Austauschschüler im Rotary Jugenddienstprogramm berichten über ihre Erfahrungen

„Später habe ich das Essen geliebt“

Sie werben für ein funktionierendes Austauschprogramm: Noah Löfgren, die Achimer Jugenddienstbeauftragte Ina Temp, Luanna Iaschombek und Sarah Lena Jekat (v.l.). Die bunten Sticker auf den Sakkos schenken sich die Austauchteilnehmer übrigens bei internationalen Treffen gegenseitig. Foto: Schmidt

Achim - Von Ingo Schmidt. Die Förderung der Jugend gehört zu den wichtigen Zielen, die sich Rotary-Clubs weltweit gesetzt haben. Jedes Jahr wagen rund 650 Jugendliche aus Deutschland mit dem Rotary-Jugenddienst den Schritt ins Ausland. Während ihres Austauschjahrs leben sie in Gastfamilien innerhalb eines 30 Länder umfassenden, globalen Netzwerks. Auch in Achim findet auf diese Weise ein reger Austausch statt. Beim Clubabend der Achimer Rotarier, am Montag im Restaurant Weserterrassen, berichteten drei Jugendliche über ihre Austauscherfahrungen.

Jeweils elf Monate verbrachten die 17-jährigen Luanna Iaschombek aus Coronel-Ovelo in Paraguay und Noah Löfgren aus Turku in Finnland bei Achimer Gastfamilien. Während dieser Zeit besuchten sie das Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium. Beide kehren Ende der Woche in ihre Heimat zurück. Die 15-jährige Sarah Lena Jekat aus Achim ist gerade aus Brasilien zurückgekehrt. Alle drei sind sich einig: „Jeder sollte eine Auslandsjahr machen.“ Auch wenn es manchmal nicht ganz einfach ist.

Luanna Iaschombek berichtet, dass sie ganz ohne Deutschkenntnisse eine schwierige Startphase erlebt hat: „Es war sehr kompliziert, aber jetzt geht es super.“ Die Familien seien sehr nett gewesen, und vier Freunde hätten ihr im Unterricht geholfen. Sie musste sich zudem an die Helligkeit gewöhnen, denn um 22 Uhr sei es in Paraguay schon stockduster. Das tägliche Brot war ebenso gewöhnungsbedürftig, und aus ihrer Heimat kenne sie einen grundsätzlich herzlicheren Umgang untereinander. „Ich wollte unbedingt Deutsch lernen und möchte gerne für ein Studium wiederkommen“, erklärt die Paraguayerin.

Der Finne Noah Löfgren hatte Deutschland als Zweitwunsch angegeben. „Eigentlich wollte ich nach Japan“, berichtet der junge Skandinavier. Er habe eine vollkommen andere Kultur kennenlernen wollen, aber so sei ihm die Eingewöhnungszeit leichter gefallen.

Auch Sarah Lena Jekat spricht in der Summe nur von positiven Erfahrungen: „Man lernt unglaublich viel über sich selbst“, sagt die 15-Jährige, die fast ein Jahr im brasilianischen Curitiba verbracht hat. Zunächst stehe man vor einer großen Aufgabe, aber man bewältige das leicht.

Kleine Häuser, enge Straßen mit viel Verkehr – das sei schon ein Kulturschock gewesen, aber eine sehr herzliche Mentalität habe vieles aufgewogen. Jeden Tag kommen Bohnen und Reis mit Fleisch auf den Tisch, davon habe sie vorher gelesen, aber es nicht glauben wollen. „Später habe ich das Essen geliebt“, resümiert die Achimer Schülerin. Sie habe Freunde fürs Leben gefunden und gelernt, Dinge nicht voreilig zu bewerten. Sie sei selbstsicherer und selbstverantwortlicher geworden und spreche nun Portugiesisch.

Wer Interesse bekommen hat, kann sich für das Programm bewerben. „Wir haben aktuell noch Plätze zu vergeben“, sagt die Jugenddienstbeauftragte Ina Temp. Die Voraussetzungen sind die Schulpflicht und ein Alter 15 bis 18 Jahre. Die Kosten für ein Auslandsjahr hängen wesentlich vom Aufenthaltsort ab: Ticket für Hin- und Rückflug, Versicherungen, Kostenbeitrag für Orientierungsseminare, Ausstattung und Ausrüstung, Verpflegung und Dinge des täglichen Lebens sowie Taschengeld müssen dabei berücksichtigt werden. Bei Bedürftigkeit hilft gegebenenfalls ein Stipendium. Die Gasteltern sucht der örtliche Rotary-Club aus, die nicht zwingend Mitglieder des Clubs sein müssen. Anmeldeschluss für das Folgejahr ist der 31. August.

Weitere Informationen unter

www.rotary-jd.de

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