Unternehmer kauft Sparkasse Grundstück ab

Schiffsmaklerei mit Weinlokal am Kreisel mitten in Achim

Ein erster Entwurf für das geplante Gebäude am Schmiedeberg. Es soll Läden, Gastronomie, anmietbare Büros und Räume für die Schiffsmaklerei beherbergen. entwurf: schiffsmaklerei
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Ein erster Entwurf für das geplante Gebäude am Schmiedeberg. Es soll Läden, Gastronomie, anmietbare Büros und Räume für die Schiffsmaklerei beherbergen. entwurf: schiffsmaklerei

Achim – Achim wird Sitz einer Schiffsmaklerei, bekommt vor allem aber ein Gebäude mit Gastronomie, Läden und auch einem „Co-Office-Space“, das die Baulücke am Gieschen-Kreisel beseitigt. Tim Oltmann, der das maritime Handelsunternehmen mit 35 Mitarbeitern seit 2012 in Bremen betreibt, ist der lange gesuchte Investor für das bislang noch der Kreissparkasse Verden gehörende Grundstück am Eingangstor der Innenstadt.

„Es wird nicht bei der nicht so richtig aufgegangenen Blumenwiese dort bleiben“, frohlockte Bürgermeister Rainer Ditzfeld am Dienstagabend im „Atrium“ beim Finale seiner „Sommertour“ wenige Tage vor der Bürgermeisterwahl am 12. September. Da saß Schiffsmakler Oltmann, „ein Bierdener Jung“, an seiner Seite. Und auch Prokurist Sören Hosang, der in Baden wohnt, war mit dabei. Dessen Frau Mareike arbeitet im Bürgermeisterbüro, und so kam laut Ditzfeld vor rund einem halben Jahr der Kontakt mit Oltmann zustande.

„Wir benötigen heutzutage als Schiffsmaklerei keine Bremer Adresse mehr, da habe ich mich als gebürtiger Achimer in Achim umgeguckt“, erläuterte der Unternehmer beim Gesprächsabend im „Atrium“. Und da er zwei Wohnungen an der Apfelwiese am Schmiedeberg besitze, sei ihm natürlich sofort das freie Grundstück am Kreisel ins Auge gefallen. Er habe sich dann bei der Kreissparkasse danach erkundigt. Das begehrte Areal war zu haben, Oltmann, der nach eigenen Angaben vor allem Frachtgeschäfte für und mit Saudi-Arabien abwickelt, griff zu.

Kaufvertrag in Achim noch nicht unterschrieben, aber „handelseinig“

Der Kaufvertrag ist zwar noch nicht unterschrieben. „Aber wir sind uns handelseinig“, bestätigte am Mittwoch auf Nachfrage Matthias Knak, Vorstand der Kreissparkasse. Welchen Preis Oltmann zu zahlen hat, wollte er nicht verraten. „Wir sind froh, dass es zu dieser guten Lösung gekommen ist“, sagte Knak bei einem Kurzbesuch vor Ort.

Tim Oltmann zeigte sich am Dienstagabend begeistert über den Deal. „Das ist eine perfekte Lage für uns.“ Der künftige Firmensitz liege verkehrsgünstig nahe des Achimer Bahnhofs, und auch das Bremer Kreuz und der Flughafen seien nicht weit.

Die Kreissparkasse, hier vertreten durch Vorstand Matthias Knak (l.), verkauft ihr Grundstück am Kreisel an die Schiffsmaklerei von Tim Oltmann, rechts Prokurist Sören Hosang.

In Absprache mit einem Architekten soll auf dem Grundstück ein Multifunktionsgebäude mit Grün und Fotovoltaik auf dem Dach entstehen. Auch eine E-Zapfsäule und eine Tiefgarage seien dort geplant. Im 850 Quadratmeter großen Erdgeschoss sind Oltmann zufolge Läden und Gastronomie vorgesehen. „Ich kann mir dort gut eine Weinbar und ein Café vorstellen.“ Das erste Obergeschoss soll auf 600 Quadratmetern ein Co-Office-Space beherbergen. „Dort kann man Büros flexibel anmieten“, erklärt der Investor. Darüber, in einem etwas kleineren Staffelgeschoss, werde dann die Schiffsmaklerei angesiedelt.

