Ratsherr Sprenger fordert Stadt zum Handeln auf / Bürgermeister: Bauhof reinigt täglich

„Schmuddelbahnhof sofort beseitigen“

Wenig einladendes Bild: Schmutzige Bahnsteige...

Achim - Von Michael Mix. Eine Visitenkarte für die Stadt ist der Achimer Bahnhof nicht gerade. Bahnsteige, Tunnel und Fahrstühle sind zum Teil stark verschmutzt, vermüllt, stinken und geben ein wenig einladendes Bild ab. Ein Zustand, den Ratsherr Larne Sprenger zum wiederholten Mal beklagt. In einem Schreiben an Bürgermeister Rainer Ditzfeld fordert das fraktionslose Mitglied des Stadtrats, eine „sofortige Grundreinigung des Achimer Bahnhofs“. Außerdem müsse ein Konzept her, das sicherstellt, dass auf dem „Schmuddelbahnhof“ und auch auf der Badener Station regelmäßig sauber gemacht wird.

Bei dem „ständig verdreckten Bahnhof Achim“ dürfe es nicht länger eine Rolle spielen, ob die Stadt oder aber die Bahn für bestimmte Flächen zuständig sei. „Der Unmut ist groß, wenn Kräfte den Tunnel säubern, aber Erbrochenes auf der Treppe nicht, da diese in den Aufgabenbereich eines anderen Reinigungsunternehmens fällt“, lässt Sprenger wissen. In Zeiten strengster Hygiene seien solche „Zuständigkeitsspielchen“ nicht hinnehmbar. Seit mindestens März bestehe der Fleck mit Erbrochenem, „getränkt mit Kaffee. Anrufe bei der Servicenummer der DB halfen nicht“, merkt der Ratsherr an.

Des Weiteren bemängelt er den „vielen Müll auf den Gleisen, dreckige Oberflächen und Sitzgelegenheiten“, auf denen man sich die Klamotten einsaue. Unlängst hätten „Fachkräfte“ den Bahnsteig mit einem Laubbläser „gesäubert“ und dabei die zahlreichen Zigarettenstummel einfach ins Gleisbett geblasen.

Wenn der „Nichtraucher-Bahnhof“, wie es in den Aushängen heißt, nicht durchgesetzt werden könne, sollte dieser Ansatz nach Meinung von Larne Sprenger verworfen werden. „Abhilfe könnten mehrere Kippensammler oder gekennzeichnete Raucherflächen mit Aschenbechern schaffen.“

Die Fahrstühle seien eher zum Weglaufen. „Aufzugfahren macht absolut keine Freude, besonders, wenn es ständig nach Urin und Kot riecht, die Oberflächen der Knöpfe und Scheiben verdreckt sind“, formuliert Sprenger.

Als weiteres Ärgernis am Bahnhof nennt er angeschlossene „Schrotträder“, da diese den Pendlern, die mit dem Fahrrad kommen, wertvolle Stellplätze wegnähmen. Derlei Vehikel sollten regelmäßig entsorgt werden.

Sprenger fährt in seinem Schreiben an Ditzfeld fort: „Sich über die Verursacher aufzuregen, bringt nichts, aber die Zunahme heller Flecken auf dunkel-gräulichem Einheitsbeton kann ich nur auf eine Vielzahl kaugummikauender Menschen mit schwacher Kiefermuskulatur zurückführen. Welche Abhilfe gäbe es dort? Wohl nur putzen und schrubben! Leider dringend erforderlich.“

Ferner sollte der Umweltgedanke angemessene Beleuchtung umfassen. „Besonders nachts wird der Tunnel oder Übergang in Baden nicht genutzt“, sagt Sprenger mit Blick auf den auch im Dunkeln „taghellen“ Bahnhof. Neben Bewegungsmeldern sollten die beiden Stationen im Stadtgebiet komplett auf LED-Technik umgerüstet werden, fordert er.

Ihm sei bewusst, dass vieles aus dieser „Liste“ nicht Sache der Stadt sei, räumt Sprenger ein. „Jedoch möchte ich das Bewusstsein für die Bahnhöfe bei der Verwaltung stärken. Meist ist es der erste und letzte Eindruck, den man von Achim bekommt.“

Schuld an dem unschönen Bild, das der Achimer Bahnhof zeige, seien „in erster Linie die Verursacher“, äußerte Bürgermeister Ditzfeld auf Nachfrage. Die Stadt müsse es leider ausbaden. „Aber wir haben seit dem 1. April ein Reinigungskonzept.“

Seitdem würden täglich die Bahnhofstoiletten sauber gemacht. Und Kräfte des städtischen Bauhofs beseitigten zudem morgens und abends Müll und Dreck auf dem Bahnhofsgelände, „einschließlich der Bahnsteige und des Tunnels, für die eigentlich die Bahn zuständig ist“, erläuterte Ditzfeld. Allerdings sei das nur montags bis freitags und nicht am Wochenende möglich.

„Das ständige Reinigen kostet viel Geld“, fügte der Bürgermeister hinzu. Und das es neben Bahn und Stadt mit dem Eigentümer des Empfangsgebäudes noch einen dritten Akteur mit Flächen in dem Umfeld gebe, mache das Ganze nicht einfacher.

Einen hellen Bahnhof sieht Ditzfeld im Übrigen als vorteilhaft an. „Licht hat doch abschreckende Wirkung. Ich möchte nicht wissen, was sonst noch passieren würde.“

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