20 Polizisten, Kräfte von Feuerwehr und Stadt sichern bei Entschärfungsaktion Bevölkerung ab

Sogar Drohne kreist über Bomben-Sperrzone

Beamte der Polizei Hannover rückten mit einer Drohne an. Mit dem Fluggerät überwachten sie die Sperrzone im Umkreis von einem Kilometer rund um die Bombe. 
Fotos: mix (3), stadt (1)
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Beamte der Polizei Hannover rückten mit einer Drohne an. Mit dem Fluggerät überwachten sie die Sperrzone im Umkreis von einem Kilometer rund um die Bombe. Fotos: mix (3), stadt (1)
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    vonMichael Mix
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Bollen – „Ich möchte den Job nicht machen“, bekannte ein Polizist aus Bremen. Eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg zu entschärfen, 250 Kilogramm schwer, bedeute zwar für Spezialisten eine gewisse Routine, „aber ein mulmiges Gefühl haben die dabei sicherlich auch. Denn wenn es schief geht, war es das.“ Kräfte des Kampfmittelbeseitigungsdienstes aus Hannover machten sich am Donnerstag unweit der Bollener Landstraße ans gefährliche Werk.

Um die Bombe, die bei Bauarbeiten für Windkraftanlagen entdeckt worden war, ohne Risiko für Anwohner, Verkehrsteilnehmer oder Spaziergänger unschädlich zu machen, trafen die Achimer Stadtverwaltung und weitere Behörden umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen. Pressemitteilungen und am Donnerstag zusätzlich Lautsprecherdurchsagen der Polizei wiesen die örtliche Bevölkerung auf das anstehende Szenario hin. Zudem hatten elf Haushalte an der Bollener Dorfstraße Post aus dem Rathaus mit dem Hinweis bekommen, dass sie während der Entschärfungszeit am Mittag für einige Stunden ihre Wohnungen verlassen müssten. „Denn im Umkreis von einem Kilometer rund um die Bombe darf sich kein Unbefugter aufhalten, da muss evakuiert werden“, erläuterte Claudia von Kiedrowski vom Fachdienst für Sicherheit und Ordnung bei der Stadt, die den Einsatz der verschiedenen Akteure koordinierte.

Um 11 Uhr, zwei Stunden vor Beginn der Entschärfung, trafen sich die Beteiligten am Feuerwehrhaus Uphusen zur Lagebesprechung und Aufgabenverteilung. Ein beachtliches Polizeiaufgebot war dort versammelt. Insgesamt 20 Uniformierte aus Achim, Verden, Bremen und Hannover dienten dazu, das Sperrgebiet zu überwachen. Jeweils zwölf Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Uphusen und des städtischen Bauhofs rückten schon bald aus, um zwölf Straßen und Wege im Umfeld der westlich der K 1 liegenden Fliegerbombe abzusperren. Bürgermeister Rainer Ditzfeld und Ingo Jans, Leiter des Polizeikommissariats Achim, blieben in der Leitstelle am Arenkamp, wo für den Notfall auch ein Rettungswagen des Roten Kreuzes bereitstand. Zudem hatte sich dort ein Vertreter der Gasunie vorsorglich eingefunden.

Eine Stunde vor der Entschärfung drehten vereinzelt noch Spaziergänger mit Hund, Jogger und Radfahrer entlang der Kreisstraße oder in der nahen Feldmark ihre Runden. Wenig später kreiste eine Drohne über der Sperrzone. Um ganz sicher zu gehen, dass sich kein Mensch, der dort nichts zu suchen hatte, mehr im kritischen Gebiet aufhält, waren extra Beamte der Technischen Einheit der Polizei Hannover mit dem fliegenden Überwachungsgerät nach Achim-Bollen gekommen. Die Drohne lieferte Videoaufnahmen bis hin zur Autobahn. „Eigentlich hätte auch die A 1 gesperrt werden müssen“, verriet ein Polizist. „Um das vermeiden, wurde nahe der Bombe ein mehrere Meter langer und hoher Schutzwall aus Strohballen für den Splitterschutz im Fall einer Detonation errichtet.“

Im Bollener Dorfkrug, der als Evakuierungslokal für die elf zwischenzeitlich geräumten Haushalte zur Verfügung stand, fand sich lediglich ein Ehepaar ein. „Nein, ich bin nicht beunruhigt“, sagte die von ihrem Mann Heinz begleitete Anneliese Bormann auf Nachfrage, bevor sich beide das Mittagessen schmecken ließen.

Am Ende lief alles glatt. „Aber anders als geplant“, merkte von Kiedrowski an, „entschlossen sich die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst dazu, den Zünder der Bombe vor Ort zu sprengen.“

Von Michael Mix

Die 250 Kilogramm schwere Bombe nebst dem Entschärfungsexperten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst.
Evakuierungslokal Bollener Dorfkrug: Wirt „Hansi“ Mühlenbruch und Lea-Marie Peters (Stadt) warteten auf Gäste.

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