Spezialtopf mit Tank für Blumen

Patente-„Sammler“ erfindet neuartiges Bewässerungssystem

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Georg Neumann mit dem von ihm entwickelten Spezialtopf mit Stützrohren und Wollzöpfen für die Kapillarwirkung sowie dem Wassertank darunter. 

Achim - Von Michael Mix. Wer keinen „grünen Daumen“ hat, bei dem haben Pflanzen oft nur ein kurzes Leben. Das gilt erst recht, wenn es wochenlang in den Urlaub geht und keiner da ist, der gekonnt die Blumen gießt. Also auf „Grüninseln“ und sprießende „bunte Vielfalt“ in den eigenen vier Wänden verzichten? Das muss nicht sein. Georg Neumann, Diplom-Ingenieur für Wasserwirtschaft, hat ein neuartiges, preisgünstiges Blumenbewässerungssystem erfunden und sich patentieren lassen.

„Ich habe zwölf Jahre lang daran getüftelt“, erzählt der Achimer. Seine Frau und überhaupt „ältere Semester“ hätten ein Händchen dafür, die für die Pflanzen erforderliche Wassermenge zu dosieren. „Aber die jungen Leute, die keine Zeit haben, gießen viel zu viel“, beobachtet der 81-Jährige immer wieder.

Um Abhilfe zu schaffen, habe er akribisch und ausdauernd geforscht, aber lange nicht die passende Lösung gefunden. „Bei einer mit Wasser gefüllten Schale oder Untertasse unter dem Blumentopf ersaufen die Pflanzen meist“, berichtet Neumann von einer „Fehlplanung“.

Doch der Ingenieur, der über Jahrzehnte ein Beratungsbüro betrieb und für Kommunen in Norddeutschland Straßen, Entwässerungssysteme und Kläranlagen plante, ließ nicht locker. „Mein Hobby sind Patente.“

Nummer 23 ist das Blumenbewässerungssystem. Neumanns jüngste Erfindung hat das Deutsche Patentamt in München vor wenigen Wochen, am 27. April, als „Gebrauchsmuster“ eingetragen.

„Man muss die Pflanze verstehen“

Bis es soweit war, probierte der Unternehmer im Ruhestand nicht nur dies und das aus, sondern stellte auch grundsätzliche Überlegungen an. „Man muss die Pflanze verstehen. Wenn sie aus dem Gewächshaus kommt, hat sie ein phantastisches Kleinklima genossen.“ Die trockene Luft im privaten Heim bereite ihr dann einen „Schock“.

Georg Neumann hat deshalb einen Spezialtopf entwickelt und einen darunter zu schiebenden Wassertank. „Damit wird eine Verdunstung ringsherum erzeugt, die Pflanze bekommt ein feuchtes Kleinklima“, erläutert er.

Durch vier Stützrohre am unteren Ende des Topfes werde das Wasser durch Kapillarwirkung hochgedrückt bis zu einer eingebauten Bewässerungsscheibe. Die kleinen Wurzeln der Pflanze krallten sich in diese weiche Platte und saugten soviel Nass weg wie sie je nach Lage des Standortes brauchten.

Auch längere Abwesenheit möglich

Neumann hat das System aber noch weiter verfeinert. „Es verfügt zusätzlich über zwei dicke Wollzöpfe, die mit der oberen Bewässerungsplatte verbunden sind.“ Wofür das? „Lässt die Kapillarwirkung infolge geringeren Wasserstands nach, übernehmen die Zöpfe das Saugen“, erklärt der „patente“ Mann.

Das System funktioniert auch in einem großen Übertopf. „Das ist ja bei einer längeren Abwesenheit wichtig.“

In Europa habe er leider keine Firma gefunden, die diese Töpfe und Tanks preisgünstig herstellen wollte oder könnte. „Sie werden nun aus Kunststoff in verschiedenen Farben in China gefertigt“, informiert der Erfinder, „zu einem Einkaufspreis von 2,12 Euro bei 5.000 Stück.“

Er suche jetzt nach einem Start-up-Unternehmen oder einer Handelsgesellschaft, die das Produkt deutschlandweit vertreiben wolle. „Der Markt dafür“, zeigt sich Georg Neumann (E-Mail: Georg.Neumann2@ewetel.net) überzeugt, „ist riesig.“

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