Verfahren eingestellt

Sohn bedrängt – Vater in Rage

Achim - Vater und der ältere Sohn aus Baden zögerten nicht lange, als der jüngere Filius über Handy berichtete, dass er an der Achimer Obernstraße in Höhe Spielothek gerade von drei anderen Jugendlichen bedrängt und bedroht werde.

Der Vater startete sofort mit dem Auto, nahm den Älteren mit und griff sich vorher ein stabiles, etwa 80 Zentimeter langes Rundholz. Die beiden luden dann zunächst einen nach Angaben des Vaters „total verängstigten“ jüngeren Sohn mit ein und fuhren zum Ort des Geschehens, um die Gegenseite zu Rede zu stellen.

Ein 18-Jähriger aus Uphusen, den der junge Badener mit „Der isses“ als Haupttäter angegeben hatte, berichtete als Zeuge vor dem Achimer Amtsgericht, dass etwa zehn Minuten nach Ende des Jugendlichen-Streits plötzlich ein Auto herangerast sei. Drei Insassen sprangen heraus, von denen „der ältere Mann“ sich sofort mit dem Stock in der Hand auf ihn zubewegte. „Wenn ihr zu Dritt auf meinen Sohn losgeht, dann können wir das auch“, will der Jugendliche gehört haben, bevor ihn ein Schlag an der Seite traf und er danach gegen eine Wand gedrückt wurde.

Der ältere Bruder aus Baden – heute 22 Jahre – schubste einen aus dem Trio heftig herum und machte wie der Vater der Gruppe deutlich, dass sie den kleinen Sohn künftig in Ruhe lassen und sich „verpissen“ sollten. Danach fuhren die Badener wieder davon.

Der Vorfall vom Abend des 1. März vorigen Jahres führte zu einer Anklage wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung – und jetzt zur Einstellung des Verfahrens gegen Vater und Sohn ohne weitere Auflagen.

Dass der Mann nämlich wirklich mit dem Knüppel zuschlug, wollte nur einer der drei anderen Jugendlichen „mit eigenen Augen gesehen“ haben. Vor der Polizei hatte er damals aber ausdrücklich ausgesagt, er habe gar nichts sehen können.

Getroffener: Blauer Fleck

Und der Getroffene selber berichtete, der Schlag sei gar nicht so schlimm und schmerzhaft gewesen. Nur einen blauen Fleck habe er davongetragen. Auf Nachfrage des Langwedeler Verteidigers seines Vaters bestätigte der junge Mann sogar, dass er eigentlich gar keine Strafanzeige habe erstatten wollen.

Genaueres über Hintergründe des Streits zwischen ihm und dem damals bedrängten Jungen wollte der 18-Jährige zunächst nicht verraten.

Der andere habe hintenherum schlecht über ihn geredet und ihn dabei auch als dumm beleidigt, räumte er schließlich auf Drängen von Richter Matthias Hahn ein.

Der Vater gab an, er habe im Wesentlichen nur mit der Holzstiel herumgefuchtelt, um sein Gegenüber auf Abstand zu halten, falls der junge Mann zum Messer greifen sollte. Das jugendliche Trio soll nämlich laut Aussage des älteren Badener Bruders dem jüngeren auch gedroht haben: „Wenn du die Polizei rufst, stechen wir dich ab!“.

Von gemeinschaftlich geplanter schwerer Körperverletzung mochte auch der Staatsanwalt hier nicht mehr sprechen. Nach kurzer Beratungszeit nahmen die Angeklagten über ihre Verteidiger das Angebot einer bedingungslosen Verfahrenseinstellung an. 

la

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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