Wegen Körperverletzung vor Gericht

Sechs Monate für gefährliche Prügelei

Achim / Ottersberg - Eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten zur Bewährung hat das Amtsgericht Achim gestern Morgen gegen einen 38 Jahre alten Mann verhängt. Der Ottersberger musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Das Verfahren gegen den zweiten Angeklagten (51) stellte das Gericht gegen eine Geldauflage ein.

Die Staatsanwaltschaft warf den beiden Männern vor, an einem späten Augustabend 2016 bei einem 40 Jahre alten Mann in Ottersberg geklingelt und von ihm die Herausgabe von Geld aus einem Marihuanageschäft gefordert zu haben. Daraus sei eine Schlägerei entstanden, bei der auch ein Messer zum Einsatz kam. Wer darin welche Rolle spielte, dazu gab es unterschiedliche Aussagen.

Der Bewohner, ein Musiker, habe ihn nicht in die Wohnung lassen wollen, sagte der ältere Angeklagte. Deshalb habe er einen Fuß in die Tür gestellt, den Mann am Kragen gepackt und ihn gegen die Wand gedrückt. Sein Kumpel habe den Musiker dann auf den Boden geworfen und geschlagen. Wer von diesen beiden ein Messer in den Händen hielt, habe er nicht gesehen, „es war dunkel“. Erst am nächsten Morgen habe er eine leichte Schnittverletzung an seiner Hand festgestellt, die von einer Klinge stammte.

Der Musiker sei sofort aggressiv gegenüber dem 51-Jährigen geworden und habe ihn angegriffen, sagte der andere Angeklagte im Gerichtssaal. Er sei dazwischengegangen. „Der hat eine große Klappe und prügelt sich gerne“, erklärte der 38-Jährige und bestritt, den Mann mit einem Messer attackiert zu haben.

Das Opfer sagte als Zeuge aus, dass der 38-Jährige ihn geschlagen und mit dem Messer verletzt habe. Der ältere Angeklagte sei jedoch dazwischengegangen und habe seinen Kumpel aufgefordert, aufzuhören.

Die Staatsanwältin sah den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung bei dem älteren Täter als nicht bestätigt und plädierte auf einfache Körperverletzung. Der Richter sah das genauso, ließ es dabei aber nicht bewenden. Er sah auch den Tatbestand der Nötigung mit Gewalt gegeben. Weil der Angeklagte sich bislang nichts hatte zu Schulden kommen lassen, stellte der Richter das Verfahren gegen eine Zahlung von 600 Euro (sechs Monatsraten zu je 100 Euro) an die Landeskasse ein. „Wenn Sie die Zahlungen leisten, dann ist die Sache für Sie erledigt“, sagte er dem Mann.

„Dann eskalierte die Sache“

Anders sah es bei dessen Kumpel aus. „Erst war es nur Nötigung“, erklärte der Richter. „Aber dann eskalierte die Sache und Sie nahmen das Heft in die Hand“, sagte er zu dem 38-Jährigen. Der Vorsitzende sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte ein Messer bei sich getragen und mit der stumpfen Seite auf das Opfer eingeschlagen hatte. Nicht eindeutig zu klären sei, ob er den Geschädigten absichtlich mit der scharfen Seite verletzt habe.

Für das Gericht kam die gemeinschaftliche Tat nicht mehr in Betracht. Es folgte der Staatsanwaltschaft, die sechs Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung, gefordert hatte. Zudem muss der Verurteilte, der bereits über mehrere Einträge im Strafregister verfügt, 600 Euro in Raten zu je 100 Euro als Schmerzensgeld an das Opfer zahlen. 

sb

Rubriklistenbild: © dpa

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