Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut: Achimer Imkerverein betroffen

Sperrgebiet für mindestens zwei Monate

Imkerchef Eckhard Jäger informierte jüngst beim Tag der Imkerei über Bienen. Archivfoto: Schmidt

Achim - Von Sandra Bischoff. Drei Bienenvölker in zwei Ständen des Achimer Imkervereins sind von der Amerikanischen Faulbrut betroffen. „Wir haben das zum Glück früh erkannt“, sagt der Vorsitzende Eckhard Jäger. Wie berichtet, hat der Landkreis Verden das Gebiet um den Standort zum Bienenseuchensperrbezirk erklärt.

Ein Bakterium verbreitet die Krankheit, sagt Landkreis-Veterinär Dr. Malte Thielking. „Das vermehrt sich über Sporen, die unheimlich lange haltbar sind und in kleinen Mengen überall vorkommen.“ Kommt es zu einer Anreicherung dieser Sporen, bricht die Krankheit aus. Das Fatale daran: Man erkennt die Faulbrut nur durch eine Probenentnahme. Das Bakterium befällt laut Jäger die Brut, die dann nicht mehr fliegen kann. Es komme also kein Nachwuchs mehr nach, das Volk werde stetig kleiner und könne sich schließlich nicht mehr verteidigen.

Im jüngsten Fall hatten sogenannte Futterkranzproben Hinweise auf die Bienenseuche, wie sie im Volksmund auch genannt wird, erbracht. Ein Teil davon hatte einen erhöhten Sporengehalt aufgewiesen. „Wir bieten unseren Mitgliedern in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit der Beprobung an“, erklärt Jäger. Dafür wird ein Löffel des in unmittelbarer Nähe des Brutnests gelagerten Honigs entnommen und ins Labor geschickt. Das Veterinäramt sei dabei immer mit im Boot. „Wir suchen den engen Kontakt zum Landkreis, um eben solche Krankheiten zu verhindern.“

Als sich herausstellte, dass ein Bienenstand in Embsen befallen war, ließ das Veterinäramt auch alle weiteren des Vereins beproben. Ein zweiter Stand war ebenfalls betroffen, bei allen anderen war das Ergebnis negativ. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass ein nicht im Verein organisierter Imker das Bakterium in einem seiner Stände habe. „Ich hoffe, der Aufruf des Landkreises war laut genug, dass jeder seine Bienenstände innerhalb des Sperrgebiets meldet.“

Wichtig ist es laut Thielking, dass nicht nur die betroffenen, sondern auch die benachbarten Stände gründlich gereinigt werden – saniert, wie es im Fachjargon heißt. „Die Bienen bekommen einen desinfizierten Stock mit neuem Material“, erklärt der Tierarzt das Vorgehen. Die Biene habe das Bakterium innerhalb eines Tages verdaut und könne unbeschadet weiterleben.

Insgesamt 50 Völker haben Jäger und seine Mitstreiter saniert. „Das ist eine Menge Arbeit.“ Dennoch sei dies die einzige Möglichkeit, die Faulbrut wieder loszuwerden, sind sich der Imker und der Veterinär einig, denn die Bienen sind schlau. „Sie sind auf Ertrag gezüchtet und holen sich auch gerne Honig aus der Nähe, räumen also auch andere Bienenstöcke aus. Dann kann eine solche Krankheit schnell zu einem Flächenbrand werden“, erklärt Jäger. Mindestens zwei Monate ist das Gebiet rund um den Achimer Imkerverein nun Sperrgebiet. Es ist nicht die erste Amerikanische Faulbrut bei den Achimer Imkern. Die letzte Erkrankung liegt laut Jäger einige Jahre zurück. Damals habe ein nicht organisierter Imker die Krankheit in seinen Bienenstöcken gehabt, der nicht beprobt worden war, weil ihn niemand kannte.

Der Verzehr des Honigs, der von erkrankten Bienen stammt, ist laut Thielking völlig ungefährlich, weil die Sporen nicht auf den Menschen übertragbar sind. Allerdings sollte man grundsätzlich vermeiden, Bienen mit Honig zu füttern. „Das ist fatal, weil im importierten Honig häufig viele dieser Sporen nachweisbar sind.“

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