Parteivorsitzende kommentieren Ergebnisse

Stimmen zur Wahl: „Schwieriger, Mehrheiten zu finden“

Achim - „Die SPD bleibt weiterhin die stärkste Kraft in Achim, das ist das Wichtigste.“ So kommentierte Vorsitzender Michael Pahl gestern Abend auf Nachfrage das Abschneiden „seiner“ Partei bei der Wahl zum Stadtrat.

Nur eitel Sonnenschein herrschte bei der Wahlparty im Kasch-Clubraum allerdings auch nicht. Weil die Grünen zwei Sitze eingebüßt haben, „wird es schwieriger, Mehrheiten für bestimmte Themen zu finden“, weiß Pahl. Da müssten dann von Fall zu Fall weitere Bündnispartner gewonnen werden.

Die Stimmenverluste der SPD seien „natürlich unbefriedigend, aber immerhin haben wir nur einen Sitz verloren“, sagte Pahl. Im Wahlbezirk West lägen die Sozialdemokraten nach wie vor klar vorne, obwohl dort das bisherige Zugpferd Hans-Jürgen Wächter nicht mehr kandidiert habe.

Die CDU ist nach Aussage ihres Vorsitzenden Rüdiger Dürr „mit dem Ergebnis nicht zufrieden“. Auch wenn „seine“ Partei im Wahlbezirk Ost „gut zugelegt“ habe, sei es nicht gelungen, die SPD als stärkste Kraft in Achim abzulösen.

Was die im Hotel Gieschen versammelten Christdemokraten hörbar ärgerte. „Die Achimer scheinen mit der Situation in der Stadt zufrieden zu sein“, merkte Dürr enttäuscht an.

Die von der CDU im Wahlkampf verfolgten Hauptthemen „Einkaufszentrum auf dem Lieken-Gelände“, „Krähen-Vergrämung“ und „Einrichtung eines Kulturreferats im Rathaus“ hätten offenbar nicht die erhoffte Sogwirkung in der Bevölkerung entfaltet. Zudem habe er in Diskussionen mit Bürgern gemerkt, dass viele die Politik der Bundes-CDU bemängeln.

Die Grünen waren nach dem Fukushima-Effekt, der ihnen bei der Wahl 2011 mehr als 18 Prozent beschert hatte, davon ausgegangen, dass sie die sieben Mandate im Rat nicht verteidigen können. „Wir haben mit fünf Sitzen gerechnet, mit sechs wären wir glücklich gewesen“, meinte Vorsitzender Peter Bartram zum Ergebnis.

Insgesamt könnten die Grünen mit dem Resultat leben. Obwohl der Bundestrend nicht gerade für die Grünen gesprochen habe, führte Bartram aus, „hat die Bevölkerung in Achim unsere harte, ehrliche Arbeit im Rat und in der Partei vor Ort offenbar anerkannt“.

Groß war die Freude bei der WGA, als am späten Abend das Ergebnis feststand. „Wir freuen uns, dass wir zugelegt und drei Sitze errungen haben“, sagte ein überglücklicher Fraktionschef Wolfgang Heckel. Damit falle die WGA, wie lange am Abend befürchtet, nicht hinter die FDP zurück und habe nun nicht mehr nur wie bisher Fraktionsstatus, „sondern auch Stimmrecht in allen Ausschüssen“. Der von der „Bürgerinitiative“ WGA gewählte Wahlslogan „Nicht kürzen bei den Kurzen“, zeigte sich Heckel überzeugt, habe offenbar insbesondere bei vielen Eltern gefruchtet.

Die FDP, die die Anzahl ihrer Mandate im Vergleich zur Stadtratswahl 2011 sogar verdreifachte, hatte eigentlich noch mehr Grund zum Jubeln als die WGA. Und von vorneherein einen hohen Anspruch im Hinblick auf den Wahlausgang. „Den Drei-Sitze-Status zu erreichen, war unser Ziel“, bekannte Vorsitzender Hans Baum. „Mit drei Mann kann man besser im Rat arbeiten, als wenn alles nur auf ein oder zwei Personen lastet.“ Doch aus Sicht der Liberalen hinterlässt die Wahl auch einen Wermutstropfen. Rot-Grün, bedauerte Baum, habe nach wie vor eine starke Position im Stadtrat. 

mm

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