Skatepark am Lahof zieht auch junge Leute aus anderen Stadtteilen nach Baden

Ausharren bis zur Halfpipe

+
Runterfahren ist keine Gefahr. Doch wer die Rampe hoch fährt, kann hinten rüber fallen. Aufbauten in etwa einem Meter Höhe könnten dies verhindern.

Baden - Von Lisa Duncan. Den rechten Fuß auf dem Boden aufsetzend, nimmt der zwölfjährige Fynn mit seinem Kickboard Anschwung, rollt die Rampe hoch, lässt sein Board im Sprung um die eigene Achse drehen und setzt zielsicher wieder auf. Ein Trick, der ihm anerkennende Blicke seiner Freunde Maxi Dowidat und Maximilian Baschta einbringt. Das alles spielt sich im Skatepark am Lahof ab, wo sich die Jugendlichen an sonnigen Nachmittagen treffen. Doch der sehnlichste Wunsch der Freunde wäre eine Erweiterung ihres Übungsplatzes.

Dafür setzen sich die Jugendlichen gemeinsam seit rund sechs Monaten („schon ziemlich lange“, so Maximilian Baschta) ein. „Wir haben schon 375 Unterschriften gesammelt“, erzählt der Zwölfjährige.

Ein paar Jahre haben die Aufbauten am Lahof schon auf dem Buckel: 2003 wurden sie erstmals, damals noch als mobile Skateranlage, angeschafft, informiert Till Bräkling, zuständig für den Bereich Jugend bei der Stadt Achim. Doch bald stellte sich heraus, dass die Teile für den portablen Einsatz zu schwer sind. Man entschied sich dafür, alles fest neben dem Basketballfeld vor dem Lahof zu installieren.

An diesem Abend erhalten die Skater die Gelegenheit, ihr Anliegen persönlich der Lokalen AG, einem Gremium des Landkreises Verden, das sich um die Finanzierung von Jugendprojekten kümmert, vorzutragen. Tipps zur Umsetzung hatten sie von Till Bräkling bereits im April erhalten. Eine neue Anlage sei das Ziel, sagt Baschta. „Ich komme aus Bierden nachmittags hierher, aber es kommen auch Leute aus Etelsen und Langwedel.“

Es gehe nicht nur darum, das Bestehende zu erweitern, sondern es besser nutzbar, wenn man so will: skate-bar, zu machen. „Wozu ist da dieser Betonklotz in der Mitte? Der stört total“, nennt der Schüler ein Beispiel. Und sein Freund Maxi fügt hinzu: „Der Sprung ist für ein ‚Air‘, so heißt ein Trick, viel zu flach.“ Einige Vorschläge gehen auch in Richtung Sicherheit. Bei den kleinen Rampen sollten die Tische nach hinten verlängert und mit einer Wand versehen werden, damit man nicht hinten rüber fallen kann. Ein Herzenswunsch steht allerdings über allem: Eine Halfpipe. Die sieht aus wie ein riesiges, in der Längsachse halbiertes Rohr. Mit dem Skateboard kann man sich darin bis zu einem Winkel von 90 Grad in der Vertikale bewegen.

„So, wie es jetzt ist, wirkt es abstoßend auf Leute“, fährt Maximilian fort. Um im Zuge der Sanierung noch mehr junge Menschen für den Lahof zu interessieren, hat sich die Gruppe auch ein Angebot überlegt: „Wir wollen einen Longboard-Workshop anbieten, das hat schon mal ein bisschen was mit der Skateranlage zu tun.“ Longboards seien nicht geeignet, um damit Tricks auszuführen, erklärt er, aber Anfängern vermittelten sie ein Gefühl für die Fortbewegung auf den Rollen.

Till Bräkling schlägt vor, die Fördermittel in drei Etappen zu beantragen. Nach diesem Plan ginge es zuerst darum, das Bestehende zu restaurieren, dann die kleineren Teile und Aufbauten anzuschaffen. Zuletzt stünde als Extraposten die Halfpipe auf der Liste.

Alles zusammen würde rund 37000 Euro kosten, rechnet Bräkling vor. 5700 Euro mindestens sieht der Antrag für die erste Stufe vor. Einstimmig einigten sich die Beteiligten schließlich auf 3000 Euro Fördersumme von der Stadt Achim. Ein ähnlicher Antrag (2000 bis 2700 Euro) soll im Flecken Langwedel gestellt werden. Für Stufe drei laufe bereits ein Förderantrag bei der Kreissparkasse Verden, dessen Antwort noch ausstehe.

„Ihr seht etwas deprimiert aus. Aber wir sind auf einem guten Weg“, erinnert Bräkling die Jungs. Dass die Zeit für einen Zwölfjährigen anders vergeht, als für einen Erwachsenen, der mitten im Berufsleben steht, können sich auch die Vertreter der Lok AG vorstellen. Vielleicht hatten die Jugendlichen ein ganz kleines bisschen damit gerechnet, ihre Wunschvorstellung sofort umsetzen zu können? „Ach, wird schon schief gehen“, sagt Maximilian, schon wieder ganz vergnügt, beim Hinausgehen.

Mehr zum Thema:

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Ostermarkt in Brunsbrock

Ostermarkt in Brunsbrock

Meistgelesene Artikel

Schwerer Unfall in Bassen: Frau stirbt

Schwerer Unfall in Bassen: Frau stirbt

Luther und Störtebeker zanken über Wohltaten

Luther und Störtebeker zanken über Wohltaten

Olaf Lies über Störtebeker: „Robin Hood der Seefahrer“

Olaf Lies über Störtebeker: „Robin Hood der Seefahrer“

Naturschutz und persönliche Erinnerung verknüpft

Naturschutz und persönliche Erinnerung verknüpft

Kommentare