„Cremerutsche“ für die Kinder

Riesenspaß mit Lerneffekt

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Gar nicht so einfach, auf der „Cremerutsche“ das Gleichgewicht zu halten. Diese Herausforderung nahmen die Kinder des Sprachheilkindergartens in Baden aber gerne an.

Baden - Was sich in der Kita „Paletti“ in Baden abspielt, sieht nach Spaß aus: Kinder rutschen reihum eine dicke mit Creme präparierte Turnmatte herunter. Während eines der Kleinen abwärts rutscht, warten die anderen schon gespannt. Doch der Spaß hat auch einen ernsten Hintergrund, erklärt Ergotherapeutin Annette Renner, die das Projekt „Cremerutsche“ zwei Wochen lang im Sprachheilkindergarten der Lebenshilfe Verden begleitete.

„Bei diesem Projekt wollen wir den Kindern die Möglichkeit geben, neben einer Menge Spaß auch ganz viel über ihren Körper und die Umwelt zu lernen und nebenbei auch noch die Sprache und das Sprechen fördern“, erklärt Logopädin Sylke Grabatsch-Gehrtz, die das Bewegungsprojekt ebenfalls mit angeschoben hatte.

Aber wo liegt beim Rutschen der Lerneffekt? Wie die Ergotherapeutin erklärt, sammelten die Kinder unbewusst vielfältige Informationen über die Nutzung der Muskeln und Gelenke auf wackeligem Untergrund. „Sie lernen, ihre Kraft optimal zu dosieren, damit sie schnell wieder in eine sichere Position kommen, wenn sie durch das Rutschen aus dem Gleichgewicht gebracht wurden“, stellt Ergotherapeutin Renner klar.

Und warum werden dabei Sprache und Sprechen trainiert? „Beim Sprechen muss nicht nur die Atmung gesteuert werden“, sagt Grabatsch-Gehrtz. Viele kleine Sehnen, Muskeln und Gelenke brauchen Informationen und Training, damit auch die Mundmuskulatur lernt, die Sprechlaute zu bilden. Wichtig dabei sei auch das Gleichgewicht und das Gespür für die richtige Bewegung.

Positiv wirke sich zudem aus, dass hier Sprachtraining keine bierernste Angelegenheit sei: Die auf spielerische Art vermittelten Erfahrungen bewirken nebenbei eine erhöhte Selbstorganisation für einzelne Handlungsschritte. „Durch den Spaßeffekt wachsen Motivation und Selbstvertrauen“, wissen die beiden Therapeutinnen.

Außerdem können Sozialkompetenzen und Kommunikationsstrategien aufgebaut und erweitert werden, denn die Kinder motivieren sich gegenseitig, müssen Absprachen treffen, Regeln einhalten, abwarten können und vieles mehr.

„Wir Therapeuten bauen viele kleine sprachförderliche Sequenzen ein und trainieren dadurch Bereiche wie Wortschatz, Grammatik und Lautstimulationen“, ergänzt Logopädin Grabatsch-Gehrtz. Fazit: „So haben wir alle ganz viel Spaß, Freude und Lerneffekte an einer Aktion, die auf den ersten Blick aussieht, wie eine „riesengroße Schmiererei!“

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