Software- und Beratungsfirma ams-Solution organisiert komplexe Produktion

Inseln sind schön für Urlaub, aber schlecht fürs Geschäft

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Auftragsmanagementsystem (ams) basierend auf eigener Software und Expertenwissen bietet das Hightech-Unternehmen an der Eisenbahn; vorne neben dem Ratsvorsitzenden Hans-Jürgen Wächter (re.), Business Development Manager Peter Proske und Firmengründer und Vorstand Willibald Müller.

Achim - Von Manfred Brodt. Als 2003 die Firma Preussag nach vielen Jahren Achim verließ, herrschte Trauerstimmung. Mit dem Beratungs- und Softwarehaus ams Solution und seinen hier beschäftigten 60 Softwareentwicklern ist ein Hightech-Unternehmen in das alte Industriegebäude eingezogen. Gestern Nachmittag überzeugte sich die Achimer SPD-Fraktion davon, die durch den Gründer, Vorstand und Dipl. Ingenieur Willibald Müller und den Geschäfts-Entwicklungsmanager Peter Proske viel Neues erfuhr.

ams ist die Abkürzung für Auftragsmanagementsystem. Die Firma bietet für kapitalintensive Produktionen, Einzel- und Auftragsfertigungen insbesondere im Sondermaschinenbau, Schiffsbau, Anlagen-, Werkzeug-, Apparate-, Metall- Holz- und Innen-Ausbau auf die Kundenwünsche und Besonderheiten des Produktes zugeschnittene Programme für die zahlreichen Schritte des gesamten hochkomplexen Produktionsprozesses. Ein Lieblingsspruch auch von Willibald Müller lautet: „Inseln sind gut für den Urlaub, aber schlecht für das Geschäft.“

Das heißt, bei großen Projekten müssen von Anfang bis Ende alle Schritte von der Materialbestellung und -lieferung bis zur Endmontage miteinander verzahnt sein, die verschiedenen Abteilungen müssen zusammen und nicht unabhängig oder gar gegeneinander arbeiten. Der Berliner Flughafen oder die Elb-Philharmonie sind Gegenbeispiele, wie man es nicht macht.

Die Firma mit Sitz in Achim, die im Westen und Südwesten der Republik und in weiteren verbundenen Firmen in Österreich und der Schweiz insgesamt 160 Mitarbeiter hat, engagiert sich aber nicht bei öffentlichen Projekten und auch nicht in der Konsumgüterindustrie oder Massenfertigung. Im Mittelpunkt steht immer der Produktionsprozess für ein aufwändiges Produkt: ein Marineschiff, eine Motor- und Segelyacht, der Maschinen- und Anlagenbau zur Montage von Flugzeugen durch eine Firma, die sonst eher für ihre Heizungen bekannt ist, Sonderfahrzeuge, Hochregallager oder auch eine Getreidereinigungsanlage.

Die gesamte Produktionskette wird mit den Kunden abgesprochen, entwickelt und nach Plan ohne Pannen abgewickelt, wobei man auf eigene Standardprogramme zurückgreift, die individuell verfeinert werden. Neben seinen IT-Spezialisten verfügt das Unternehmen vor allem über Betriebswirte. Ams-Mitarbeiter entwickeln zwar nicht die Produkte, sondern organisieren nur ihre Herstellungskette, sind aber schon aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer Erfahrung Vertraute in den Branchen der Auftraggeber und so durchaus vom Fach.

Die ERP-Software vernetzt Marketing, Vertrieb, Konstruktion, Disposition, Einkauf, Fertigung, Versand, Montage und Service Management. Transparenz und Controlling sind stetige Gebote. Schulung und Beratung der Kundenmitarbeiter gehören zum Tagesgeschäft.

Mit 1000 abgeschlossenen Projekten in Europa, den USA und China hat die mit diversen Preisen ausgezeichnete Unternehmensgruppe zuletzt einen Jahresumsatz von 20,5 Millionen Euro erzielt, den sie in diesem Jahr auf 24,5 Millionen Euro steigern will.

Expansion kennzeichnet so auch die Firma, die 1988 nach den Gründern Hinrichs und Müller GmbH hieß und im Brinkumer Sparkassengebäude begann. 1997 wechselte sie nach Achim an die Bremer Straße mit 15 Mitarbeitern, 2004 zog man in eine Teilfläche des frei gewordenen Preussag-Gebäudes ein, das man im Lauf der Jahre sanierte und immer mehr nutzte. Heute denkt der Achimer Gewerbesteuerzahler bereits über eine Erweiterung auf diesem Gelände an der Eisenbahn nach. Auch die Umformierung der GmbH zur Aktiengesellschaft 2010 deutete auf Expansion hin.

Die Achimer SPD war durchweg beeindruckt von dem Unternehmen, das keine großen Sorgen zu haben scheint außer der allgemeinen Sorge, dass es ungemein schwer ist, Fachkräfte und qualifizierten Nachwuchs zu finden.

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