Bienen-AG von Gymnasium am Markt und Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium

15 Schüler und drei Bienenvölker

Schüler der Bienen-AG mit Wabe – rechts ohne, links mit Honig. Die AG ist eine Kooperation zwischen den beiden Achimer Gymnasien: die Schulleiter Dirk Stelling und Dr. Stefan Krolle, Bio-Lehrer Jan Drewes sowie Katja Schwede von der Willi-Heinz-Stefen-Stiftung wollen die gelungene Zusammenarbeit weiterführen. Foto: Duncan

Achim – Es ist ein kalter Tag, aber die Sonne taucht den Schulgarten an der Ackerstraße in ein herbstlich warmes Licht. Kein Summen dringt derweil von den drei dort ansässigen Bienenvölkern herüber. „Für die Bienen ist es bereits Winter. Sie haben sich zu einer Wintertraube zusammengerottet, um sich warmzuhalten“, erklärt Mirjam Hory. Mit der Imker-AG leitet sie eine bisher nicht dagewesene Kooperation an den Achimer Gymnasien.

Um die Bienenvölker kümmern sich seit etwa einem Jahr, immer mittwochs in der siebten und achten Stunde, Schüler der fünften bis siebten Klassen aus dem Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium und dem Gymnasium am Markt (Gamma). Mirjam Hory unterrichtet Deutsch und Spanisch am Gamma, zeigt aber an Umweltthemen und Naturschutz großes Interesse.

Mit ihrem Anliegen, eine Bienen-AG zu gründen, ging Hory auf Schulleiter Dirk Stellung zu. „Und ich habe sehr schnell ja gesagt“, erinnert sich Stelling. Wobei zunächst nicht geklärt war, wo die Bienenvölker untergebracht werden sollten. Doch bald entstand der Plan einer Zusammenarbeit mit dem benachbarten Cato-Gymnasium. Dessen Schulleiter Dr. Stefan Krolle bot sofort den Schulgarten an. „Damit können wir dem Trend zum Steingarten etwas entgegensetzen. Neben unserem Projekt ‘Rent-a-Huhn’, dem gemieteten Hühnerstall, findet sich hier auch Platz für die Bienenvölker“, so Krolle.

Finanzielle Unterstützung gab es von der Willi-Heinz-Stefen (WHS)-Stiftung, die Unterrichtsmaterialien vom Imkeranzug bis hin zu einer hochwertigen Honigschleuder sponserte. „Mit der AG können wir zwei Themen, die uns am Herzen liegen, gut miteinander verbinden: Umwelt und Bildung für Kinder“, sagt Katja Schwede von der WHS-Stiftung. „Und wenn man sich so umschaut, muss man doch einfach sagen: Die Bienen dürfen nicht sterben.“

Für Gamma-Schulleiter Stelling erfüllt die AG auch einen wichtigen pädagogischen Zweck: „Die Biene als Organismus steht heute nicht mehr auf dem Lehrplan.“ Er empfindet es daher als großen Luxus, den Schulgarten für die AG nutzen zu können. Personell hat Mirjam Hory Unterstützung von Jan Drewes, Biologielehrer am Gamma. Fachliche Beratung erhält die AG, an der derzeit 15 Schüler teilnehmen, auch vom Imkerverein Achim. Das bescherte ihm im vergangenen Jahr viele junge Mitglieder, denn der Kurs ist dem Verein geschlossen beigetreten.

„Eine Sorge, mit der sich viele Imker tragen, betrifft uns nicht: Wir werden wohl nie ein Absatzproblem haben. Unter Lehrern geht der Honig weg wie nix“, erzählt Hory. Dabei war die Ausbeute mit 60 Kilo (das entspricht 300 Gläsern à 250 Gramm) beachtlich – besonders weil sich die Bienenseuche „Amerikanische Faulbrut“ 2019 im Landkreis Verden ausgebreitet hatte. Zwar lag Achim mitten im Sperrgebiet. Doch durch einen glücklichen Zufall befand sich die Beute, wie Bienenstöcke im Fachjargon heißen, zum Zeitpunkt des Ausbruchs noch bei einer Imkerkollegin in Thedinghausen. „Sonst hätten wir die Bienen und das gesamte Zubehör verbrennen müssen. Da ist das Veterinäramt sehr strikt“, sagt Hory. Für den Reformationstag hatten sich die Kreisveterinäre übrigens ein weiteres Mal angekündigt.

Unter anderem, um die Zeit bis zur Faulbrut-Entwarnung zu überbrücken, hatte Mirjam Hory die Bio-AG von Jan Drewes mit ins Boot geholt. „So konnten sich die Schüler übergangsweise mit unserem Aquarium beschäftigen“, sagt Drewes. Drewes verfügt zudem über Kenntnisse im Mikroskopieren, was er den Heranwachsenden ebenfalls zeigen konnte. Den Winter nutzt die AG zum Bauen, Löten und Kerzengießen.

„Es gibt Honig“, begründet AG-Teilnehmer Eric sein Interesse, „außerdem haben mich Insekten generell interessiert, da war das mit der AG sehr praktisch.“ Sein Schulkamerad Ruben findet: „Man lernt viel: Bienen sind sehr klug, ich bewundere ihre Baukunst der Waben.“ ldu

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