Investoren stellen geplanten Wohnpark vor

Achim-Uphusen: „Sorglos-Wohnen“ für Senioren im Grünen

Östlich der Uphusener Dorfstraße soll der Seniorenwohnpark entstehen. Auf Höhe des Krans befindet sich aktuell übrigens die Baustelle der neuen Kita Uphusen nahe der Einmündung Rohöfe.
+
Östlich der Uphusener Dorfstraße soll der Seniorenwohnpark entstehen. Auf Höhe des Krans befindet sich aktuell übrigens die Baustelle der neuen Kita Uphusen nahe der Einmündung Rohöfe.

Achim – Einen detaillierten Eindruck des geplanten Seniorenwohnparks östlich der Uphusener Dorfstraße konnten sich am Dienstagabend Ratsmitglieder und Zuschauer verschaffen – im Ratssaal und zu Hause an den Bildschirmen, denn die Sitzung wurde per Live-Stream übertragen. Die Investoren, Jörg Dreyer von ID-Bau und Ralph König von der Convivo Unternehmensgruppe, stellten das Projekt im Achimer Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr vor.

Anschließend will die Verwaltung die Unterlagen für den Bebauungsplan erstellen. Das Beteiligungsverfahren soll Ende 2021 abgeschlossen sein, sodass 2022 gebaut werden könnte.

Laut Bauamtsleiter Steffen Zorn liegt dem Projekt aus stadtplanerischer Sicht „kein leichtes Baugebiet“ zugrunde. Der Gesamt-Bebauungsplan umfasst drei Teile: einen B-Plan für die Kindertagesstätte auf Höhe der Straße Rohöfe, die sich bereits im Bau befindet und die vor dem Baustart für den Seniorenwohnpark fertig sein soll, einen B-Plan für die Aufhebung bereits bestehender Baurechte – ursprünglich sollten in dem Gebiet Einzelhäuser entstehen – und den B-Plan für den Seniorenwohnpark selbst, erklärte Heiner Heitzhausen vom städtischen Bauamt.

Auf einer Grundstücksgröße von 40 247 Quadratmetern sollen Bungalows in „stern- oder strahlenförmiger Anordnung“ das Hauptgebäude umschließen, erläuterte Ralph König von Convivo das Baukonzept. Statt jedem Bewohner das „eigene kleine Reich“ zur Verfügung zu stellen, verfolgt der Betreiber einen Wohngemeinschaftsansatz. Unter dem Stichwort „Sorglos-Wohnen“, das der Projektentwickler mit den Worten „hier bleibe ich, egal, was passiert“ umschrieb, bestehe die Möglichkeit, die gewählte Wohnform später auch zu wechseln. Beispielsweise könnten Bewohner bei Versterben des Partners in einen anderen Bereich umziehen. Ein Pflegedienst soll ins Haus integriert werden. 50 bis 60 Arbeitsplätze für Pflege-, Haus- und Betreuungskräfte würden auf diese Weise entstehen.

Die Investoren von ID-Bau und Convivo wollen im Frühjahr 2022 mit dem Bau beginnen, die Fertigstellung ist für Anfang 2024 geplant.

Das Hauptgebäude, das im ersten Bauabschnitt entstehen soll, beherbergt unten eine Tagespflege und zwei sogenannte Sorglos-WGs, im ersten Stock überwiegend Drei-Zimmer-Wohnungen und ein Staffelgeschoss mit Eineinhalb- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen – inklusive Balkonen beziehungsweise Dachterrassen. Das Flachdach soll insektenfreundlich begrünt werden.

Das Haupthaus ist umgeben von 32 Doppelbungalows (zweiter Bauabschnitt) mit je zwei Wohnungen mit Pkw-Stellplatz. Alle Bungalows verfügen über drei Zimmer, Küche, Bad und je eine Terrasse.

Der Eingangsbereich des Hauptgebäudes war Teil der Präsentation.

Ein „weiteres Highlight“, so Convivo-Vertreter König, entstehe im dritten und letzten Bauabschnitt: ein Parkcafé mit Terrasse, das auch Besuchern offen stehe.

„Der Wohnpark ist für rüstige Personen gedacht, die noch Auto fahren“, erläuterte König. Fahrradstellplätze mit Ladestation, ein Shuttle-Bus und eine Kooperation mit dem Bremer Carsharing-Anbieter Cambio ergänzen das Mobilitätskonzept. Energie sollen ein Blockheizkraftwerk sowie Luftwärme-Wasser-Pumpen kombiniert mit Fotovoltaik-Anlagen liefern.

Peter Bartram (Bündnis 90 /Die Grünen) regte zusätzlich zur bereits geplanten E-Bike-Ladestation eine weitere für E-Autos an. In diesem Punkt bestehe noch Klärungsbedarf mit der Stadtverwaltung, so die Investoren, da nicht klar sei, wie viele Stromtankstellen es tatsächlich brauche.

Steffen Zorn wies darauf hin, dass der Autoverkehr sich von anderen Wohngebieten unterscheiden werde. „Es wird hier weniger Autoverkehr geben“, fügte Heiner Heitzhausen hinzu. Vorgesehen ist ein Stellplatz-Schlüssel für Pkw unter 1. Durchschnittlich liege dieser in Achim bei 1,5 – also statistisch gesehen gibt es 1,5 Autos pro Wohneinheit. In vergleichbaren Projekten von Convivo, etwa in Ganderkesee, verfügten nur etwa 25 Prozent der Bewohner über einen eigenen Pkw und nutzten sonst Bürgerbus oder Shuttle-Service für Einkaufsfahrten und Ähnliches.

Über den Antrag der Gruppe SPD/Mindermann sowie der CDU-Fraktion im Stadtrat, der auf die Wärmeversorgung neuer Wohngebiete als Beitrag zur CO2-Reduktion abzielt, herrschte weitgehend Konsens: Die meisten waren dafür. „Das Baugebiet soll autark funktionieren und die Energiebilanz nicht weiter belasten“, erläuterte Karl-Heinz Lichter (CDU). „Damit verbauen wir uns nichts, sondern schaffen eine Infrastruktur“, stimmte Cornelia Schneider-Pungs (SPD) zu. Mit den Worten „Technologie-Offenheit sieht etwas anders aus. Wer sagt, dass dieses Konzept zum Tragen kommt?“ stimmte Hans Jakob Baum gegen den Antrag.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Meistgelesene Artikel

Parkhaus Brückstraße: Feuchtigkeit sorgt für Desaster

Parkhaus Brückstraße: Feuchtigkeit sorgt für Desaster

Parkhaus Brückstraße: Feuchtigkeit sorgt für Desaster
Kino steht in den Startlöchern: Verdener Cine City öffnet am 1. Juli

Kino steht in den Startlöchern: Verdener Cine City öffnet am 1. Juli

Kino steht in den Startlöchern: Verdener Cine City öffnet am 1. Juli

Kommentare