Knut Pickert gibt Ehrenamt zum Jahresende auf / Stadt sucht Kandidaten für Beirat

Rühriger Fürsprecher für Senioren und Behinderte geht

Knut Pickert, Sprecher des städtischen Senioren- und Behindertenbeirats, kandidiert für die neue Wahlperiode nicht mehr.

Achim - Von Michael Mix.  Wenn es um die Belange von älteren und behinderten Menschen in Achim geht, fällt zuallerst sein Name: Knut Pickert. Seit vielen Jahren vertritt er die Interessen dieser benachteiligten Personengruppen engagiert und wortmächtig wie kein Zweiter. Der Sprecher des Senioren- und Behindertenbeirates der Stadt kniet sich derart in diese ehrenamtliche Aufgabe rein, dass sicherlich manch einer annimmt, da verrichtet ein Profi gute, bezahlte Arbeit. Zum Jahresende allerdings will Pickert seine Tätigkeit aufgeben.

„Aus Alters- und Gesundheitsgründen“, verriet er gestern auf Nachfrage. Heute feiert Knut Pickert seinen 74. Geburtstag, „und ich höre ja schlecht“, fügte er an.

Seit 2003, seit der Gründung des Beirats, fungiert der ehemalige kaufmännische Angestellte als Sprecher des aus neun Personen bestehenden Gremiums. „Ich habe das vier Wahlperioden lang gemacht, das reicht“, sagt Pickert. Wenn am 28. September ein neuer städtischer Senioren- und Behindertenbeirat für fünf Jahre gewählt wird, will er nicht mehr kandidieren. „Irgendwann muss auch mal jüngeres Blut ran.“

Das sehen auch andere so, mit dem Sprecher wollen weitere Mitstreiter den Beirat verlassen. Pickert hofft, dass sich genügend Achimer Bürgerinnen und Bürger bereit finden werden, bei der Wahl Ende September anzutreten. Kandidaten müssen mindestens 55 Jahre alt sein oder einen Grad der Behinderung von wenigstens 50 Prozent besitzen. „Bis zum Ende der neuen Wahlperiode 2021 muss man jedoch nicht dabei sein. Ein früheres Ausscheiden ist jederzeit möglich“, ermuntert der „alte Hase“ Einwohner aus dem Stadtgebiet, sich im Rathaus bei Martina Jansen oder Timo von den Berg, Telefon 9160550, oder per E-Mail: freiwilligenagentur@stadt.achim.de als Bewerber für dieses Ehrenamt zu melden.

„Wir brauchen vor allem Fürsprecher für Behinderte“, unterstrich Knut Pickert nicht nur im Gespräch mit dieser Zeitung, sondern auch beim Forum des Beirats am Montagabend im Ratssaal. Er habe Angst, dass dieses Thema „hinten runter fällt“. Denn es sei doch ein Unterschied, ob man Rentner ist oder als Behinderter mit Mitte 20 „noch voll im Saft steht“, erläuterte der 74-Jährige, dessen Sohn Torsten im Rollstuhl sitzt und ebenfalls dem Beirat angehört.

„Am Anfang waren wir in der Behindertenarbeit mustergültig für die Region, inzwischen haben aber andere Gemeinden ringsherum aufgeholt“, hat Pickert beobachtet. „Die Vorreiterrolle ist weg.“ Achim als größte Stadt im Landkreis müsste jedoch seiner Meinung nach weitere Anstrengungen unternehmen, um Menschen mit Handicap nachhaltig unter die Arme greifen zu können.

Mit Blick auf die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen hält es Knut Pickert für wichtig, folgende Handlungsfelder vor Ort „zu beackern“: Barrierefreiheit, Erziehung und Bildung, Arbeit, Wohnen und Leben, Freizeit, Kommunikation.

Zum Thema „barrierefrei bauen“ kündigte der Beiratssprecher für Sonnabend, 7. Mai, einen Aktionstag auf dem Achimer Wochenmarkt an. Diesbezügliche Vorträge und Wohnberatung seien in den vergangenen drei Jahren jedoch kaum gefragt gewesen, bilanzierte Pickert etwas enttäuscht im Forum.

Seniorengerechte Wohnungen gebe es immer mehr in Achim. „Neubauten sind allerdings sehr teuer, da kostet der Quadratmeter zwölf Euro“, hat er festgestellt.

Der Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises mit seinen regelmäßigen Sprechstunden in Achim habe das Beratungsangebot vor Ort in jüngster Zeit „deutlich verbessert“, betonte der Sprecher erfreut. Wertvolle Arbeit leisteten zudem die fünf Formularlotsen, die Einwohnern etwa beim Ausfüllen von Anträgen für den Bezug von Sozialgeld oder in Sachen Behindertenrecht behilflich seien. Weitere ehrenamtliche Kräfte für diese Aufgabe sind laut Pickert willkommen.

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