Diskussion zur Bundestagswahl

„Schere zwischen Arm und Reich sollte sich mehr schließen“

Achim - „Besonders ungerecht ist, dass Kinder, die in schlechten Verhältnissen leben, benachteiligt sind, zum Beispiel nicht an Klassenfahrten teilnehmen können“, sagte Herbert Behrens beim Punkt Soziales.

Dr. Gero Hocker stellte die Bildung in den Mittelpunkt.

Es sei „nicht zu akzeptieren, dass Armutslöhne in einem reichen Land gezahlt werden“. Der Linke forderte, die Gesellschaft besser auf Ausgleich hin zu entwickeln und Millionäre steuerlich deutlich stärker zu belasten. „Es ist unerträglich, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht.“

Bildung sei für ihn die entscheidende Frage, da müssten die Chancen für viele Kinder verbessert werden, äußerte Gero Hocker. Wie er das erreichen will, sagte der FDP-Kandidat nicht. Lernschwache Schüler seien besser in den Förderschulen statt im Regelunterricht aufgehoben.

„Gute Sozialpolitik ist, wenn die Menschen Arbeit haben“, lautete die Kernbotschaft von Andreas Mattfeldt. Und da stehe Deutschland gut da. Die Zahl der Arbeitslosen sei in den vergangenen zehn Jahren halbiert worden und fast alle Jugendlichen fänden einen Job. Der Arbeitsmarkt funktioniere aber nur, wenn man der Wirtschaft Entfaltungsmöglichkeiten gebe, mahnte der CDU-Mann, der Mitinhaber einer kleinen Brauerei ist.

Kritik an der sozialen Situation im Land

Jochen Rohrberg kritisiert fehlende Gerechtigkeit.

Deutlich kritischer sah Christina Jantz-Herrmann die soziale Situation im Land. „Es gibt viel zu viele Zeit- und Leiharbeiter, die schlecht verdienen. Ein Mindestlohn von 8,50 Euro ist immer noch zu wenig“, sagte die SPD-Kandidatin. Und befristete Beschäftigungsverhältnisse führten zu unsicheren Lebensverhältnissen. Das gelte auch für viele Frauen, da sie immer noch weniger Lohn und Rente als Männer bekämen. Soziale Politik sei zudem, Schulgebäude zu verbessern, mehr Lehrer einzustellen und die Kinderbetreuung auszubauen.

„Für mich ist diese Gesellschaft ganz und gar nicht gerecht“, stellte Jochen Rohrberg fest. Ausländische Konzerne erzielten Riesengewinne, zahlten hierzulande aber kaum Steuern. „Andererseits leben viele Leute in prekären Verhältnissen“, erläuterte der AfD-Kandidat.

Einen „bedenklichen Trend zu mehr Ungerechtigkeit“ machte Katja Keul aus. Dass in Deutschland jedes siebte Kind in Armut lebe, bezeichnete sie als „tickende Zeitbombe“. Bei der Leiharbeit herrschten zum Teil „sklavenähnliche Zustände“. Die „sachgrundlose Befristung“ gehöre gestrichen. Die Grüne forderte, die Erbschafts- und Vermögenssteuer wieder einzuführen und das System der Privaten Krankenkassen abzuschaffen.

mm

Den Überblick der Kandidaten im Wahlkreis Verden-Osterholz finden Sie hier.

Rubriklistenbild: © dpa

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