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Allerdings sei der von der Stadt vor einigen Jahren aufgestellte Bebauungsplan für das Grundstück für den ursprünglich dort konzipierten Sparkassenneubau maßgeschneidert. „Unser Gebäude würde acht Quadratmeter größer ausfallen und zwei Meter höher werden, 17 Meter hoch“, erklärt Oltmann. „Mit dem Landkreis als Baugenehmigungsbehörde ist abzuklären, ob deshalb ein neues Verfahren notwendig ist“, schaltete sich Bürgermeister Ditzfeld ein. Das könnte den Zeitplan natürlich verzögern.

Bau am Gieschen-Kreisel in Achim soll 2024 beendet sein

Tim Oltmann hofft, schon bald den Bauantrag stellen zu können. „Wir wollen möglichst Mitte nächsten Jahres mit dem Bau anfangen, der dann 2024 fertig sein soll.“

Der wahlkämpfende Bürgermeister freute sich, dass nicht nur Oltmann und Hosang für eine „ganz tolle Entwicklung“ den Weg ins „Atrium“ gefunden hatten, sondern noch weitere Investoren. Ditzfeld begrüßte in der Runde, zu der auch einige Bürger nach Anmeldung gekommen waren, zudem Kai Amir-Sehhi, Thomas Puvogel und Marco Bremermann. Sie alle wollen Achims Innenstadt aus dem Dornröschenschlaf wecken.

Amir-Sehhi will das Sparkassengebäude in der Fußgängerzone zu einem Einkaufstempel umgestalten. „Unter kommt Einzelhandel rein, darüber sind Büros und ganz oben Wohnungen geplant“, berichtete der Investor. Die Idee dafür sei jahrelang „unter dem Radar gelaufen“, merkte Puvogel an, der in dem Haus eine Anwaltskanzlei betreibt. „Wir sind seit 2015 dabei, dort Flächen zu entwickeln.“

Sparkasse weiterhin mit Selbstbedienungsfiliale in Fußgängerzone

Die Sparkasse werde im linken Gebäudeteil mit einer kleinen Selbstbedienungsfiliale weiterhin in der Fußgängerzone vertreten sein, erinnerte der Bürgermeister an die Pläne des Geldinstituts, das im Puzzle für die Innenstadtentwicklung eine große Rolle spielt. Die Hauptgeschäftsstelle für Achim werde jedoch künftig, nachdem die KSK ihr Neubauvorhaben am Kreisel aus Kostengründen begraben hatte, nördlich des Bahnhofs, in einem angemieteten neuen Gebäude auf dem Lieken-Gelände, zu finden sein. Ditzfeld hofft, dass die Investoren W&S dort „2022 mit den Hochbauarbeiten loslegen“.

Im Sommer kommenden Jahres will Marco Bremermann den Abbruch der von ihm erworbenen Gebäude rund um die Nientkewitz-Immobilie an der Ecke zum Glockenspiel in Angriff nehmen. Der Mietvertrag für das NKD-Haus laufe Ende Juni aus, informierte der Investor. „In den nächsten Monaten will ich einen Bauantrag für den geplanten großen Neubau stellen.“ Grundlage dafür sei ja der von der Stadt ausgewählte Entwurf der Lohmann-Architekten aus Rotenburg, fügte Ditzfeld hinzu. Ein großer Bioladen und eine Bäckerei mit Café sollen das neue Geschäfts-, Büro- und Wohnhaus mit Tiefgarage zu einem Anziehungspunkt in der Fußgängerzone machen.

Mit Hilfe der überwiegend in Achim beheimateten Investoren könne ein attraktiven „Rundlauf“ durch die Innenstadt geschaffen werden, sagte der Bürgermeister. Es sei aber wichtig, „dass ganz viel aufeinmal passiert“. Ditzfeld prophezeite: „In fünf Jahren werden wir die Stadt nicht wiedererkennen.“

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