TV Bierden baut fünften Platz behindertengerecht

Rollstuhltennis: Ein Leuchtturmprojekt

Das aktuelle Vorstandsteam des TV Bierden – vorn, von links: Rolf Niebuhr, Susanne Weiß, Roswitha Bohling, Nicole Hagens, Gisela Persson und Christian Hücking. Hinten: Lutz Wagner, Henry Bohling, Gerd Güldenast und Stefanie Waterkamp.

Bierden - Der Tennisverein Bierden baut an seiner Zukunft, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Spätestens im Sommer wird er mit der Anlage eines fünften Platzes beginnen. Der ist angesichts von 220 Mitgliedern und insgesamt 19 Teams im Spielbetrieb dringend nötig.

Er soll aber auch Sportlern eine Heimat bieten, die aktuell bis nach Hamburg fahren müssen, um zu trainieren: Der neue Platz wird behindertengerecht angelegt und ist für Rollstuhltennis geeignet.

Das Votum der Mitglieder fiel eindeutig aus. Ohne Enthaltung und Gegenstimme winkten sie das Vorhaben durch.

Eine große Fläche auf der Anlage am Achimer Bruch ist noch frei. Bis September soll dort der Platz fertig und am Vereinsheim eine behindertengerechte Sanitäranlage mit Dusche und Toilette angebaut sein.

„Das ist ein Projekt mit Leuchtturmwirkung“, ist sich Frank Bergs sicher. „So etwas gibt es in der gesamten Region nicht und wird für viele Rollstuhlsportler interessant sein.“ Bergs hat früher schon in Bierden Tennis gespielt. Seit einem Unfall aber ist er motorisch stark eingeschränkt.

Nach Jahren ohne Sport nahm er vor zwei Jahren den Tennisschläger wieder in die Hand. Von Ball zu Ball flitzt er nun mit dem Rollstuhl. Weil der aber auf lange Sicht die Ascheplätze auf der Anlage am Achimer Bruch schädigen würde, fährt Bergs jeden Freitag nach Stelle bei Hamburg, wo es schon behindertengerechte Plätze gibt. „Dort haben wir mit drei Rollstuhlspielern angefangen“, berichtet er. „Jetzt sind wir schon elf.“ Meist hat Bergs auch Sportkollegen aus Bremen im Auto dabei.

Der neue Bierdener Platz ist als Ganzjahresplatz mit Ziegelmehlbelag und speziell verdichtetem Untergrund konzipiert. Er soll damit wie ein ganz normaler Ascheplatz bespielbar und im Ligabetrieb nutzbar sein. Da er frostbeständig ist, muss er im Herbst nicht abgeräumt werden, sondern bleibt nutzbar – für einen Verein ohne Halle ein echtes Bonbon.

Aber auch im Sommer ist der fünfte Platz für alle Bierdener Spieler interessant. Denn der Tennisverein ist mit Plätzen nicht reich gesegnet. Zum Vergleich: In Stelle stehen 440 Mitgliedern 10 Außen- und vier Hallenplätze zur Verfügung, in Uesen nutzen knapp 400 Mitglieder sieben Außen- und drei Innenplätze.

Vor allem am Wochenende wird es beim TV Bierden eng. Dann tragen die Erwachsenen Punktspiele aus, die 60 Kinder des Vereins trainieren, und berufstätige Mitglieder haben ebenfalls endlich Zeit, die Filzkugel übers Netz zu schlagen. „Wenn wir einen guten Regelbetrieb mit allen Mannschaften haben wollen, brauchen wir den Platz“, fasst Bergs zusammen.

Gut 80 000 Euro hat der Verein für diesen Ausbau samt sanitärer Anlagen und behindertengerechtem Aufgang ins Tennisheim kalkuliert. Die Baugenehmigung liegt bereits vor. Kreissportbund, Landessportbund, Landkreis Verden und die Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportvereine haben finanzielle Unterstützung zugesagt.

Dieses Jahr schickt der TV Bierden elf Mannschaften in den Ligabetrieb – eine mehr als noch Vorjahr. Die Damen 30 I spielen erstmals in der Bezirksliga, die Herren 40 sogar in der Verbandsliga. Dazu gesellen sich acht Jugendteams vom Kleinfeld bis zur Liga B. „Damit haben wir fast alle Altersklassen vertreten“, berichtet Jüngstenwartin Susanne Weiß.

Bei den Wahlen auf der Jahresversammlung wurden jetzt der 2. Vorsitzende Christian Hücking, Sportwart Breitensport Lutz Wagner, Jüngstenwartin Susanne Weiß, Schriftwart Geld Güldenast und Pressewartin Stefanie Waterkamp wiedergewählt. Claudia Welter ergänzt nun das Kassenprüferteam mit Rolf Jensen und Katrin Lehmkuhl.

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