Fachausschuss des Rats berät über brenzlige Situation / Politiker fordern mehr Tempo

Schulen in Baden, Uesen, am Paulsberg brauchen mehr Raum

Auch der Uesener Hort platzt aus allen Nähten. Die Nachfrage nach Plätzen übersteigt das Angebot.

Achim - Der Bauboom in den vergangenen Jahren in Achim mit Zuzug von zahlreichen Familien hat auch seine Schattenseiten. So steht die Stadt vor der kostspieligen Aufgabe, das Angebot an Krippen und Kindergärten auszubauen, und auch Schulen und Horte platzen aus allen Nähten. Mit Letzterem befasste sich der Schulausschuss des Rates am Mittwochabend.

„Alles ist eng gestrickt“, sagte Wiltrud Ysker, Leiterin des Fachbereichs für Bildung und Soziales in der Stadtverwaltung, mit Blick auf die Raumnot an vielen der sechs Achimer Grundschulen. „Feuerwehrmäßig“ versuche man, die „Brände“ dort zu löschen. Die Notmaßnahmen sollten allerdings in einen Plan münden, mahnte Herfried Meyer (SPD), der die Sitzung leitete.

Brandaktuell fehlen für das kommende Schuljahr zwei Räume an der Grundschule Baden und einer an der Grundschule am Paulsberg. Einstimmig beauftragte der Fachausschuss die Verwaltung, dort „Umbauarbeiten zur Sicherung der Unterrichtsversorgung“ in Angriff zu nehmen.

An der Paulsbergschule soll das Lehrerzimmer zu einem Klassenraum umgestaltet werden. Die Lehrerinnen ziehen dann in einen kleineren Raum im Obergeschoss um.

An der Grundschule Uesen, wo Groß und Klein gestern ein fröhliches Sommerfest feierten, wird sich die Raumsituation in den kommenden Jahren zuspitzen. Der starke Zuzug in den Ortsteil und die Inklusion machen Erweiterungsbauten erforderlich. - Fotos: Mix

Im Badener Schulgebäude ist es besonders eng. Die dort untergebrachten verschiedenen Institutionen wollten das Gebäude aber auch künftig miteinander teilen, „um das pädagogische Konzept weiter leben zu können“, hat die Verwaltung in Gesprächen ermittelt. Um im Bereich der Kita Paletti im ersten Stock eine Hortgruppe unterbringen zu können, soll die Sprachheilkindergartengruppe mit in den Bereich der Krippe in das Obergeschoss ziehen. Der frei gewordene Hortraum steht dann als Klassenraum zur Verfügung. Eine zweite Hortgruppe soll in dem jetzigen Mitarbeiterraum der Kita Paletti angesiedelt werden.

Die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Inklusion in den Schulen verschärft die Raumsituation noch. „In nächster Zeit ist im Blick zu behalten, dass alle Schulgebäude Barrierefreiheit bieten sollten und für Beratungs-, Differenzierungs- und Rückzugsmöglichkeiten entsprechenden Räume brauchen“, stellt die Stadtverwaltung fest.

Meike Wernwag, Leiterin der Grundschule Uesen, konkretisierte das. Die ersten und zweiten Klassen dort bewegten sich mit 25 Schülerinnen und Schülern nur knapp unterhalb der erlaubten Obergrenze von 26 Pennälern. „Wenn jetzt noch ein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf, das ja doppelt gezählt wird, dazu kommt, gäbe es auch in Uesen ein Raumproblem“, verdeutlichte die Rektorin.

Insbesondere wegen des starken Zuzugs in dem Ortsteil sei „absehbar, dass spätestens ab 2020/21 jeweils ein weiterer Klassenraum für jeden Jahrgang gebraucht wird“, stellt die Verwaltung fest. Spätestens dann soll es in Uesen eine Ganztagsschule geben. Die Machbarkeitsstudie dazu sei für 2017 vorgesehen, sagte Ysker.

„Das ist viel zu spät“, bemängelte Tanja Tarnowsky-Hoppmann (SPD). Gerade in Uesen mit den vielen jungen Familien bestehe erheblicher Betreuungsbedarf am Nachmittag, pflichtete ihr Petra Gölz von der CDU-Fraktion bei. Der Antrag der Sozialdemokratin, dass die Verwaltung sich um ein Vorziehen der Studie bemühen solle, wurde im Ausschuss einhellig befürwortet.

Aber wo könnten denn überhaupt Erweiterungskapazitäten geschaffen werden, fragte Elternvertreter Enno Lork. Nach dem Bau der neuen Sporthalle, dem Aufstellen des Hort-Containers und dem Abtreten von Gelände an eine benachbarte Autofirma fehle doch schlicht der Platz dafür. Eine Antwort gab es darauf nicht, die soll wohl die Machbarkeitsstudie liefern.

Tarnowsky-Hoppmann wies auch noch mal auf fehlende Hortplätze in Uesen hin. Die Badener Rektorin Agnes Gerken-Lüllmann bot an, Kinder in Arbeitsgemeinschaften der dortigen Ganztagsschule aufzunehmen. - mm

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