Cato-Gymnasium führt mit Chor, Bigband, Orchester und Akteuren ein Musical auf

Singende und tanzende Organe

Die Mitwirkenden beim Musical „Body’s Buddies“, darunter Schauspieler, Chor, Bigband und Orchester. Andreas Keune und Elli Brauner (1. Reihe, 1. und 2. von links) haben das Stück geschrieben. - Fotos: Duncan

Achim - Von Lisa Duncan. Die „Bronchien Buam“ zeigen den Schuhplattler, die Darmbakterien tanzen Verdauungsballett, Netzwerker „Brain“ führt ständig Telefonate und die betont lässig auftretende Leber trägt – na, was wohl? – Lederjacke! Dies sind nur einige Elemente, die es in dem Musical „Body’s Buddies“ (auf deutsch: Körper-Kumpels) zu entdecken gibt. Rund 60 Schüler des Cato Bontjes van Beek Gymnasiums (Cato) bringen das Stück gemeinsam auf die Bühne. Text und Musik stammen von den Musiklehrern Elli Brauner und Andreas Keune.

„Schon vor zwei Jahren hatte ich die Idee, ein Stück zu schreiben, das im Inneren des Körpers spielt“, erklärt Elli Brauner, die seit 2010 die Theater-AG am Cato-Gymnasium leitet. Für die Umsetzung sorgten zudem neben Kollege Keune Orchesterleiter Christian Dehning, Bigband-Leiter Daniel Meyer und Chorleiter Jens Vossmeier. Jährlich – mit einem Aussetzer im Jahr 2015 – übt die Bildungseinrichtung mit Schülern ein Theaterstück ein, das eigens für diesen Zweck geschrieben wird. Ein aufwändiges Unterfangen – insbesondere, wenn es sich um das Genre Musical handelt, das nicht nur Sprechrollen, sondern auch Gesang und Instrumentalspiel in sich vereint. Hinzu kommen noch verschiedene Altersstufen: bei „Body’s Buddies“ sind Schüler von der 5. bis zur 12. Klasse vertreten.

Da überrascht es nicht, dass es sich nunmehr erst um die dritte Musical-Aufführung an der Schule handelt. „Wir hatten erst darüber nachgedacht, etwas nachzuspielen, im Gespräch war ‘Highschool Musical’, aber das war finanziell und technisch schwer zu realisieren“, erklärt Andreas Keune. Jedoch bietet die Autorenschaft noch andere Vorteile: „Wir konnten es so komponieren, dass es für die Schüler gut spielbar ist“, sagt Elli Brauner.

Im Sommer 2015 begann Brauner die ersten von 15 Musikstücken zu komponieren. Es entstanden Songs ganz unterschiedlicher Musikrichtungen – von Tango über Bossa Nova, Walzer und Rock bis hin zu Klassik. „So können die Schüler des Orchesters und der Bigband ihre musikalische Bandbreite zeigen“, stellt Daniel Meyer fest.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Wir befinden uns im Inneren des exemplarischen Körpers „Body“. Das Herz hat keine Lust mehr und will seinen Dienst quittieren. Nun streiten sich die übrigen Organe um die Vorherrschaft. (Mit Ausnahme der Nieren, die dankend ablehnen.) Plötzliche meldet sich in dem Wirrwarr das Herz wieder zurück – es hat sich verliebt und empfindet daher wieder Freude an seinem Job. Alle sehen ein, dass es nur zusammen funktionieren kann.

Bei einer Projektfahrt nach Rotenburg/Wümme im Januar probten die Ensembles erstmals gemeinsam. Ein grober Handlungsstrang war vorgegeben, anschließend konnten sich die Schüler selber „casten“ und so feststellen, für welche Rollen sie geeignet sind. „Die Schüler haben Steckbriefe der Organe erstellt und daraus entstanden witzige Konstellationen“, so Brauner. Schnell war klar, dass Nieren, Blase und Harnleiter sich zusammentun würden. Eine nicht ganz so naheliegende Freundschaft bildete sich zwischen Galle und Herz. Auch das aus Platzmangel einfach gehaltene Bühnenbild und die Kostüme gehen auf Ideen der Schüler zurück. So findet etwa ein grinsender Kackhaufen-Emoji in der Darm-Choreographie seinen Einsatz.

Text-Autorin Brauner entschied sich dafür, die Sprecheinsätze relativ gleichmäßig zu verteilen, statt einigen wenigen Hauptrollen zuzugestehen. Dass der Text bei vielen noch nicht ganz sicher sitzt, sieht die Pädagogin gelassen: „Wir sind halt keine Profis.“ Wenn man die Schüler allerdings auf der Bühne agieren sieht, merkt man, dass sie mit Spaß und Konzentration bei der Sache sind. Ein achtstündiger Probentag, wie er am Freitag angesetzt war, schreckt auch die Abiturienten nicht ab.

Damit alle 26 Teilnehmer der Theatergruppe Berücksichtigung finden, wurden die Rollen doppelt besetzt. die 13-jährige Pia Gieschen und Berfin Dogru (12) spielen eine der beiden Bronchienpaare. „Es ist spannend, den Text zu lernen und eine Rolle auf der Bühne zu spielen“, sagt Pia Gieschen. Auch Zeyneb Veliev (14) kennt als Leber kein Lampenfieber und sieht das Theaterspielen als eine Möglichkeit, sich selbst zu beweisen. „Außerdem lernt man neue Leute kennen, mit denen man nicht in eine Klasse geht. Das ist cool.“

„Body's Buddies“ wird am 10. Juni um 19.30 Uhr und am 11. Juni um 16.30 Uhr in der Aula des Cato-Gymnasiums aufgeführt.

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