Schwungvoller Auftritt: Professor Rikeit vom Fraunhofer-Institut in der Hünenburg

Sie kleben auch Pharaos Bart

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Professor Dr. Rikeit vom Fraunhofer-Institut am Standort Bremen bei seinem Vortrag über „Forschen und Entwickeln für die Praxis“ am letzten Clubabend vor den Sommerferien im Badener „Haus Hünenburg“.

Baden - Auch als es um den abgebrochenen Kinnbart an der Statue des Pharaos Tut-Ench-Amun im Berliner Museum ging, war der Rat von Experten des Fraunhofer-Instituts gefragt. Und zwar sollte der Bart so wirksam wieder angeklebt werden, dass er 100 Jahre hält. „Jetzt schauen wir mal in 100 Jahren wieder dort vorbei“, scherzte Professor Dr. Horst-Erich Rikeit bei seinem schwungvollen Vortrag im Badener Haus Hünenburg.

Über „Forschen und Entwickeln für die Praxis“ sprach er vor Zuhörern aus dem Wirtschaftsleben und anderen Selbständigen. Auch Achims Wirtschaftsförderer Balkausky und Ratspolitiker waren zu entdecken.

Experten, die sich Klebetechniken und deren Weiterentwicklung widmen, gebe es nun wirklich unter seinen Mitarbeitern, betonte Rikeit, Er ist „Leiter des „Business Development im Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung“ (IFAM) in Bremen und war zuvor viele Jahre bei Daimler in der Forschung tätig. Zudem widmete er sich dort den Auszubildenden: „Etwa 1200 Einstellungsverträge tragen meine Unterschrift“,

Innovationen für die deutsche Wirtschaft bereitzustellen, damit diese möglichst der internationalen Konkurrenz immer einen Schritt voraus ist – das bezeichnete der 1953 geborene Wissenschaftler als Grundgedanken der Fraunhofer-Gesellschaft. Knapp 24 000 Mitarbeiter gibt es insgesamt in den über ganz Deutschland und teils auch im Ausland verteilten 66 Instituten.

In der Bremer IFAM-Zentrale mit Außenstellen in Stade, Oldenburg und Dresden sind Schwerpunkte wie Formgebung und Funktionswerkstoffe, Kleb- und Oberflächentechnik vertreten. Stets geht es um Ent- wicklung und Verbesserung von Produkten, die möglichst industriell anwendbar und verwertbar sein sollten.

Professor Rikeit hatte einige der neuen Sachen mitgebracht, übergab sie ans Publikum zur genaueren Betrachtung und achtete sehr darauf, dass er sie wieder zurückbekam.

Da gab es die Platte für den Flugzeugrumpf mit besonders strömungswiderstandsmindernder Beschichtung, sowie durch Hitze- und Druckeinwirkung unlösbar ineinander verschweißte Teile und die sehr stabile Wundspreiz-Arretierung samt Datenmodul für Operationen. „Wir halten ziemlich viele Patente“, machte der Fraunhofer-Wissenschaftler deutlich.

Eine Abteilung in Erlangen habe einst sogar den MP-3-Player erfunden. Der Forschungs-Auftraggeber, eine Logistikfirma, habe damit jedoch nichts anzufangen gewusst und keinen Nutzen „in diesem Ding“ gesehen. Später verdienten andere mit dem Gerät bekanntlich Millionen über Millionen.

Von der Struktur her sei die Fraunhofer-Gesellschaft eine gemeinnützige, von Bund und Ländern zu knapp 30 Prozent mit geförderte „Non-Profit- und „Non-Government-Organisation“, erläuterte Rikeit auf Nachfrage aus dem Publikum. Geforscht werde dort in vielen Bereichen – mit Ausnahme der Militärtechnik.

Als „ziemlich interessant“ und „mal etwas Anderes“ stuften Zuhörer den Vortrag ein, und der Hünenburgvereins-Vorsitzende Günter Treichel bedankte sich bei Professor Rikeit auch mit einem kleinen Präsent. la

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