„Riesenspektrum an ehrenamtlicher Arbeit“

Stephan Weil zu Gast im Kasch Achim

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Ministerpräsident Stephan Weil (Mitte) kam im Kasch mit ehrenamtlich Tätigen und weiteren Funktionsträgern ins Gespräch.

Achim - Stephan Weil hatte gestern in Achim ein offenes Ohr für die Sorgen, Nöte und Wünsche von Menschen, die sich in ihrer Freizeit vielfach unentgeltlich für das Allgemeinwohl engagieren.

Der niedersächsische Ministerpräsident traf im Kasch mit nahezu 100 ehrenamtlich Tätigen aus dem gesamten Landkreis Verden zusammen.

Sozialdemokrat Weil, dessen politische Zukunft bei der Landtagswahl am 15. Oktober auf dem Spiel steht, zeigte sich bei dem Termin im großen Saal gut gelaunt. Die bundesweite „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ bot dem Wahlkämpfer eine willkommene Bühne. Zu Beginn der Veranstaltung, zu der die heimische SPD eingeladen hatte und bei der sich natürlich auch die SPD-Bundestagsabgeordnete und -kandidatin Christina Jantz-Herrmann sowie die Landtagskandidaten Dörte Liebetruth und Jürgen Kuck präsentierten, wurde des verstorbenen prominenten Parteifreunds Karl Ravens gedacht.

Weil erinnerte in seiner folgenden kurzen Ansprache an den Zustrom der Flüchtlinge 2015 und 2016 und die daraufhin einsetzende „Welle der Hilfsbereitschaft. Wenn da nicht so viele Einheimische freiwillig angepackt hätten, wäre das Ganze nicht zu schaffen gewesen“, zeigte er sich überzeugt. Und das sei nur ein Beispiel für ehrenamtliches Engagement, das unzählige Male in Sportvereinen, bei der Hospizhilfe oder der Freiwilligen Feuerwehr mit ihren „100.000 Kräften in Niedersachsen“ Tag für Tag praktiziert werde.

Weil hörte sich an, ob und wo der Schuh drückt

Der Landesvater dankte allen für ihren Einsatz, der unbezahlbar sei. Die „vielleicht größte Belohnung“ für ehrenamtliche Tätige habe aber ohnehin nichts mit materiellen Werten zu tun. „Die Glücksforschung besagt nämlich, dass Leute, die anderen helfen, am zufriedensten sind“, wusste Weil. Und dann ging er von Tisch zu Tisch, schüttelte jedem die Hand und hörte sich an, ob und wo der Schuh drückt.

Es fehle an Nachwuchs für Funktionsträger, klagte ein Vorstandsmitglied eines Sportvereins. Ja, insbesondere die 30- bis 50-Jährigen seien stark in Beruf und Familie eingebunden, nickte der Ministerpräsident, ohne eine Lösung nennen zu können.

„Für die Vereine ist es auch kompliziert, an Zuschüsse zu kommen“, legte der Vereinsvertreter nach. „Wir haben ein überreguliertes System“, räumte Weil ein. Und pries ein Modell des Landkreises Leer, das er sich als Vorbild für das ganze Land vorstellen kann. Die Kommune betreibe ein Kompetenzzentrum für Freiwilligenarbeit und ziehe bei Bedarf auch Finanz- und Steuerfachleute zu Rate.

Sigrid Ernst vom Langwedeler Kulturverein wünschte sich, dass die Kulturarbeit vor Ort besser unterstützt wird. Künstler, die über die lokale Ebene hinaus bekannt seien, könnten kaum bezahlt werden, erklärte sie. „Kulturveranstaltungen zu fördern, ist aber klar eine Aufgabe der Gemeinde“, antwortete Weil.

Marcus Neumann vom TSV Bassen hielt nichts vom FDP-Vorschlag, den Nachmittagsbetrieb an Ganztagsschulen den Vereinen „aufzuhalsen“. Die meisten Übungsleiter seien dann noch berufstätig. „Und wir sind ehrenamtlich schon genug belastet.“ Das sah der SPD-Ministerpräsident genauso.

Fazit? Er habe in Achim ein „Riesenspektrum“ an ehrenamtlicher Arbeit kennengelernt.

mm

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