Verein „Tiere schenken Glück“

Rottweiler-Mix Kalle schenkt Heimbewohnern Glück

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Seniorin Christine Hagedorn freut sich über den Besuch von Viktoria Hoffmann (l.) mit Kalle und Rebecca Krüger mit Mala.

Achim - Von Sandra Bischoff. Wenn Kalle auf Christine Hagedorn zukommt, dann leuchten die Augen der Seniorin. Der 55 Kilogramm schwere Rüde lässt sich zu ihren Füßen nieder und genießt die Streicheleinheiten. Kalle und seine Besitzerin Viktoria Hoffmann gehören seit Kurzem zum Verein „Tiere schenken Glück“ und besuchen regelmäßig Seniorenheime in Achim und Umgebung. Dass Kalle ein Rottweiler-Bullmastiff-Mix ist, stört dabei nicht.

Im Gegenteil, sagt Viktoria Hoffmann: „Die Hunde haben eine sehr hohe Reizschwelle, es sind ruhige Tiere.“ Sie hat den Rüden als Welpen zu sich genommen. „Ich wollte eigentlich einen reinrassigen Rottweiler, aber dann habe ich Kalle gesehen, und es war um mich geschehen“, erzählt die 30-Jährige.

Im vergangenen Jahr war sie auf „Tiere schenken Glück“ aufmerksam geworden, als der Verein den Achimer Ehrenpreis 2017 erhielt. „Ich fand die Idee toll, und habe mich informiert“, sagt Hoffmann. „Es ist eine schöne Sache, Leuten eine Freude zu machen und für mich passt das Konzept perfekt, weil mein Hund mit dabei sein kann.“

So zuversichtlich Viktoria Hoffmann war, dass ihr Kalle genau der Richtige für diesen Job ist („Ich habe eine 91 Jahre alte Uroma, er kennt das also“), so skeptisch war Rebecca Krüger anfangs. „Ich musste schon ein bisschen schlucken, als ich hörte, um welche Rasse es sich handelt“, sagt die zweite Vorsitzende von „Tiere schenken Glück“.

Die Kandidaten werden ausführlich begutachtet

Bei einem Besuch zu Hause bei Tier und Halter macht sich der Vorstand laut Krüger ein erstes Bild von dem Team. Ihre anfängliche Skepsis legte sich schnell, und für Kalle ging es einen Schritt weiter. „Wir machen mit jedem tierischen Kandidaten einen Wesenstest und schauen, wie er auf Außenreize reagiert“, erklärt sie. 

Normalerweise passiert das in einer sehr kleinen Gruppe im Seniorenheim Hubertus in Oyten, wo Christine Hagedorn lebt. Sie ist quasi die Testperson, hat sie doch ihr Leben lang mit Hunden gearbeitet und diese jagdlich ausgebildet.

Durch ein Missverständnis saßen bei Kalles Termin plötzlich fast 20 Bewohner und Pflegekräfte im Aufenthaltsraum. „Er war völlig cool, jeder durfte ihn streicheln, und auch als Frau Hagedorn mit ihrem Gehstock an ihm vorbeilief, hat er nicht mit der Wimper gezuckt“, sagen Krüger und Hoffmann. Eine Hundepsychologin ist bei diesen Treffen immer dabei, um das Verhalten des Tieres zu deuten. Bei Kalle gab es keine Beanstandungen.

„Vor allem bei den Männern, die früher einen Hof hatten, kommt er gut an“, sagt Hoffmann. Das sei mal ein „richtiger Hund“ lauteten die gängigsten Kommentare. Zudem hat der „richtige Hund“ auch allerlei Kunststücke im Repertoire: Männchen machen, sich bei dem Befehl „Peng!“ auf den Rücken werfen sowie mit der Vorderpfote die Hand seines Frauchens abklatschen.

Die meisten Senioren freuen sich über den Hundebesuch

Nur die wenigsten machen einen großen Bogen um den Rüden. „Das sind meistens diejenigen, die sowieso Angst vor Hunden haben“, sagt Pflegerin Tanja Eickhorst. Auf den Großteil der Senioren wirke sich ein Hundebesuch extrem positiv aus, haben sie und ihre Kollegen beobachtet. „Die Bewohner leben auf, wenn sie die Tiere streicheln und ihnen Leckerlis geben dürfen, und es kommen bei den Demenzpatienten viele Erinnerungen hoch.“

Viktoria Hoffmann und Kalle sind sporadisch in den Einrichtungen unterwegs, so wie es zeitlich passt. Derzeit greift der Verein „Tiere schenken Glück“ auf 14 Besuchsteams zurück. „Aber wir freuen uns immer über neue“, sagt Krüger.

Voraussetzungen ist ein Grundgehorsam beim Hund. Der Halter sollte sein Tier gut kennen, um Stresssituationen sofort zu bemerken, und keine Berührungsängste mit kranken oder alten Menschen haben.

www.tiere-schenken-glueck.de

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