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„Schritt für Schritt“ zu einem besseren Leben

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Von: Michael Mix

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Schuhentwickler Santiago de Ribot (Mitte, mit seinen roten Sneakern) bei der Spendenübergabe an den Verein „Schritt für Schritt“ in Hamburg. Mit auf dem
Schuhentwickler Santiago de Ribot (Mitte, mit seinen roten Sneakern) bei der Spendenübergabe an den Verein „Schritt für Schritt“ in Hamburg. Mit auf dem © privat

Achim – Mit zwölf Jahren nahm Santiago Ribot Munar 2018 am dreitägigen „Summer Tech Camp“ beim Achimer Schuhmaschinenhersteller Desma teil und entwickelte daraufhin einen Schuh selbst. Unterstützt von der Firma und anderen Profis aus der Branche, ließ der Schüler, wie berichtet, selbst designte Sneaker aus hochwertigem Leder in Indien anfertigen und vermarktete sie unter dem Label „SanRi“ erfolgreich.

„Mittlerweile habe ich etwa 100 Schuhe verkauft, abgesehen von einigen Exemplaren, die ich als besonderes Geschenk weitergegeben habe“, berichtet der 16-Jährige, der die zehnte Klasse des Gymnasiums am Markt in Achim besucht und in Riede-Felde wohnt.

Dabei verbindet Santiago Ribot Munar sein kreatives Schaffen und seinen Geschäftssinn mit sozialem Engagement. Zehn Prozent des Verkaufserlöses spendet er an die Initiative „Schritt für Schritt“ in Hamburg. Den Worten ließ der junge Mann nun Taten folgen.

„Ich habe die erste aus meinem Projekt resultierende Spende von 815 Euro an den gemeinnützigen Verein übergeben“, berichtet Munar. „Schritt für Schritt“ bietet ihm zufolge eine sogenannte konduktive Therapie nach Dr. András Petö in den Hamburger Ferienzeiten für Kinder und junge Erwachsene mit Hirnschädigung an.

Und dafür werde einiger Aufwand betrieben. „Die extra aus Ungarn kommenden Therapeuten möchten von dieser Spende eine vom Tischler angefertigte Lauftreppe oder einen Laufbarren anschaffen“, teilt der wohltätige Schuhentwickler mit. Bis zum nächsten Therapiekurs solle das Hilfsmittel fertig gestellt sein.

Santiago Ribot Munar hatte bei seinem Besuch in Hamburg auch noch eine süße Überraschung im Gepäck. „Als Dankeschön und zur weiteren Motivation habe ich am Ende der Spenden-Übergabe noch an alle Kinder, Helfer und Therapeuten einen Schokoladen-Osterhasen überreicht.“

Da spezielle Hilfsmittel für diese Lauftherapien teuer seien, finde er es wichtig, dieses Projekt mit einem Teil des Erlöses aus dem Verkauf seiner Schuhe zu unterstützen, sagt der Zehntklässler. „Außerdem bewundere ich den Ehrgeiz von diesen jungen Menschen mit Behinderung, die in ihren eigenen Ferien an dieser Therapie teilnehmen und dafür kämpfen, mobiler und weniger eingeschränkt in ihrem alltäglichen Leben zu sein.“

Munar weiß, dass das für die Betroffenen alles andere als Zuckerschlecken ist. „Sechs Stunden täglich harte Arbeit, um auf die Beine zu kommen und vielleicht noch ein paar Schritte gehen zu können. Was für andere Normalität ist, muss hier schwer erarbeitet und erlernt werden“, stellt er fest.

Santiago Ribot Munar bedankt sich bei all seinen Kundinnen und Kunden, die diese Spende durch den Kauf eines „SanRi-Sneaker“ möglich gemacht hätten. „Ebenso bei den vielen anderen Menschen, die mein Projekt sehr engagiert unterstützen.“

Bernhard Jürs, Vorsitzender des Vereins „Schritt für Schritt“, bedankt sich wiederum bei dem jungen Unternehmer, der die Nöte anderer im Blick hat. „Ich finde das Engagement und die Initiative von Santiago fantastisch, der im Alter von zwölf Jahren dieses Sneaker-Projekt in die Wege geleitet hat und eigenverantwortlich managt. Wir freuen uns über die Spenden, die daraus resultieren.“  

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