Cato im Comic

Schulleiter und ehemaliger Schüler bringen Graphic Novel heraus

Machten auf die Graphic Novel über Cato Bontjes van Beek und die offizielle Buchvorstellung Mitte des Monats aufmerksam: Buchhändlerin Iris Hunscheid und Schulleiter Dr. Stefan Krolle.
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Machten auf die Graphic Novel über Cato Bontjes van Beek und die offizielle Buchvorstellung Mitte des Monats aufmerksam: Buchhändlerin Iris Hunscheid und Schulleiter Dr. Stefan Krolle.

Achim – Der eine leitet das Gymnasium, das sich nach einer Widerstandskämpferin benannt hat, und ein Archiv beherbergt, das sich um ihr kurzes Leben und Nachleben dreht. Der andere ist zunächst ein Schüler dieser Schule und mittlerweile ein Student, der sehr gut zeichnen kann. Und zusammen haben Dr. Stefan Krolle und Thore Clausen jetzt eine Graphic Novel (ein thematisch komplexeres, gebundenes Comic) herausgebracht:

„Cato Bontjes van Beek – 14.11.1920 bis 05.08.1943, hingerichtet in Plötzensee; eine abgebrochene Biografie einer mutigen Frau“.

„Das ist die erste Graphic Novel über eine Widerstandskämpferin in Deutschland“, sagt Krolle vor einem Stapel frisch gedruckter Exemplare in der Achimer Buchhandlung Hoffmann. Hier – ebenso wie im Bücherwurm an der Herbergstraße – ist die Graphic Novel ab sofort erhältlich. Und hier stellen der Künstler und der Schulleiter am Dienstag, 16. November, ihr Werk öffentlich vor (siehe Infokasten).

Krolle erzählt, dass er sich bei zurückliegenden Frankreich-Urlauben tagelang mit dem Genre Graphic Novel beschäftigt habe und dabei auf die Idee gekommen sei, selbst eine herauszubringen. Als er sich bei seinen Schülern am Cato-Gymnasium umgehört habe, hätten diese ihn 2018 dann auf Thore Clausen und dessen Zeichentalent aufmerksam gemacht. Die Zusammenarbeit begann, die ersten Bilder entstanden. In diesem Frühjahr schließlich ist die Arbeit der zwei Männer beendet. In vielen großen und kleinen Bildern, die farbenprächtig koloriert sind, plus Text erzählen sie das kurze Leben der Fischerhuder Widerstandskämpferin und gehen auch auf die Zeit danach ein. Clausen, der wegen seines Studiums bei dem Ankündigungstermin am gestrigen Mittwoch nicht dabei sein konnte, hat sich zunächst schwergetan mit dem letzten Teil, in dem Cato hingerichtet und schließlich seziert wird, geht aus dem Vorwort hervor. „Mir war es sehr wichtig, die Grausamkeit nicht zu verschönen und in dem Comic keine unnötig drastische Gewaltdarstellung zu haben, was vom eigentlichen Inhalt ablenken und eventuell sogar selbst gewaltverherrlichend wirken könnte“, wird Clausen zitiert. Er und Krolle wenden sich mit ihrem Werk besonders auch an ein jüngeres Publikum. „Das Medium Comic kann Geschichten auf eine anschauliche Art und Weise wiedergeben und ist dabei wahrscheinlich vor allem für Schüler ansprechend“, so Thore Clausen.

Trotz der tragischen Geschichte soll „Cato“ Lebensfreude transportieren und dass es wichtig ist, anderen zu helfen, unterstreicht Krolle. Er hat ein paar von Clausens Bildern zu Postkarten werden lassen – unter anderem auch eine Szene, in der Cato Zettel aus ihrem Zellenfenster heraus in die darunter gelegene Zelle abseilt. In dieser saß zu der Zeit Rainer Küchenmeister ein, Sohn des kommunistischen Journalisten und Widerstandskämpfers Walter Küchenmeister. Ihm half Cato so durch dunkle Stunden.

Die erste Auflage der Graphic Novel ist 1 000 Exemplare stark. 580 Bücher seien allerdings bereits verkauft, sagt Stefan Krolle. Und eines der Werke liegt längst in dem Spezial-Regal, das die Stadtbibliothek im Zuge einer Ausstellung mit Comics und Graphic Novels zur nationalsozialistischen Gewaltherrschaft unter Hitler sowie der Verfolgung und Diskriminierung von Minderheiten bestückt hat (wir berichteten).

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