Parteibasis folgt Votum des Vorstands

SPD Achim stellt Cornelia Schneider-Pungs als Bürgermeisterkandidatin auf

Blumen für die nun offizielle Kandidatin: Achims SPD-Vorsitzender Wilfried Hirschmann gratulierte der fast einstimmig von den Parteimitgliedern ins Rennen um die Bürgermeisterwahl geschickten Cornelia Schneider-Pungs mit einem Strauß roter Rosen und wünschte ihr für die kommenden Wochen und Monate viel Glück.
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Blumen für die nun offizielle Kandidatin: Achims SPD-Vorsitzender Wilfried Hirschmann gratulierte der fast einstimmig von den Parteimitgliedern ins Rennen um die Bürgermeisterwahl geschickten Cornelia Schneider-Pungs mit einem Strauß roter Rosen und wünschte ihr für die kommenden Wochen und Monate viel Glück.

Achim – Der Vorschlag des Achimer SPD-Vorstands, Cornelia Schneider-Pungs als Bürgermeisterkandidatin aufzustellen, ist bei der Parteibasis auf fruchtbaren Boden gefallen. Bei einer Mitgliederversammlung am Montagabend im Gasthof Zur Linde warf keine weitere Person ihren Hut in den Ring, und in geheimer Wahl stimmten 29 Anwesende für die 40-Jährige, es gab eine Enthaltung.

Damit hat Amtsinhaber Rainer Ditzfeld (59, parteilos) bei der Wahl am 12. September mit SPD-Bewerberin Schneider-Pungs und CDU-Kandidatin Dr. Nadine Fischer (33) zwei deutlich jüngere Frauen als Herausforderinnen.

„Ich bin wahnsinnig froh, dass wir uns hier live und in Farbe treffen können“, bekannte die Sozialdemokratin zu Beginn der Veranstaltung als sie sich den versammelten „Genossen“ vorstellte. Und auch, dass ihre Anfang Mai gestarteten Online-Formate jeden Mittwoch um 18 Uhr „noch nicht so von den Bürgern angenommen werden, wie ich mir das erhofft hatte“. Deshalb wolle sie künftig wohl stattdessen telefonische Sprechstunden anbieten, „und ich will in den nächsten Wochen und Monaten in jedem Ortsteil präsent sein“.

Die Lust, sich für die Gemeinschaft einzusetzen, sei bei ihr während der beruflichen Tätigkeit in Hannover geweckt worden. Schneider-Pungs schilderte, wie sie als ehemalige persönliche Referentin von Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) mitbekommen habe, wie politische Arbeit funktioniert. „Das hat mich nicht mehr losgelassen.“ Seit 2016 gehört die 2010 in die SPD eingetretene Cornelia Schneider-Pungs dem Stadtrat an. „Dort habe ich bisher nicht groß das Wort geführt“, räumte die gebürtige Achimerin selbstkritisch ein. Aber es sei auch schwierig, die ehrenamtliche Ratsarbeit und den Beruf unter einen Hut zu bringen. Die Ex-Lehrerin, die unter anderem in Bologna Sprachen studiert hatte und deshalb bekennender Italien-Fan ist, kümmert sich für die Firma Microsoft um die digitale Ausstattung von Schulen in Deutschland.

Unter dem Titel „Fit für die Zukunft: Achim 2030“ hat Schneider-Pungs ein Vier-Punkte-Programm für den Wahlkampf entworfen. Ganz oben steht für die SPD-Kandidatin „Mehr Miteinander“. Nicht nur infolge der Corona-Pandemie sei Achim „in Grüppchen und Einzelpersonen zerfallen“. Sie wolle eine „größere Stadtgemeinschaft zimmern“. Dafür gelte es, das ehrenamtliche Engagement zu stärken, Vereine, Anbieter von Kultur und Sport zu unterstützen, sowie Menschen anderer Herkunft und Behinderte besser zu integrieren. Um ein größeres Miteinander von Jung und Alt zu erreichen, hält Cornelia Schneider-Pungs den Bau von Mehrgenerationenhäusern in Achim für sinnvoll. „Aber auch, weil die exorbitant durch die Decke gehenden Wohnungspreise nicht länger hinnehmbar sind.“

„Bessere Bildungschancen“, ist der zweite Punkt überschrieben. Die Ausstattung und das Management von Schulen und Kitas müssten bei der Stadt Priorität genießen, fordert Schneider-Pungs. Sie will zudem „Ganztags-Angebote und attraktive Jugendarbeit in Kooperation mit Vereinen sicherstellen, um Jugendlichen ein stabiles soziales Umfeld zu bieten“. Als Bürgermeisterin stünde sie für „mehr Chancengleichheit durch bessere Bildung, verlässliche Betreuung für alle und lebenslanges Lernen“.

Aber auch für „nachhaltige Wirtschaft und Verwaltung“. Bauvorhaben und Projekte wie „Achim-West“ müssten klima- und umweltverträglich mit „Null-Energie-Infrastruktur beziehungsweise alternativer Energiegewinnung“ umgesetzt werden. Alternative Mobilität wie E-Carsharing, Bahn-, Bus- und Fahrradverkehr will Schneider-Pungs fördern, dazu mehr Bäume pflanzen und Blühstreifen anlegen. Auch die Innenstadt möchte sie stärker begrünen und „durch Umwidmung von Gewerbeflächen“ und Veranstaltungen mehr beleben.

„Digital durchstarten“ heißt der vierte und letzte Punkt in ihrem Wahlprogramm. In der heutigen Zeit vorhandene diesbezügliche Potenziale für die Achimer Wirtschaft und Verwaltung müssten besser genutzt werden, findet die IT-Spezialistin. Auf dem Chefsessel im Rathaus würde sie „gezielte Initiativen für digitale Gründer“ anschieben, aber auch „barrierefreie Online-Bürgerservices, intelligente, automatisierte und transparente Verwaltungsprozesse“ schaffen wollen. Als Ziel formuliert die 40-Jährige, die mehrere Fremdsprachen beherrscht und ihrer Freizeit gerne liest und joggt, eine „digitale Bildungsstadt Achim“.

Auch auf den Listen für die Kreistags- und Stadtratswahlen, die ebenfalls am 12. September stattfinden, marschiert Cornelia Schneider-Pungs vorneweg. Die Anwärterin für den Bürgermeisterposten soll das Zugpferd für die SPD Achim sein, die mit rund 140 Mitgliedern die zahlenmäßig größte Partei im Stadtgebiet ist und auch im Rat seit Jahrzehnten die größte Fraktion stellt. Die Sozialdemokraten haben also erneut die „Pole-Position“ zu verteidigen. Für den Stadtratswahlbezirk Achim-Ost nominierte die Mitgliederversammlung Schneider-Pungs zur Spitzenkandidatin. Auf Platz zwei folgt Vorsitzender Wilfried Hirschmann. Im Wahlbezirk Achim-West führt Fraktionschef Herfried Meyer die Liste der SPD an.

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