Für energieeffiziente Neu- und sanierte Altbauten / Bewerbungsfrist bis 17. Mai

Es sind wieder einige grüne Hausnummern zu vergeben

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Der Fischerhuder Elektromeister Gerhard Meyer, Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld, Ozean- und Klimaforscher Professor Dirk Olbers von „Ikeo“ sowie Bernhard Schorn als Vorsitzender dieser Ottersberger Initiative (von links) möchten weitere Hauseigentümer ermuntern, sich um die Auszeichnung „Grüne Hausnummer“ zu bewerben.

ACHIM - 2015 wurden in der ersten Runde dieser Aktion neun grüne Hausnummern vergeben. 2016 waren es 18, und jetzt erwarten die Organisatoren erneut eine Steigerung. Hauseigentümer, die besonders energieeffizient gebaut oder saniert haben, dürfen sich um die Auszeichnung noch bis zum 17. Mai bewerben. Bisher waren Teilnehmer aus Achim stets vorn dabei.

Ansprechpartner für alle ist auf Landkreisebene die „Initiative für eine klimafreundliche Energieversorgung Ottersberg“ (ikeo), Telefon 04293/787511. Organisiert wird die vom niedersächsischen Umweltministerium geförderte bundeslandweite Kampagne von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen-GmbH.

Technisch sei das Problem klimaneutralen Bauens längst gelöst

In rund 20 Jahren werde es kaum noch Häuser mit Gas- oder Ölheizungen geben, sieht der bei Ikeo mit aktive Fischerhuder Elektromeister Gerhard Meyer voraus. Und von der technischen Seite her sei das Problem klimaneutralen Bauens längst gelöst, ergänzte Ikeo-Vorsitzender Bernhard Schorn im Pressegespräch zur aktuellen „Grüne-Hausnummer“-Runde.

Praktisch gebe es aber Hindernisse auf dem Weg. Es müsse zum Beispiel zunächst Geld in die Hand genommen werden. Doch gebe es auch erhebliche Zuschussmöglichkeiten, und es sei deutlich mehr realisierbar als viele denken, so Schorn.

Die Zeiten für energiebewussteres Verhalten seien allerdings rauer als im Ikeo-Gründungsjahr 2008. Der damals hohe Öl- und Gaspreis fehle als materieller Anreiz, und auch politisch drohe das Thema durch den angekündigten Ausstieg der USA aus dem Welt-Klimaschutzabkommen in den Hintergrund zu geraten. Umso wichtiger seien weitere Anstrengungen im privaten Bereich und auf lokaler Ebene. Als großen Erfolg wertet Schorn, dass es gelang, das gesamte Neubaugebiet „Alte Pferdewiese“ in Oyten energieeffizient zu verwirklichen.

Die meisten Verbesserungen im Haushalt sind sehr einfach

Rund 85 Prozent des Energiebedarfs privater Haushalte würden noch für Heizung und Warmwasser benötigt, macht Ikeo zudem deutlich. Das Einsparpotenzial durch Sanierung der Gebäudehülle und -technik sei also enorm.

Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld, selbst gelernter Elektriker, berichtete, welch immense Energien verschleudert würden, wenn etwa „Omas alte Gefriertruhe“ weiter genutzt wird. Die Stromrechnung sei dann schockierend. Er wisse aber auch, wieviel Kosten durch Umstieg auf LCD-Leuchten zu verringern seien. Verbesserungen in Haushalten seien oft mit ziemlich einfachen Maßnahmen zu erreichen.

Um die Auszeichnung „Grüne Hausnummer“ zu bekommen, müssen Neubauten den „KfW-Effizienzhausstandard 55“ erfüllen. 55 entspricht der Prozentzahl im Vergleich zu 100 Prozent maximal zulässigem Energieverbrauch eines Hauses. Bei Sanierungen muss ein höheres Effizienzniveau durch mindestens drei Einzelmaßnahmen vor allem an der „Gebäudehülle“ nachgewiesen werden.

Verleihung der grünen Hausnummern am 13. Juni

In den allermeisten Fällen klärten Bewerber mit Energieberatern oder Architekten aber vorab, ob Voraussetzungen für eine „Grüne Hausnummer“ erfüllt sind, betonte Schorn.

Verliehen werden die Nummern samt Urkunde am Dienstag, 13. Juni, im Kreistagssaal in Verden. Ein sehr prominenter Gastredner wird dann erwartet: der mit dem deutschen Umweltpreis ausgezeichnete, auch aus Fernsehsendungen bekannte Kieler Klimaforscher Professor Dr. Mojib Latif.

la

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