Stadt und Polizei wollen die Situation „im Norden“ verbessern / Bündel von Maßnahmen

Schluss mit Lärm und Müll im Viertel

Kein schöner Anblick: Die große Grünfläche im Magdeburger Viertel ist oft vermüllt.
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Kein schöner Anblick: Die große Grünfläche im Magdeburger Viertel ist oft vermüllt.

Achim – „Achim-Nord hat sein einstiges Stigma immer mehr abgelegt“, leitete Bürgermeister Rainer Ditzfeld am Dienstag ein Pressegespräch im Rathaus ein. Aber zuletzt hätten sich dort Bürger über Ruhestörungen, Vermüllung und andere Probleme beklagt. Damit der soziale Frieden im Magdeburger Viertel nicht massiv gefährdet werde und der Stadtteil nicht erneut Negativschlagzeilen produziere, sehen die Stadtverwaltung und die Polizei nach Angaben von Ditzfeld Handlungsbedarf. Mit vereinten Kräften und mit einem Bündel von Maßnahmen wollen Ordnungshüter, Sozialarbeiter und andere gegensteuern.

„Im Mai gab es Beschwerden von Bürgern über Müll und Lärmbelästigungen an der Annaberger und der Magdeburger Straße“, schilderte Ingo Jans, Leiter des Polizeikommissariats Achim, beim Pressegespräch den Ausgangspunkt. Dramatisches hätten seine Mitarbeiter an Ort und Stelle allerdings nicht vorgefunden. Dennoch hält es Jans in der Angelegenheit für notwendig, „jetzt den Schulterschluss gemeinsam mit der Stadt und deren Sozialarbeitern im Bürgerzentrum zu üben“. Zwei Polizisten der Achimer Dienststelle seien für das Viertel „abgestellt“ worden.

„Wir wollen das subjektive Sicherheits- und Ordnungsgefühl der dortigen Bevölkerung erhöhen“, erläuterte Emre Aydin, der zusammen mit seiner Kollegin Ronja Buhle diese Aufgabe übernommen hat. Dafür hätten sie schon etliche Haushalte aufgesucht und seien mit den Bewohnern ins Gespräch gekommen. „Das hat bereits was gebracht, das Verständnis untereinander sowie für die aufgezeigten Probleme und deren Beseitigung ist gewachsen“, stellte Aydin fest.

Für ein erfolgreiches Agieren sei es entscheidend, „ein Wohlfühlgefühl im Viertel zu schaffen“, unterstrich Polizeichef Jans. Das gehe jedoch besser mit Sozialarbeit als mit hoher Präsenz der Ordnungshüter vor Ort. „Wenn wir am Bahnhof einen Streifenwagen platzieren, begrüßen das viele Leute mit Blick auf die Sicherheit. Wenn aber im Magdeburger Viertel ein Polizeiauto steht, wird gleich negativ darüber geredet. Damit würden wir zur Stigmatisierung des Stadtteils beitragen“, verdeutlichte Jans.

„Wir wollen Maßnahmen präventiv ergreifen“, beschrieb Bürgermeister Ditzfeld die Marschroute. Es gehe darum, Eskalationen im Vorfeld zu verhindern.

Ordnungsamtsleiterin Claudia von Kiedrowski spielt bei diesem Anliegen eine wichtige Rolle. Die Verwaltung und die Polizei hätten in den vergangenen Monaten extra die Arbeitsgruppe Ordnung, Verkehr und Bau eingerichtet, um Missstände aus dem Weg zu räumen. Von Kiedrowski nannte mehrere Punkte, die dazu dienen sollen, die Situation im Viertel zu verbessern.

An der Grünfläche beim Bürgerzentum (Büz) will die Ordnungsbehörde verschiedene Piktogramme anbringen. „Damit wollen wir Menschen verschiedener Sprachen darauf hinweisen, dass dort das Wegwerfen von Müll in die Landschaft, Lärmbelästigungen und wildes Urinieren verboten sind“, informierte von Kiedrowski. Zudem soll in dem Bereich der Aufenthalt in der Zeit von 22 bis 6 Uhr untersagt werden.

Auch entlang der Annaberger und der Leipziger Straße will die Stadt nicht länger dulden, dass dort Männer in öffentliches und privates Grün pinkeln. „Für diesen Zweck wollen wir in Absprache mit den Eigentümern die Zahl der Büsche und Sträucher möglichst verringern“, kündigte die Amtsleiterin an.

Auch werde die Stadt weitere Abfallkörbe im Viertel anbringen. „Vielleicht noch mal welche in knalligen Farben, damit die auch jedem auffallen“, merkte von Kiedrowski an.

Um das wilde Parken an der Annaberger Straße zu unterbinden, habe die Stadt bereits Halteverbotsschilder aufgestellt. „Sollte das nichts nutzen, überlegen wir bauliche Veränderungen.“

Für die Leipziger Straße, wo sich viele nicht an das vorgeschriebene Tempo 30 hielten, seien in die Fahrbahn ragende Betonnasen bereits geplant, schaltete sich Bürgermeister Ditzfeld ein. „Die werden in der Art sein wie die an der Hasseler Straße.“

Büz-Leiter Eric Stellmacher sieht bereits erste Erfolge der konzertierten Aktion von Polizei und Stadt. „Es hat schon gefruchtet, das Viertel ist befriedet“, stellte er am Dienstag im Rathaus fest. „Die Bewohner müssen sich mit ihrem Umfeld identifizieren“, so wie das an der Magdeburger Straße 5 - 9 gelungen sei, dort hätten die Anlieger schöne Beete angelegt. Und mit Hilfe der Behörden habe auch das im vergangenen Jahr beklagte Rattenproblem gelöst werden können.

„Viele machen es schon richtig, nur einige wenige ziehen leider noch nicht mit“, beobachtet Stellmacher. Dass Sperrmüll nicht einfach an die Straße gestellt werden dürfe, sondern eine Abfuhr beim Landkreis angemeldet werden müsse, habe manch einer noch nicht begriffen. Auch über Mülltrennung wüssten noch nicht alle Bescheid. „Wir müssen mit der Umwelterziehung schon im Kindergarten anfangen“, sagte Stellmacher. Um die Müllsituation zu verbessern, aber auch um das Gemeinschaftsgefühl im Viertel zu erhöhen, hält der Büz-Leiter es für angebracht, schon bald einen Müllsammeltag und eine Stadtteilkonferenz zu veranstalten.

Von Michael Mix

Ein Halteverbot gilt auf der Annaberger Straße.
Ziehen an einem Strang: (von links) Rainer Ditzfeld, Ingo Jans, Claudia von Kiedrowski, Emre Aydin und Eric Stellmacher.

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