Sechstklässler absolieren Intensivkurs „Wir sind stark“/ Probelauf für die Schule

Auffangen, aber auch stoppen

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Sich vertrauensvoll fallen zu lassen und von anderen sicher aufgefangen werden – das war eine besonders beliebte Übung zur Stärkung des Selbst- und Gemeinschaftsbewusstseins im Projekt „Wir sind stark“.

Achim - „Seid ihr bereit?“, fragt die auf dem Tisch stehende Schülerin. Als rundum ein lautes Ja ertönt, lässt sie sich ohne langes Zögern nach hinten fallen. Die aus Armen gebildete „Auffangmatte“ der Mitschüler hält.

Auch Zusammenstehen und füreinander einzutreten stärkt wie bei dieser Vertrauensübung das Selbstbewusstsein einer Gruppe. Es motiviert im Übrigen mit dafür, sich für andere einzusetzen und Zivilcourage zu beweisen.

Dieses ist Hauptziel des zweitägigen Intensivkurses „Wir sind stark“, an dem bis gestern Sechstklässler der Achimer Liesel-Anspacher-Schule zusammen mit ihren Klassenlehrern Steffen Schmidt-Engler und Helmut Laue im Bürgerzentrum(BüZ) an der Magdeburger Straße teilnahmen.

Auffangen, aber auch gemeinsam jemandem mit „Stop!“ entgegen zu treten, wenn der gewalttätig zu werden droht, gehörte zum Übungsprogramm. Rollenspiele halfen dabei, Gefühle gerade derjenigen gut nachzuempfinden, die von Mitschülern ausgegrenzt oder gemobbt werden.

Das „Wir sind stark“-Projekt entwickelten Heino Vajen und Axel Prigge vom Gewaltpräventions-Team der Polizeiinspektion Verden /Osterholz. Dabei diente das Programm „zammgrauft“ der Polizeidirektion München als Grundlage.

Konkret Strategien und Verhaltensweisen zu erlernen, um sich in Gefahrensituationen möglichst angemessen zu verhalten, ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Es wurden etwa bedrohliche Situationen im Bus simuliert oder Reaktionen, wenn jemandem das Handy abgenommen werden soll.

Die Teilnahme am Projekt war kostenlos und die Veranstaltung im BüZ eine Art „Probelauf“ für entsprechende Veranstaltungen, die künftig regelmäßig jedes Jahr in Schulen laufen könnten, erläuterte Erika Wutz-Reeßing. Sie ist Sozialarbeiterin an der Liesel-Anspacher-Schule.

Die einzelnen Übungen sind auch oft in gängigen Sozialtrainingsprogrammen zu finden. Bei „Wir sind stark“ wurden sie verknüpft mit polizeilichen Erfahrungen etwa beim Deeskalieren brenzliger Situationen.

Im Unterricht wird die Thematik mit den Lehrern nachbearbeitet und vertieft. Und insgesamt sei berücksichtigt, dass das Projekt bei aller Ernsthaftigkeit unterhaltsame Aspekte biete, um die Problematik Schülern interessant und altersgerecht zu vermitteln, betonte Erika Wutz-Reeßing noch.

la

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