Überzeugende Soldaten

Heeresmusikkorps Hannover begeistert in ausverkaufter Cato-Aula

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Das Heeresmusikkorps Hannover unter der Leitung von Oberstleutnant Martin Wehn ist ein ausgezeichnetes Orchester und stellte das beim Auftritt in Achim zum wiederholten Male unter Beweis.

Achim - Von Ilse Walther. Das Heeresmusikkorps Hannover ist jedes Jahr ein Garant für eine volle Aula, und so war es jetzt am Mittwoch auch, als das exzellente Ensemble der Bundeswehr sein traditionelles Benefizkonzert zugunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Achimer Lebenshilfe im Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium gab.

Die Bühne war bis auf die letzte Ecke besetzt, alleine die Schlagwerkerriege in der letzten Reihe beeindruckte schon optisch. Musikalisch kann das Orchester unter seinem kompetenten Leiter Oberstleutnant Martin Wehn immer wieder begeistern.

Ob man Märsche, klassische Adaptionen bekannter Werke oder Filmmusik bietet oder die leichte Muse bringt, die Musikerinnen und Musiker sind alle ausgezeichnete Künstler. Wehn führte auch gut durch das Programm.

Es begann mit einem mitreißenden, farbigen Marsch, dem „Marsch des 4. Hannoverschen Infanterie-Regiments“ von Julius Gerold, mit Ausdruck voluminös musiziert. Prächtig war die Bearbeitung für sinfonisches Blasorchester der Hymne und des Triumphmarsches aus „Aida“ von Giuseppe Verdi.

Robin Boie war der Solist der Pantomime für Euphonium und Orchester von Philip Sparke, eine in Musik gesetzte sehr abwechslungsreiche Gestaltung eines Pantomimen, weich, warm und mit feiner Melancholie begonnen, dann in kleinen Figuren weiter geführt, fein gesteigert bis zur hymnischen Dichte, auch mit subtil gebotenen Soli der Holzbläser und Hörner, vom Solisten mit großem, makellosen Ton bruchlos, beseelt, auch virtuos ganz großartig geblasen. Wie Boie dieses voluminöse Instrument so mühelos spielte, beeindruckte sehr. Und das Orchester hielt ständige Zwiesprache mit dem Solisten. Lang anhaltender Beifall!

Überaus reizvoll war auch der schwedische Marsch von Viktor Widquist „Unter blau-gelber Flagge“, den sich das Orchester von einem Festival aus Schweden mitgebracht hatte. Man merkte, wie sehr das Ensemble daran Spaß hatte, und auch immer wieder die Schlagwerkerriege, die alles rhythmisch gekonnt abwechslungsreich mit den unterschiedlichsten Instrumenten klangvoll würzte.

Das Publikum in der prallgefüllten Aula des Cato-Bontjes-van-Gymnasiums erlebte klangvolle Stunden. Viele sind seit Jahren und Jahrzehnten Stammgäste bei diesem Traditionskonzert, das vom Traditionsverband Steubenkaserne veranstaltet wird.

Stimmungsreich war die Suite „East Coast Pictures“ von Nigel Hess, drei besonders farbigen und klangschönen Landschaftsbeschreibungen. Die „Shelter Islands“ mit ihrer Einsamkeit begannen mit quirligen Läufen der Flöten, Klarinetten und auch den Blechbläsern, man konnte Möwengeschrei und Vogelgezwitscher hören, die Schlagwerker brachten mystische Klänge. Die erhabene Bergkette „The Catskills“ begann tief und intensiv im Blech, ein Oboensolo schwebte träumerisch darüber, auch Klarinetten, Fagotte und Hörner ließen die Landschaft stimmungsvoll aufleuchten. Der Satz endete erhaben. Ganz anders dann das nie zur Ruhe kommende „New York“, da tobte das Leben in synkopischen Rhythmen.

Im zweiten Teil erlebte man dann Rock and Roll, Big Band und Combo im bunten Wechsel. Martin Wehn feuerte seine Musikerinnen und Musiker immer mehr an. Besonders gefiel „A Lionel Hampton Tribute“, ein Medley von Hampton, Gershwin und Godman für Vibraphon und Orchester. Tim Schulenburg war der souveräne Solist am Vibraphon, das er perfekt beherrscht und er führte Dialoge mit dem Orchester, das allerdings hier manchmal den Solisten durch extremes Forte überdeckte.

Die Filmmusik zu „Die Teufelsmänner in ihren fliegenden Kisten“ von Ron Goodwin riss mit in seinen farbigen Bearbeitungen mit super Soli der Posaune. Mit dem Ernst-August-Marsch von Hermann L. Blankenburg endete dieses mitreißende, überaus abwechslungsreiche Konzert.

Mit skandierendem Beifall, der nicht enden wollte, bedankte sich das Publikum bei den Gästen aus Hannover, und dafür gab es noch einen ganz flotten Marsch mit Soli der Posaunen und anderen. Der Abend endete sehr würdig mit der von allen mitgesungenen Nationalhymne „Einigkeit und Recht und Freiheit“, bei der sich sofort alle von den Plätzen erhoben.

Man kann sich schon auf 2018 freuen, dann ist das Heeresmusikkorps am 24. Oktober wieder hier zu Gast.

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