„IG Rote Hand“ will Bewusstsein der Bevölkerung für dieses Thema schärfen

„Was passiert, wenn die hier nach Gas bohren?“

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Mitglieder und Unterstützer der „Interessengemeinschaft Rote Hand“ aus Achim und Thedinghausen legten sich auf dem Achimer Wochenmarkt für ihr Anliegen ins Zeug.

Achim - Was fällt einem zum Maulwurf ein? Buddelt für sein Leben gern und ist dabei überhaupt nicht weitsichtig. Der kleine Grabenkämpfer, mit Spaten und getönter Brille, ziert jetzt „Das kleine A bis Z des Gasbohrens – was passiert, wenn DIE hier buddeln?“ Erstellt wurde die Broschüre von der „IG Rote Hand“.

Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Thedinghausen und Achim setzen sich zur Wehr gegen eine bestimmte Art der Gasförderung im sogenannten Aufsuchungsgebiet Werder, dass allerdings keinesfalls auf diese kleine Ortschaft beschränkt ist, sondern ein viel größeres Gebiet umfasst. Ein Großteil von Thedinghausen und Achim liegt in diesem Erkundungsgebiet der RWE-Dea.

Auf dem Achimer Wochenmarkt wiesen am Sonnabendvormittag einige Mitglieder der Interessengemeinschaft Rote Hand auf mögliche Gefahren der Gasförderung hin: „Wir möchten“, sagte Silke Thomas, „das Bewusstsein der Bevölkerung für dieses Thema schärfen.“

In der kleinen Broschüre wird gleich im ersten Kapitel beschrieben, was eigentlich eine Aufsuchungserlaubnis (Claim) ist. Damit sichert sich ein Unternehmen, das Gas fördern möchte, die Erkundungsrechte. Durch die Genehmigung der Aufsuchung findet zunächst nur ein Gebietsschutz statt. Jede Probebohrung oder Förderung muss separat beantragt werden. RWE-Dea hat die Erkundungsrechte für das „Aufsuchungsgebiet Werder“.

Noch seien die weiteren Schritte für dieses Terrain nicht bekannt, sagte Silke Thomas, die Vorsitzende der Grünen-Stadtratsfraktion in Achim ist, gleichwohl: „Wir wollen frühzeitig auf unsere Anliegen aufmerksam machen und nicht damit bis zur ersten Probebohrung warten.“

Sollte es tatsächlich zu der beabsichtigten Erdgasförderung kommen, verlangt die IG Rote Hand die Einhaltung von Vorgaben: Dazu zählen: Kein Baustellenverkehr durch besiedelte Gebiete, die Umkehr der Beweissicherungspflicht für Schäden an Gebäuden. Und zwar weit hinaus über den zugesagten Umkreisabstand von einem Kilometer zwischen Bohrstelle und Haus.

Weitere Forderungen sind: kein offenes sowie ungefiltertes Abfackeln von Erdgas, kein Fracking, kein Transport von Lagerstättenwasser. Zudem müsse die ständige Kontrolle des Grundwassers garantiert sein, während und auch nach Abschluss der Bohrungen und/oder Förderzeiträume. Schließlich fordert die Interessengemeinschaft Rote Hand eine umfassende Information der Öffentlichkeit.

häg

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