Seit 1958 im Geschäft mit dem Durst

Getränke-Ahlers-Chef Henze wird 80 Jahre alt

Früh übt sich...: Unter den Augen seines Großvaters und des Firmengründers Heinrich Ahlers rollt hier der kleine Bernhard ein Bierfass über den Hof.

Achim - Ans Aufhören denkt Bernhard Henze noch lange nicht. „Ich habe mir das ja aufgebaut mit den ganzen Gastronomen, die brauchen dann auch ab und zu meinen Rat“, erläutert der Unternehmer. Nun feiert der „Macher“ von Getränke Ahlers, einem der größten Fachhändler dieser Branche in Deutschland, seinen 80. Geburtstag.

„Doch darum braucht man nicht viel Aufhebens zu machen“, sagt der auch im hohen Alter immer noch agile Henze im Gespräch mit dieser Zeitung. Rummel um seine Person mag der Chef des Familienunternehmens, das sich zudem mit 200 „Hol ab“-Märkten einen Namen bei den Kunden im Einzelhandel verschafft hat, eher nicht.

Bernhard Henze kam am 6. August 1938 in Bremen zur Welt. „Aber ich bin ein Achimer Kind.“ Sein Elternhaus stand dort, wo 1978 der erste „Hol ab“-Markt eröffnet wurde, an der damaligen Verdener Straße 5, heute Obernstraße 97/99.

An der Adresse hatte sein Großvater Heinrich Ahlers das Unternehmen 1910 gegründet. Mit dem Pferdewagen habe sein Opa Gastwirte in der Umgebung mit Getränken beliefert, erzählt Henze. Auch später, als seine Mutter den Bierverlag Ahlers in zweiter Generation weiterführte und der heranwachsende Sohn Gefallen an dem Geschäft fand, waren die Firma und der Kundenkreis noch sehr überschaubar.

Bernhard Henze denkt auch an seinem 80. Geburtstag noch nicht ans Aufhören. - Fotos: privat

Als Bernhard Henze seine Ausbildung in einem Bremer Weingroßhandel beendet hatte und 1958 in das Familienunternehmen einstieg, belieferte der „Ein-Mann-Betrieb“ gerade mal 20 Gastronomen. Immerhin fuhr der junge Achimer die Ware dann nicht mehr mit einem Pferdewagen aus, sondern mit einem Opel Blitz.

In den 70er Jahren nahm das Geschäft Fahrt auf. „Weil wir mehr Lagerplatz benötigten, haben wir das Nachbargrundstück dazugekauft“, berichtet Henze. 1978 schluckte Ahlers einen Getränkegroßhändler aus Visselhövede, wodurch das Absatzgebiet bis nach Rotenburg und Walsrode ausgedehnt wurde.

Bald ging am angestammten Firmensitz nichts mehr. Henze entschloss sich zu einem „Schritt, der Mut erforderte“ und zog 1983 mit der Firma „in eine große Halle“ im Industriegebiet in Achim-Baden um. Doch die Sorge, sich damit womöglich zu verheben, war unbegründet.

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten übernahm der umtriebige Kaufmann weitere Getränkefirmen von Ostfriesland bis Göttingen und dehnte den Aktionsradius bis hin nach Sachsen-Anhalt aus. Und weil auch die Getränkemarktkette „Hol ab“ mächtig ins Rollen kam, erwarb er an der Industriestraße in Baden immer wieder neue Flächen hinzu.

Ahlers fällt „im Norden“ nicht nur mit seiner Lkw-Flotte mit den pfiffigen Werbesprüchen („Löschzug“) drauf auf, sondern hat in jüngster Zeit auch durch den Kauf der Markenrechte von „Hemelinger“ und eigenen Getränkeerzeugnissen Furore gemacht. „Die Menschen trinken gerne ein Bier, ein Wasser oder einen Saft aus ihrer Region“, weiß Bernhard Henze und bietet dem Gast die neue Kreation „Hemelinger Malz“ an. „Schmeckt doch, oder?“ – „Hhmm, lecker.“

Der Firmenpatriarch, der sich selbst gerne bescheiden als „Bierfahrer“ bezeichnet, ist froh darüber, dass das Unternehmen auch weiterhin in Familienhand bleibt. Sein Sohn Andreas, der unter anderem das Weinsortiment stark ausgebaut hat, sitzt mit in der Geschäftsleitung.

An seinem 80. Geburtstag und nach 60 Jahren an der Spitze von Getränke Ahlers kann Bernhard Henze auf eine Erfolgsbilanz blicken. „Wir beschäftigen 1 500 Mitarbeiter. 120 Lkw beliefern täglich 4 000 Gastronomiekunden und die zum größten Teil selbst betriebenen Hol-ab-Märkte.“ - mm

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