hang zu Träumereien. Nirgends gleicht Nebel auf der Bühne so sehr dem eines britischen Hochlands.

häg

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