„Schutzschirmsprache“: Autor Prof. Dr. Rudolph Bauer liest in der Hünenburg

Wie Worte verschleiern

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Die Autoren Prof. Dr. Rudolph Bauer und Lothar Bührmann (v.l.) vor der Hünenburg.

Baden - Das Wort vom „Banken-Rettungsschirm“ geisterte im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise immer wieder durch die Medien. Für den deutschen Sozialwissenschaftler, Publizisten und bildenden Künstler Prof. Rudolph Bauer nur ein Beispiel für „Schutzschirmsprache“. Auf Einladung des Kunstvereins Achim las Bauer am Sonntag in der Hünenburg aus seinem Werk, eine Koproduktion mit dem Cartoonisten Lothar Bührmann.

Bührmann stellt einen Auszug seines Schaffens gerade unter dem Titel „Passmaauf“ in der Hünenburg aus. So bestand für Besucher auch Gelegenheit, die Lesung mit einem Rundgang durch die Schau zu kombinieren.

In „Schutzschirmsprache“ hat Bührmann Bauers humorige und tiefsinnige Texte mit satirischen Zeichnungen ergänzt. Gemeinsam eröffnen sie mit diesem Werk neue, vor allem kritische Sicht- und Denkweisen auf politische und gesellschaftliche Gegebenheiten.

Bauer beschreibt plastisch und teilweise mit wenigen Worten Gefühle und Situationen. Klinisch saubere Begriffe wie „Orkan Kyrill“, „Umweltkonferenz“ oder „Kollateralschaden“ bekommen ihre wahre, oft grausame Realität.

Auch Historisches, wie das Reichskolonialehrendenkmal (der Elefant hinter dem Bremer Hauptbahnhof) oder die Kohlhökerstrasse 6 (Das Judenhaus) hält Bauer in seinen Werken mit ihren Geschichten kritisch in Erinnerung. Die „Schutzschirmsprache“ möchte den sprachlichen Schutzschirm entfernen, der Politiker normalerweise vor allzu heftigen öffentlichen Diskussionen bewahrt – weil sie schlichtweg nicht verstanden werden. Einen Eindruck davon, wie Worthülsen Tatsachen verschleiern können, vermittelt ein Gedicht, das auch dem Buch seinen Titel verleiht.

Schutzschirmsprache

Die Kredite sind notleidend.

Die Banken sind notleidend.

Finanz- und Realwirtschaft

sind notleidend.

Die Regierenden spannen

Schirme,

Schutzschirme auf, für die,

die da notleidend sind,

nicht aber für jene in Not.

hem

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