Achim: Sparkasse zieht auf das Lieken-Gelände um

Kein Neubau am Kreisel / Mini-Filiale am jetzigen Standort

Ein „Beratungshaus“ für Achim und den Nordkreis will die Kreissparkasse von 2023 an in Räumen eines Büro- und Geschäftsgebäudes auf dem Lieken-Gelände betreiben. grafik: KSK
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Ein „Beratungshaus“ für Achim und den Nordkreis will die Kreissparkasse von 2023 an in Räumen eines Büro- und Geschäftsgebäudes auf dem Lieken-Gelände betreiben. grafik: KSK

Anders als geplant baut die Kreissparkasse in Achim nicht neu. Sie mietet Räume an und zieht auf das neue Lieken-Gelände.

  • Geldinstitut plant Beratungshaus auf vier Etagen
  • Kleine Filiale in der Fußgängerzone bleibt bestehen
  • Bürgermeister Ditzfeld will Achims Mitte neu gestalten

Achim – Die Kreissparkasse (KSK) Verden hat die Pläne für eine neue große Geschäftsstelle am Gieschen-Kreisel in Achim beerdigt und will stattdessen ein „Beratungshaus“ auf dem Lieken-Gelände in angemieteten Räumen auf vier Etagen eröffnen. Am bisherigen Standort in der Fußgängerzone verbleibt eine kleine Filiale. In einem Großteil dieses Gebäudes an der Obernstraße 51, das die KSK verkauft, will ein Investorentrio Platz für Einzelhandel schaffen.

„Das ist eine gute Lösung für alle Beteiligten – für die Stadt, für die Sparkasse und für ihre Kunden“, sagte Silke Korthals, Vorstandsvorsitzende des Geldinstituts, am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Achimer Rathaus. Der neben ihr sitzende Gastgeber, Bürgermeister Rainer Ditzfeld, freute sich diebisch über diese etwas unerwartete Wende, nachdem die KSK vor gut einem Jahr schon die Idee aufgegeben hatte, am Kreisel einen Neubau zu errichten.

Automatenfiliale für Laufkundschaft an der Achimer Obernstraße

„Wir werden unser Gebäude, das die Stadt ja lieber für Einzelhandel haben möchte, freigeben“, begann Korthals ihre Ausführungen. Dennoch solle dort, dann auf angemieteter kleiner Fläche von etwa 250 Quadratmetern, eine Filiale mit Automaten „für die Laufkundschaft“ erhalten bleiben. Die Achimer Hauptgeschäftsstelle, in die auch das jetzt noch an der Obernstraße 33 residierende Immobiliencenter integriert wird, werde jedoch auf das Lieken-Gelände umziehen. Das künftige „Beratungshaus“ in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und neuen Busbahnhof sei „sehr gut“ erreichbar, „auch für die Badener, die ja nicht Achimer sind“, merkte Korthals mit Blick auf die Schließung der Geschäftsstelle in Baden Ende Februar an.

Die Bankenwelt habe sich im Zuge der Digitalisierung radikal verändert. „Die Zwei-Standorte-Lösung für die Achimer Innenstadt erlaubt uns eine unglaubliche Flexibilität“, betonte die KSK-Chefin, dazu komme im Stadtgebiet noch die Filiale in Uphusen, wo auch weiterhin Personal vorgehalten werden solle.

„Ein Neubau am Kreisel wäre sehr teuer gewesen, auch mit einem Investorenmodell“, erläuterte ihr Vorstandskollege Matthias Knak. Aber glücklicherweise habe zwischenzeitlich Lieken-Investor Peter Skrabs von W&S der KSK eine wirtschaftlich tragfähige Alternative präsentiert. Die Sparkasse werde Räume mit 1 600 Quadratmetern Nutzfläche in einem neuen vierstöckigen Büro- und Geschäftshaus pachten. Knak sprach von einem „ansprechenden Umfeld“ mit einem Drogeriemarkt und einem Backshop samt Café mit Außenterrasse als Nachbarn, großem Parkplatz sowie einer Passage mit Durchgang zum Bahnhof.

Auf 250 Quadratmetern im Erdgeschoss des Hauses sei ein Selbstbedienungsbereich vorgesehen. „Und wir schaffen mindestens 3 000 Schließfächer, die rund um die Uhr zugänglich sein werden“, informierte Knak. Im ersten Obergeschoss will die KSK Beratungsbüros für Firmen- und Privatkunden ansiedeln und ganz oben, unter dem Dach, den Sozialbereich für die Belegschaft.

Wie Korthals zeigte sich auch Knak von diesem „innovativen Konzept“ überzeugt. Am neuen Standort, der Mitte 2023 eingeweiht werden soll, „können wir geballte Kompetenz für den Nordkreis realisieren“, sagte das Vorstandsmitglied. Das Bankgeschäft der Zukunft werde „eine Mischung aus Offline und Online“ sein.

Ihr Grundstück am Kreisel wolle die KSK in Absprache mit der Stadt an einen Investor verkaufen, fügte Silke Korthals auf Nachfrage hinzu. Weitere Häuser vor die fünf Wohnblöcke zu setzen, schloss Bürgermeister Ditzfeld wegen des Verkehrslärms an der Ecke aus. „Ich könnte mir dort pfiffige Gastronomie mit Büros und Praxen obendrüber vorstellen.“

Platz für neue Läden auf altem Sparkassengrundstück in der City

Aber besonders in der Fußgängerzone werde es nach dem weitgehenden Auszug der Sparkasse neue Perspektiven für die Innenstadtentwicklung geben, freute sich Ditzfeld. „Wir wollen dort einen Magneten schaffen und zusammen mit dem Vorhaben von Müller und Bremermann ein Stück weiter Achims Mitte neu gestalten.“

Das bisherige Sparkassengebäude wollen Thomas Puvogel und Florian Lücke, die in einem Teil des Hauses eine Anwaltskanzlei betreiben, sowie Kai Amir-Sehhi erwerben. Der Projektentwickler, der unter anderem große Wohn- und Geschäftsbauten an der Bierdener Kämpe konzipiert hat, bekannte, dass die Achimer Innenstadt für ihn ein „leidenschaftliches wie nerviges Thema“ sei. Aber er sehe viel Potenzial vor Ort. „Ich habe als Achimer Junge erlebt, dass hier früher viel Leben in der Bude war.“ Die Fußgängerzone solle einen neuen Stellenwert bekommen, „und sie wird ihn bekommen“, versprach Amir-Sehhi. „Wir wollen gemeinsam mit Politik, Verwaltung und weiteren interessierten Eigentümern von Mitte 2023 an etwas entwickeln.“

Ein Konzept für den Umbau des Sparkassengebäudes, dessen Fassade erhalten werden soll, will sich das Investorentrio in den kommenden Monaten überlegen. Klar sei schon, dass im Erdgeschoss auf rund 1 000 Quadratmetern Ladenfläche geschaffen werden soll. Ob diese mit der Marktpassage, die einem anderen Besitzer gehört, verbunden wird, sei noch offen. Und auch wieviel Geld sie in das Projekt hineinstecken wollen, mochte Kai Amir-Sehhi noch nicht preisgeben.

„Wir haben großes Interesse daran, dass Achimer Jungs hier investieren“, bekundete Bürgermeister Ditzfeld. „Und nicht Heuschrecken, die großen Reibach machen wollen und dann verschwinden.“

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