Stillstand durch Weltkrieg in der Honigkuchenfabrik

Bäcker, Mehl und die Zutaten fehlen

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Werbung anno dazumal.

Achim - Von Günter Schnakenberg. Und dann kam der große Einbruch. Am 1. August 1914 begann der Erste Weltkrieg. In Achim wurde das Abhalten des Augustmarktes verboten, und in Bremen gab es für mehrere Jahre keinen Freimarkt. Überhaupt fanden bis Ende 1918 im Kaiserreich keine Volksfeste mehr statt. Für die Honigkuchenfabrik kam es noch schlimmer.

Albert Rieke und Johannes Marschhausen und wohl auch die meisten der Bäckergesellen mussten als Soldaten an die Front. Johannes Marschhausen überlebte diesen mörderischen Krieg. Doch unter den vielen Opfern, deren Tod die Gemeinde Achim zu beklagen hatte, war auch Bäckermeister Albert Rieke. Er fiel am 24. Januar 1916 in Frankreich. Der Vater und Gründer der Fabrik, Peter Heinrich Rieke, starb im Jahr darauf.

Der gute Ruf der Kuchenleckereien verbreitete sich landesweit.

Man kann davon ausgehen, dass die Produktion der Honigkuchenfabrik in der Kriegszeit darnieder lag. Zum einen fehlten die Bäcker, zum anderen Mehl und die erforderlichen Zutaten.

Mit dem Kriegsende 1918 begann auch wieder der Aufstieg der Firma. Nun lag das Geschick der Fabrik in den Händen von Johannes Marschhausen und seinem Sohn Carl.

Dass auf den Jahrmärkten wieder Honigkuchen gefragt war, meldete das Achimer Kreisblatt am 22. August 1919 mit einem Bericht vom Achimer Augustmarkt: „Zum ersten Mal seit Jahren gab es wieder Esswaren zu kaufen: Honigkuchen und dergleichen. “

Samstagnachmittag.

Wenn auch der Krieg zu Ende war, so folgten doch schlimme Jahre. In Deutschland, durch den Krieg hoch verschuldet, fehlte es an allem. Bald bezahlten die Menschen Millionen und Milliarden Mark für ein Brot, denn es herrschte Inflation. Doch trotz allem, die Honigkuchenfabrik konnte sich über Wasser halten. 1924 sah man zu Weihnachten schon wieder ein kleines Werbeinserat im Achimer Kreisblatt.

1925 gab es zwei Veränderungen in der Firma. Bäckermeister Johannes Marschhausen zog sich zurück und sein Sohn, der Kaufmann Carl Marschhausen. wurde neuer Geschäftsführer der Firma. Carl Marschhausen hatte längst erkannt, dass in den jetzigen Fabrikgebäuden, verteilt in zwei Häusern über mehrere Etagen, eine profitable Fabrikation nicht aufrecht zu erhalten war. Ein Neubau auf einem Grundstück hinterm Bahnhof beim Gaswerk sollte der Anfang für einen Neubeginn sein.

Lesen Sie aus der Serie "Honigkuchen aus Achim"

Die Geschäfte boomen

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