Schulzusammenlegung ruft CDU im Kreistag auf den Plan

Hitzige Debatte über Achimer Pläne

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Sinkende Schülerzahlen an der Liesel-Anspacher-Schule zwingen die Stadt Achim zum Handeln.

Landkreis/Achim - Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule in Achim gehen in Ordnung, „solange dadurch keine anderen Schulstandorte in den Nachbargemeinden gefährdet werden“. Auf diese kurze Formel lässt sich die Haltung des Landkreises bringen, der darum auch für sich keinen Handlungsbedarf in dieser Angelegenheit sieht. Zumal der Sekundarbereich I ohnehin Sache der Städte und Gemeinden ist.

Der CDU-Kreistagsfraktion ist die Achimer „Schulreform“, an deren Ende die Einrichtung einer Oberschule oder einer Integrierten Gesamtschule stehen soll, aber offenbar ein Dorn im Auge.

Jedenfalls machten Wilhelm Hogrefe (Kirchlinteln) und Thomas Maruhn (Langwedel) am Freitag im Rahmen der Kreistagssitzung ihrem Unmut über die Pläne in Achim Luft. Daraus entspann sich eine zwischenzeitlich recht hitzig geführte Debatte. Und das auf der Basis einer Mitteilungsvorlage, mit der Landrat Peter Bohlmann vor allem über den Sachstand in Achim informieren wollte.

Eine Gefährdung der Nachbargemeinde hatten Maruhn und Hogrefe aber längst für sich ausgemacht. Eine IGS in Achim bedeute das Aus für eine eigene Oberstufe der Oytener IGS, glaubte der Kirchlintler Kreistagsabgeordnete. Und Langwedel investiere jetzt mehr als 15 Millionen Euro in ein neues Schulzentrum. „Das darf doch nicht zur Hälfte leerstehen“, sagte Hogrefe.

Thomas Maruhn zäumte das Pferd von der anderen Seite auf. Die Gemeinde Langwedel habe in der Vergangenheit ganz gut gewirtschaftet, deutete er an, dass damit ja vielleicht noch eine ganz andere Schulbau-Planung möglich sei.

Die Stadt Achim sei umgeben von starken Nachbargemeinden, sah Bohlmann keine Gefährdung der Standorte in Oyten, Langwedel und Thedinghausen. Achim hingegen sei unter Druck, ihre Schulstruktur zu sortieren. Denn die größte Stadt im Landkreis Verden sei gleichzeitig der größte Schülerexporteur. Bohlmann erklärte, die Kreisverwaltung wolle jetzt die Ergebnisse der Achimer Elternbefragung abwarten.

„Auf dem Stimmzettel wird weder die Realschule noch die Hauptschule stehen“, machte Fritz-Heiner Hepke (SPD) deutlich. Seine Worte galten Hogrefe. Der hatte die Begriffe Oberschule und IGS zuvor als „Worthülsen“ bezeichnet und gefordert, den Eltern müsse in der Befragung mehr geboten werden.

„Die Realschule war und ist die Schule des sozialen Aufstiegs“, sagte er und forderte von der Stadt Achim, die Möglichkeit zu prüfen, neben der Realschule eine Schule mit integrativem Angebot zu schaffen. Gerade von den Realschulen ginge eine „Sogwirkung“ aus, hielt Landrat Peter Bohlmann dagegen.

In der emotional geführten Diskussion hatten auch die Worte Anne-Karen Quillfeldts (SPD) keine beruhigende Wirkung. Als Vorsitzende des Achimer Schulausschusses betonte sie: „Seien sie versichert, dass wir sehr gewissenhaft mit dem Thema umgehen.“ Von der CDU forderte sie, die Schuldiskussion nicht zum Wahlkampfthema zu machen. „Das führt nur dazu, dass Eltern verunsichert werden.“

kp

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