Rheinländer erhält Bewährungsstrafe

Musiker reisen mit Marihuana

Achim - Die lange Autofahrt einer Rockband aus Köln zu einem Auftritt in Oslo wurde in der norddeutschen Tiefebene jäh unterbrochen. Zollbeamte lotsten am 10. September vergangenen Jahres einen der beiden mit jeweils drei Musikern besetzten Wagen auf den Rastplatz Oyten und entdeckten bei einer „Routinekontrolle“ im Innenraum Rauschgift. Auch im zweiten Fahrzeug, das Zöllner mit Hilfe eines Drogenspürhundes auf der Raststätte Grundbergsee durchsuchten, fand sich Marihuana. Ein 28-jähriger Rheinländer musste sich am Montag wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und auch gegen das Waffengesetz vor dem Amtsgericht Achim verantworten.

Der Angeklagte war bei der Kontrolle nicht nur mit einem Joint erwischt worden, sondern er hatte gegenüber einem Zollbeamten auch zugegeben, dass er der Besitzer aller an dem Abend aus dem Verkehr gezogenen Drogen sei. Zudem trug er ein Einhand-Messer am Hosengürtel bei sich.

Anders als in der Anklageschrift aufgeführt, stellte sich in der Verhandlung allerdings heraus, dass der Beschuldigte nicht am Steuer gewesen war. Wegen eines Fahrverbots hatte er die Schlüssel für seinen Chrysler einem anderen Bandmitglied überlassen. Der 28-jährige Dormagener selbst saß als Beifahrer in dem Peugeot, den hoheitliches Personal auf den Rastplatz Oyten „rauswinkte“. Bei der Suche nach Drogen oder illegal eingeführten Waren habe er in der Mittelkonsole eine Tüte mit Marihuana gefunden, 1,7 Gramm, sagte ein Beamter des Hauptzollamts Bremen vor Gericht als Zeuge aus. „Und der Mann hat einen Joint aus seiner Hosentasche gezogen.“

Ein anderer Zollbeamter berichtete, dass der Chrysler auf der Rastanlage Grundbergsee gründlich durchsucht worden sei. Ein Hund habe schließlich bei einer Plastikschale im Kofferraum angeschlagen. Inhalt hier: 2,6 Gramm Stoff.

Für den Staatsanwalt war die Sache klar: Der mitgeführte Joint weise darauf hin, dass der Angeklagte Drogen konsumiere – „als einziger der sechs Personen“, und daher sei er auch der Besitzer des in den beiden Wagen gefundenen Marihuanas. Der Vertreter der Anklage forderte eine Geldstrafe von fünf Tagessätzen zu je 45 Euro.

Der Verteidiger des Angeklagten sah allein den Verstoß gegen das Waffengesetz als erwiesen an. Sein Mandant habe die Aussage, dass ihm die „geringe Menge“ Marihuana in den Autos gehöre, doch zwischenzeitlich zurückgezogen.

Richter Andreas Minge folgte bei seinem Urteil dieser Sichtweise. Die vom Staatsanwalt geforderte Geldstrafe setzte er zur Bewährung auf ein Jahr aus und verhängte wegen des Messerbesitzes eine Geldbuße über 250 Euro.

mm

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