Standort für „Schreitbagger“

„Ritterschlag“ für das THW Achim

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Aufstocken, anbauen, umbauen – für künftige Aufgaben reichen die Kapazitäten auf dem jetzigen THW-Gelände bei weitem nicht mehr aus, ein Erweiterungsbau muss her.

Achim - Die Gebäude des Technischen Hilfswerkes (THW) Achim in der Justus-von-Liebig-Straße sind schon jetzt eigentlich viel zu klein, aber bald platzt die Betriebsstätte wohl aus allen Nähten. Eine künftige Neuausrichtung erfordert Erweiterungsmaßnahmen in naher Zukunft. „Der Bedarf ist angemeldet und schon bald wird es Gespräche mit dem Eigentümer der Liegenschaft geben“, erklärte Christian Probst während der Jahresauftaktversammlung im THW-Haus am Samstag.

Der Grund für die anstehende Veränderung liege im neuen Rahmenkonzept des THW, erläuterte der Ortsgruppenleiter, der für weitere fünf Jahre gewählt wurde. Dieses solle einer seit Langem veränderten Bedrohungslage gerecht werden. Im Mittelpunkt stehe die Anpassung des Zivilschutzkonzeptes zum Schutz wesentlicher Infrastrukturbereiche zur Vermeidung von Versorgungsengpässen und der Erhalt der öffentlichen Sicherheit. Dazu lege eine bundesweite Bestandsaufnahme und Bedarfsübersicht eine Mindestausstattung für jeden Standort fest und beinhalte gegebenenfalls eine Umverteilung und Ergänzung bestehender Ressourcen. Die Anpassung soll bis zum dritten Quartal des Jahres ermittelt werden und ab dem ersten Quartal 2019 in die Umsetzung gehen.

Für die Helfer in Achim bedeutet dies: Eine von zwei Bergungsgruppen entfällt und die bestehende erhält neue Aufgaben in den Bereichen Logistik, Beleuchtung, Pumpen, Betriebsstoffversorgung und Wasser / Abwasser, Sanitär, Hygiene und Transport.

Immer ansprechbar, hilfsbereit und in zwei Ortsvereinen aktiv: Hundeführerin Silke Bischoff wurde von den Mitgliedern zur „Helferin des Jahres gewählt.

Dafür erhält der Standort unter anderem einen Multifunktionsanhänger. Die Fachgruppe (FG) „Wassergefahren“ soll neue Transportmöglichkeiten erhalten und mit Technik zur Unterwasserbeobachtung ausgestattet werden. Bereits seit dem letzten Jahr ist die Ortsgruppe Bestandteil eines EU-weiten Modules zur Hochwasserrettung in Kooperation mit der DLRG. Unter der Bezeichnung „Flood Rescue Using Boats“ nehmen zehn Mitglieder an einem Ausbildungsprogramm teil, das sie auf Einsätze im In- und Ausland vorbereitet.

Ortsgruppenleiter Christian Probst erläuterte mit Präsentationen den aktuellen Bestand und künftigen Bedarf des THW-Standortes.

Schließlich präsentierte der Ortsgruppen-Chef einen absoluten „Knaller“: Eine FG „Schwere Bergung Typ B“ werde in Achim stationiert, die eine Rettungsspinne ERS, einen sogenannten „Schreitbagger“ führen wird. Ein solcher Bagger fährt, klettert und ist fernlenkbar. Nur acht solcher Geräte stehen bundesweit zur Verfügung, nur einer in Niedersachsen. „Das ist eine Art Ritterschlag“, freut sich Pressesprecherin Katrin Döring über das Vertrauen in den Ortsverein Achim.

Zwölf der 47 aktiven Mitglieder werden auf künftiges „maschengestütztes Trennen und Bewegen“ mit dem Gerät vorbereitet. Damit ergebe sich ein deutliches Platzproblem, denn als Liegenschaft Typ II fehlen in Achim 157 Quadratmeter Sozial- und Verwaltungsräume und 181 Quadratmeter Garagenfläche. „Die Anträge sind gestellt und Überlegungen zum Ausbau werden folgen“, versicherte Christian Probst.  

sch

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